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Wismar Wismarer Bahnprojekt wird 27 Millionen Euro teurer
Mecklenburg Wismar Wismarer Bahnprojekt wird 27 Millionen Euro teurer
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17:27 21.03.2019
Das Bahnprojekt in der Poeler Straße, bei dem sich Straße und Gleise nicht mehr kreuzen, wird mehr als doppelt so teuer wie geplant. Quelle: Deutsche Bahn
Wismar

Kostenexplosion beim Bahnprojekt in der Wismarer Straße. Nach aktueller Planung kostet das Vorhaben 52 Millionen Euro. Das sind 27 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.

Autos und Bahn sollen sich in der Poeler Straße nicht mehr kreuzen – mit Fotos der bisherigen Arbeiten

„Es gibt verschiedene Gründe dafür“, sagt Andreas Kruse, Arbeitsgebietsleiter im Projektmanagement der Deutschen Bahn. Die Bahn ist für das Vorhaben zuständig. Kruse: „Das größte Problem ist die Baukostensteigerung, die wir zur Zeit auf dem Markt erleben. Die Vergaben von 2018 sind etwa doppelt so teuer geworden wie die geplanten Kosten.“

Die Bahn hatte im Jahr 2012 das Planrecht beantragt, 2015 sollte gebaut werden. Jetzt ist der Baubeginn für die Hauptarbeiten 2020. Kruse: „Fünf Jahre später heißt natürlich auch Preissteigerungen.“

Vertreter der Bahn haben die Mitglieder der Bürgerschaft am Montag über die neue Entwicklung intern informiert.

Wo kommt das Geld her?

Nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz teilen sich Bahn, Land und Stadt zu je einem Drittel die Kosten. Bisher war von 25 Millionen Euro die Rede. Für Wismar waren das rund acht Millionen Euro. Durch eine 75-prozentige Förderung aus Landesmitteln wären für Wismar rund zwei Millionen Euro übrig geblieben.

"Wir ärgern uns sehr über diese Kostensteigerung, wir sprechen hier immerhin von einer Verdopplung der Kosten." Thomas Beyer, Bürgermeister Wismar Quelle: Heiko Hoffmann

Und jetzt? Nach der Kostendrittelung entfallen auf Wismar rund 17 Millionen Euro. Bisher gab es Förderzusagen aus den drei Ministerien für Wirtschaft, Infrastruktur und Inneres. Die Bahn, so Andreas Kruse, werde die Stadt bei den Gesprächen mit den Ministerien begleiten. Es gehe um die gleiche Höhe der Förderquote, „möglichst sogar mehr“.

Hansestadt ist verärgert

Alles andere als begeistert reagiert Bürgermeister Thomas Beyer (SPD): „Wir ärgern uns sehr über diese Kostensteigerung, wir sprechen hier immerhin von einer Verdopplung der Kosten. Durch das Eisenbahnkreuzungsgesetz ist die Stadt verpflichtet, ein Drittel der Kosten zu tragen – unabhängig davon, wie hoch diese am Ende sind.“ Beyer bestätigt, dass die Stadt ihren Anteil vom Land zu einem gewissen Prozentsatz gefördert bekommt. Das werde hoffentlich auch bei den Mehrkosten so sein.

Die Gespräche dazu laufen bereits. Beyer: „Wir spüren auch Wohlwollen vonseiten des Landes. Allerdings rechnen wir mit einem Eigenanteil, der nach aktuellem Strand bei circa vier Millionen Euro liegt. Diesen Schlag ins Kontor können wir im Hinblick auf den ohnehin bestehenden Investitionsstau auch kaum alleine verdauen, insbesondere, wenn man die vielen Projekte anschaut, die bereits in der Pipeline sind.“

Kann das Projekt noch scheitern?

„Wichtig ist für uns die Botschaft, dass wir als Vorhabenträger Deutsche Bahn weiter am Projekt festhalten“, so Kruse. Im Mai/Juni 2020 sollen die Hauptarbeiten losgehen. Die Straße am Ende an einer Stelle unter drei Gleisen verlaufen. Die beiden Bahnübergänge entfallen damit. Zeitgewinn und mehr Sicherheit sind die Gründe für das Millionenprojekt. Die Poeler Straße soll ab Mai 2020 für ein Jahr komplett für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Kruse. „Voraussetzung ist, dass wir die Finanzierung geklärt kriegen.“

Der Arbeitsgebietsleiter im Projektmanagement ist zuversichtlich, weil man alle Beteiligten frühzeitig informiert habe. „Wir wollen jetzt die Weichen stellen, damit wir beim geplanten Ablauf bleiben.“ Im Sommer 2021 soll das Trogbauwerk fertig sind. Anschließend folgt die Straßenanpassung zum Poeler Tor, die Kreuzung soll mit zusätzlichen Abbiegespuren ausgebaut werden. Dies werde sich zeitlich sich bis ins Jahr 2022 hinziehen.

Verschiebung um ein Jahr

Die vorbereitenden Arbeiten für die Straßenunterführung sind voll im Gange. Leitungen werden seit Monaten im großen Stil umverlegt.

Im Oktober 2018 hatte die Bahn mitgeteilt, dass sich das gesamte Vorhaben um ein Jahr verzögert. Als Hauptgrund für die Verschiebung wurde die Sicherung der Gebäude Nummer 6 und 9 in der Poeler Straße sowie der Abriss der benachbarten Häuser Nummer 2, 4, 5 (Kellergeschoss) und 7 angegeben. Eigentlich sollten die Arbeiten im März 2018 beginnen. Doch zwei Ausschreibungen waren erfolglos. Erst im dritten Anlauf hatte die Bahn Erfolg. Der Verzug von fünf Monaten sei nicht aufzuholen, hieß es. Jetzt laufen diese Arbeiten.

Heiko Hoffmann

Dörte Michaelis ist freischaffende Künstlerin in Vogelsang bei Wismar. Auf ihrem Grundstück stellt sie Keramikarbeiten aus und bietet im Sommer auch Töpferkurse und „Ferien im Vogelhaus“ an.

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