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Die ersten Kreuzfahrtgäste hatten einen Vormittag Zeit, die Stadt kennenzulernen / Die OZ war dabei

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Als Traumschiff schipperte das Kreuzfahrtschiff früher über die Weltmeere und die Bildschirme in deutschen Wohnzimmern.

Quelle: Foto: Hans-Joachim Zeigert

Wismar. Gestern begann für Wismar mit dem Anlauf der MS „Deutschland“ die diesjährige Kreuzfahrtsaison. Von Kopenhagen kommend auf dem Weg nach Travemünde machte das ehemalige „Traumschiff“ mit über 500 Passagieren einen Vormittag lang Station in der Hansestadt.

OZ-Bild

Die ersten Kreuzfahrtgäste hatten einen Vormittag Zeit, die Stadt kennenzulernen / Die OZ war dabei

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„Es ist immer schön, so früh morgens in den Städten zu sein, wenn man mitbekommt, wie dort langsam das Leben erwacht“, sagte Silke Stemme beim morgendlichen Spazierengehen durch die noch ruhige Wismarer Altstadt und erzählte als erfahrene Kreuzfahrttouristin von den frühen Anläufen in den Häfen. Um kurz vor 8 Uhr holten die beiden Wismarer Gästeführer Wolf-Dieter Aust und Dietrich Haase die Kreuzfahrtgäste am Liegeplatz 13 im Wismarer Seehafen ab. Im Alten Hafen, wo sonst die Kreuzfahrer festmachen, sind die Bauarbeiten für das Kreuzfahrtterminal im Gange.

Drei Busse voller Gäste fuhren nach Rostock, für den Ausflug nach Schwerin interessierte sich kein einziger Gast. Aber Wismar wollten sie sehen, ließen sich mit dem Shuttleservice aus der Sicherheitszone im Seehafen bis zur Markthalle bringen, um dann entweder auf eigene Faust oder mit den Gästeführern die Stadt zu erkunden. Die meisten Cafés und Geschäfte hatten aber noch geschlossen.

Wolf-Dieter Aust erzählte von der Geschichte Wismars, machte seine Gäste auf viele Details aufmerksam. Er schwärmte von St. Nikolai mit ihrem 37 Meter hohen Mittelschiff: „Die zweithöchste Backsteinkirche der ganzen Welt“, nannte Aust einen Wismarer Superlativ.

Viel Zeit war nicht, die Stadt zu erkunden. Gemütlich im Café die Sonne oder am Hafen ein Fischbrötchen genießen: keine Chance. Nett in den Geschäften bummeln und den ein oder anderen touristischen Euro hier lassen? Schwer.

„Wismar hat einen neuen Freund gewonnen“, seufzt der Stuttgarter Hans Städter nach der schnellen Tour durch die Stadt und schwärmt – wie zuvor sein Gästeführer – von den alten Giebeln und den Kirchbauten. Manch einer hätte ohne diesen Kreuzfahrtanlauf wohl nie in Wismar haltgemacht. Er will schnell wieder kommen und mehr Zeit mitbringen. „Eine faszinierende Stadt“, so sein Fazit.

Andere kennen die Stadt noch von früher. „Zu DDR-Zeiten sind wir hier immer auf dem Weg nach Greifswald durchgefahren“, erzählt Elke Ohm, Jahrgang 1945, aus Itzehoe. „Wie sich alles verändert hat!

Früher waren die Straßenzüge grau in grau. Ich erkenne die Stadt kaum wieder“, erzählt sie.

„In Kopenhagen hatten wir gestern Sturm und Regen. Und über Nacht war Eis am Schiff“, erzählt Silke Stemme: „Wismar hat uns mit Sonne begrüßt.“ Von Bremerhaven aus ging es über die dänische Hauptstadt nach Wismar. Der Törn geht weiter nach Travemünde, Eckernförde und durch den Nord-Ostsee-Kanal zurück nach Bremerhaven: Eine „Schnupperkreuzfahrt“ von Montag bis Sonnabend – entsprechend wenig Zeit hatten die Gäste. Nach dem Einlaufen gegen 7 Uhr ertönte bereits um 13.15 Uhr weithin in der Stadt hörbar das Schiffshorn zum Auslaufen mit musikalischer Begleitung vom Wismarer Shantychor „Blänke“ und noch mehr Schaulustigen als beim morgendlichen Einlaufen. Gegen 16 Uhr wurde das Schiff in Travemünde erwartet.

Nicole Hollatz

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