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Wismar Wismar: Stolperstein wird verlegt
Mecklenburg Wismar Wismar: Stolperstein wird verlegt
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00:00 23.02.2017
Wismar

Ein weiterer Stolperstein wird am 25. Februar in Wismar verlegt werden. Als Standort wurde Hinter dem Chor 17 ausgewählt. Mit dem Stein wird an Willy Käcker erinnert, einem Opfer der NS-Zeit. Er gehörte zu 15 Männern, zumeist aus Wismar, die im Januar 1939 in Schwerin vor Gericht standen. Ihnen wurden Verstöße gegen den Paragrafen 175 des Reichsstrafgesetzbuches vorgeworfen. Dieser Paragraf stellte sexuelle Kontakte zwischen Männern unter Strafe. Die Nationalsozialisten hatten ihn im September 1935 so weit verschärft, dass sogar Küssen verfolgt werden konnte.

Zwischen 1933 und 1945 wurden circa 100000 Männer auf „Rosa Listen“ als Schwule erfasst. Die Zahl der Männer, die wegen Homosexualität verurteilt wurden, stieg ab 1935 bis zum Kriegsbeginn 1939 massiv an. Während des Kriegs verschärften sich die Strafen noch mal drastisch. Sondergerichte verurteilten Schwule nun auch zum Tod. Zudem wurden schätzungsweise bis zu 15000 homosexuelle Männer in Konzentrationslager verschleppt. Mehr als die Hälfte kam im KZ ums Leben. Einer der Männer war Willy Käcker.

Seine Geschichte wurde in einem sechsmonatigen Projekt von Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Wismar recherchiert. Sie werden bei der Veranstaltung am Sonnabend anwesend sein. Das Verlegen übernimmt ab 9 Uhr Gunter Demnig, der das Projekt „Stolpersteine“ initiiert hat. Für die musikalische Umrahmung sorgt Roman Samsovice.

OZ

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