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Wismar Wismar: Starke Stimmen auf den Spuren von Manfred Krug
Mecklenburg Wismar Wismar: Starke Stimmen auf den Spuren von Manfred Krug
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14:00 14.04.2019
Ausnahmestimmen und wunderbare Instrumentalisten auf den Spuren von Manfred Krug: Fanny Krug, Thomas Putensen, Uschi Brüning und Charles Brauer (v.l.). Quelle: Nicole Hollatz
Wismar

“Ich habe drei Zuschauer von vor 42 Jahren wieder erkannt! Vielen Dank für die Treue!“, ließ Wolfgang „Zicke“ Schneider die Gäste am Samstag Abend im Wismarer Theater lachen. Der Schlagzeuger war natürlich 1977 beim legendären letzten Konzert von Manfred Krug in der DDR dabei, er hat wohl alle Krug-Konzerte begleitet. Kurze Zeit später durfte/ musste Krug nach einem Teilberufsverbot und anderen Repressalien in den Westen ausreisen.

Am Samstag saßen auch einige der damaligen Gäste im Publikum, 42 Jahre älter und nicht mehr im FDJ-Blauhemd. Die Konzertkarten konnten nun normal gekauft werden, es hätte sogar noch welche an der Abendkasse gegeben.

1977 in Wismar zum letzten DDR-Konzert

„Damals war die Theaterkasse geschlossen, die Karten gab es nur unter der Hand“, erinnert Heinz-Jürgen Sturbeck sich zurück. Seine Frau Sabine weiß noch, dass auch die Mitropa geschlossen war. „War überhaupt geheizt im Theater?“

Sabine und Heinz-Jürgen Sturbeck erzählen immer noch voller Staunen vom damaligen Konzert. „Ich habe ihn so für seinen Mut bewundert und hatte Angst, dass sie ihn gleich von der Bühne holen und einsperren“, berichtet Sabine Sturbeck. Krug verteilte zwischen den Liedern (viele auf englisch) verbale Seitenhiebe. Heinz-Jürgen Sturbeck zu seiner damals und immer noch politisch engagierten Frau: „Er hat dich mutiger gemacht für das, was danach alles kam!“

Hommage an Manfred Krug

Zurück zum Konzert am Samstag, der Hommage an den bekannten Schauspieler und Jazz-Musiker. Zur Manfred-Krug-Band kamen starke Stimmen, die solo, als Duo bis hin zum Quartett Krugs Musik wieder lebendig werden ließen.

Krugs Tochter Fanny erzählte, wie sie den Spuren ihres Vaters singend nachspürt. „Es ist bewegend und beeindruckend für mich, diese Lieder zu singen.“ Viele Konzertgäste freuten sich auf Krugs langjährige Duettpartnerin Uschi Brüning. 2014 konnten sie beide noch zusammen live im Wismarer Theater erleben.

Nun sang Musiker und Liedermacher Thomas Putensen aus Greifswald manch einen Duettpart mit ihr und vereinte auf der Bühne Krugs musikalische Seele mit seiner eigenen. Gerade Putensen bekam viel Applaus und Zugabe-Rufe zwischendurch für seine starke Stimme.

Dazu Zicke Schneider am Schlagzeug, Andreas Bicking an Saxofon und Querflöte, Matthias Bätzel am Flügel und E-Piano sowie Tom Götze am Kontrabass – die Gäste erlebten starken Jazz.

Manch einen Schwank von den gemeinsamen Dreharbeiten erzählte Krugs Tatortpartner Charles Brauer. Auch wie sie zum gemeinsamen Singen kamen. „Wir haben 38 Filme zusammen gemacht, erst die letzten 14 mit der gemeinsamen Musik.“

Das Jazz-Konzert am Samstag im Wismarer Theater auf den Spuren von Manfred Krug begeisterte mit starken Stimmen und Instrumentalisten. 1977 gab der 2016 verstorbene Künstler sein letztes DDR-Konzert im Wismarer Theater.

Intensiver Jazz-Abend

Die Gäste erlebten einen intensiven Jazz-Abend mit ruhigen Momenten, starkem Jazz und den besonderen Texten von Manfred Krug. Bilder von ihm, dazu Video- und Tonschnipsel wurden projiziert. Die Gäste forderten nach fast zwei Stunden Konzert stehend und applaudierend Zugaben und bekamen sie.

Das Wismarer Konzert von 1977 wurde damals vom Tontechniker mitgeschnitten, inzwischen gibt es die CD zu kaufen.

„Ich habe mir die CD vom damaligen Konzert noch einmal angehört, es war richtig Stimmung im Saal“, erzählt Dr. Torsten Pohley sich. Dagegen war das Konzert nun ruhiger, natürlich auch nicht politisch geladen.

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Nicole Hollatz

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