Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Wismar kann eigenes Theater

Wismar Wismar kann eigenes Theater

Nach der Premiere von „Schnuckis Bodenkammer“ folgen weitere Vorstellungen.

Voriger Artikel
Nordwestkreis macht Kasse mit Blitzern
Nächster Artikel
Hansestadt hat weniger Menschen

Erklären die große Weltwirtschaft mit einer Fischräucherei: Jana Esperling und Steffen Czech. Das Geld bekam zum Schluss natürlich die Frau.

Quelle: Fotos: nh

Wismar. Die neue Eigenproduktion der „Ich & Du AG“ aus Wismar hatte am Freitagabend am Theater der Hansestadt Premiere. Die Gäste lobten das interessante Durcheinander der „Bodenkammer“, die manch einen erschreckenden, lustigen, bösen oder skurrilen Schatz hinter Spinnweben und alten Schränken ins Scheinwerferlicht beförderte.

00010dhe.jpg

Erklären die große Weltwirtschaft mit einer Fischräucherei: Jana Esperling und Steffen Czech. Das Geld bekam zum Schluss natürlich die Frau.

Zur Bildergalerie

Es gibt Dinge, die möchte man lieber unter dem Teppich gekehrt wissen. Oder ganz tief im Schrank versteckt. Im Chaos der Bodenkammer, wo sonst keiner hinguckt. Oder noch besser, tief, ganz tief im Unterbewusstsein des eigenen „Ichs“ verbergen. Das terroristische Weltentheater beispielsweise. Der eine liefert Waffen an den anderen, der wiederum damit Grauen sät.

Und man fragt sich, wer ist schuld? Der Produzent, der Händler, der, der die Waffen an die Terroristen liefert oder der, der sie einsetzt? Was ist mit den Hintermännern, den Lobbyisten? In dieses Bodenkammerchaos entführten die sieben Laienschauspieler der „Ich und Du AG“. Szenische Darstellungen mit der Bodenkammer als „roten Faden“ und manch einem Knoten darin. Alles dreht sich um „Schnucki“: Petra Schmidle (49) spielt sie wunderbar überspitzt und erlebte mit der Premiere auch ihre Bühnenpremiere. Und dann gleich als Hauptrolle! „Schnucki“ flüchtet sich auf die Bodenkammer — ein liebevoll gestaltetes Bühnenbild. Sie sagt, sie hat ihren Mann im Goldfischglas ertränkt. „Am Goldfisch verschluckt! Der arme Fisch, das hat er nicht verdient!“

Dann der Schreck: Sie findet den Kopf ihres Mannes in der Bodenkammer. Nach Luft japsend im Aquarium. Andreas Schielke spielt körperlos, aber mit vollem Einsatz. Der „Running Gag“ des Abends als menschlicher Fisch, mal mit „umherschwimmenden“ Fischen spielend, mal mit dem Mund die Pflanzen im Aquarium umdekorierend. Mal das Weltgeschehen in Schnuckis Bodenkammer kommentierend.

Und da passiert eine ganze Menge. Kein geringerer als Prinz Gaddafi — Jakob Diel ebenfalls mit seiner gelungenen Wismarer Bühnenpremiere — wollte Asyl in Schnuckis Bodenkammer. Mitsamt Raketen und Bomben. Spätestens da wird klar, in der Geschichte kann etwas nicht stimmen, das sind „Schnuckis“ Tagträume. Da platzt immer wieder der Musiker Heiko Kunde aus dem Kleiderschrank, um in aberwitzigen Kostümen zu singen und Gitarre zu spielen.

„Typisch Czech“, waren sich die Gäste einig. Regisseur, Texter und Mitschauspieler Steffen Czech hat in Wismar schon einige Stücke auf die Bühne gebracht. Die Gäste lachten und klatschten nach der gelungenen Premiere. Marion Wulf-Mixdorf aus Schwerin war mehr als begeistert. „Ich habe ein Laienstück erwartet, aber das ist höchst professionell hier, man hat den Darstellern ihre große Lust am Spiel angemerkt“, lobte sie.

Acht weitere Vorstellungen sind geplant.

 

Nicole Hollatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wismar
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Beilagen
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist