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Mecklenburg Wismar Wismar will Kitaplatz per Mausklick
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07:00 29.09.2018
In dieser Optik steht das neue System den Nutzern seit September in Rostock zur Verfügung. Suchende Eltern können ihre Daten eintragen und bekommen verfügbare Kita-Plätze angezeigt. Quelle: Heiko Hoffmann
Wismar

Die Wismarer Politik fordert den Landkreis erneut auf, ein zentrales Online-Anmeldesystem für Kita-Plätze einzurichten. Für den CDU-Antrag gab es am Donnerstag eine große Mehrheit in der Wismarer Bürgerschaft. Damit wächst der Druck auf den Landkreis Nordwestmecklenburg als Träger der öffentlichen Jugendhilfe. Denn bisher sperrt sich der Kreis.

Tom Brüggert, CDU-Fraktionsvize in der Wismarer Bürgerschaft. Quelle: Cornelia Roxin

Vom Vorteil einer solchen Plattform ist die CDU überzeugt: „ Wir wollen für alle Beteiligten, sowohl für Eltern, Kinder, Träger als auch für den Fachdienst, etwas Innovatives und Zukunftsorientiertes schaffen, denn die Suche nach einem freien Kita-Platz stellt für viele Eltern eine große Herausforderung dar.“ Unübersichtliche Mehrfachanmeldungen bei Kitas führen zu langen Wartelisten, der Kommunikationsaufwand für Eltern und Kita-Leitungen sei enorm. Fraktionsvize Tom Brüggert: „Eine übersichtliche und einheitliche Online-Plattform, die sämtliche Träger Wismars vernetzt, könnte die Suche nach einem verfügbaren Kita-Platz deutlich erleichtern.“

Rückblick: Bereits im September 2017 hatte die CDU-Fraktion einen Antrag zum Online-Anmeldesystem für Kitas in die Bürgerschaft eingebracht. Die Stadt hatte darauf verwiesen, dass der Landkreis als Träger der öffentlichen Jugendhilfe ein solches Online-System einrichten und betreiben müsste. Daraufhin wurde beschlossen, dass der Bürgermeister Gespräche mit dem Landkreis zwecks Einrichtung eines zentralen Online-Anmeldesystems in Wismar führt.

Im Februar 2018 brachte die CDU im Kreistag den Antrag ein, dass die Landrätin die Einrichtung eines solchen Systems für ganz Nordwestmecklenburg prüfen solle. Dafür gab es eine Mehrheit von 37 Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen und neun Nein-Stimmen.

Im Prüfbericht vom Juli 2018 teilt der Landkreis unter anderem mit, dass die Einführung eines „zentralen Online-Anmeldesystems für Kindergarten- und Kinderkrippenplätze im gesamten Landkreis unter Berücksichtigung der organisatorischen und technischen Barrieren und erforderlichen Ressourcen nicht empfohlen“ wird. Der Bedarf wird zwar gesehen, eine gesetzliche Notwendigkeit gebe es aber nicht.

In Wismar stößt das auf Unverständnis. Die CDU lässt nicht locker. Brüggert: „Damit geben wir uns nicht zufrieden.“ Daher wurde am Donnerstag das Thema erneut auf die Tagesordnung gesetzt. Die Bürgerschaft fordert die Landrätin auf, die Einrichtung eines Kita-Online-Anmeldesystems vorzunehmen. Als Beispiele werden Schwerin und das Amt Lützow-Lübstorf in Nordwestmecklenburg aufgeführt.

Der Ton wird rauer. Senator Michael Berkhahn (CDU), auch Mitglied im Kreistag, sprach von Dickfälligkeit und dass sich der Landkreis vom Acker machen wolle. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD), ebenfalls Kreistagsmitglied, sieht ein solches Portal als sehr positiv. „Aber bitte an der richtigen Stelle.“ Das sei der Kreis. Beyer: „Kitas kennen keine Kreisgrenzen.“ Kerstin Adam (SPD) nannte es eine „Unverschämtheit, wie der Kreis mit uns umgeht“. René Domke (FDP/Grüne) forderte ebenfalls, dass Eltern und Kitas mit einem solchen Portal Erleichterung erfahren sollten. Die Linke stimmte nicht für den Antrag, allerdings erklärte auch Fraktionschefin Christa Hagemann, dass es Aufgabe des Kreises sei und man ihm „gehörig auf die Puschen treten“ müsse.

Über ein online-basiertes Anmeldesystem haben Eltern nicht nur die Möglichkeit sich über die Angebote diverser Träger zu informieren, sondern auch die Anzahl freier Plätze der jeweiligen Kitas einzusehen und sich zugleich anzumelden. Die Kita-Leiter können dann die Platzvergabe prüfen und darüber entscheiden.

Seit September gibt es den Service auch in der Hansestadt Rostock. Entwickelt wurde die Technik in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband „Elektronische Verwaltung in MV“ und der Softwarefirma Tolina.

Deutlich wurde in der Bürgerschaft, dass die Politik im Zuge der Haushaltsplanung für den Landkreis personelle und finanzielle Mittel für die Einrichtung eines solchen Portals bereitstellen müsste.

Heiko Hoffmann

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