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Wismar Wismarer Polizeiauto nun doch kaputt
Mecklenburg Wismar Wismarer Polizeiauto nun doch kaputt
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16:45 03.01.2019
Beim Hochwasser am Mittwoch fuhr das Polizeiauto durch das Wasser und ging „baden“. Quelle: Heiko Hoffmann
Wismar

 Das Polizeiauto, das am Mittwoch beim Hochwasser in Wismar „baden“ ging, ist nun doch kaputt. Nachdem der Motor am Mittwoch noch angesprungen sei, „versagte er heute seinen Dienst“, so Axel Köppen, Sprecher der Polizeiinspektion Wismar am Donnerstag.

Das Auto wurde zur Ermittlung des Schadens und der Reparatur in eine Werkstatt gebracht. Die Höhe des Schadens sei noch unbekannt. Köppen: „Ob die Beamten für den entstandenen Schaden aufkommen müssen, wird derzeit durch die Polizeiinspektion Wismar geprüft.“ 

Beamte überwachten selbst Straßensperre

Die Streifenbeamten des Polizeihauptreviers Wismar befanden sich nach Angaben des Sprechers am Schiffbauerdamm und überwachten unter anderem die Einhaltung der dortigen Straßensperre. Diese hatte die Stadt wegen des Hochwassers veranlasst. Köppen: „Als dann ein Fahrzeug die Sperrung missachtete, versuchten die Beamten, dem Kleintransporter zu folgen und fuhren in den vom Wasser bedeckten Teil der Straße ein. Bereits nach kurzer Zeit bemerkten die Kollegen, dass sie den Wasserpegel unterschätzt hatten.“ Bevor sie wieder festen Boden unter den Rädern hatten, „versagte der Streifenwagen seinen Dienst“.

Der Wagen wurde in der Folge durch die Feuerwehr geborgen und mit einem Abschleppfahrzeug zur Dienstelle verbracht.

Bilder der Rettungsaktion vom Polizeiauto beim Wismarer Hochwasser am 2. Januar

Die Aktion hat große Welle geschlagen. Videos und die Fotos sorgten für jede Menge Gesprächsstoff. Auch in Polizeikreisen. Von einer „peinlichen Negativwerbung“ sprach ein Beamter.

„Die Polizei sollte doch sowas wissen“

In den sozialen Medien sahen sich Tausende Nutzer die „Wasserfahrt“ an. Entsprechend fielen die Kommentare aus. Andreas Siebeck schreibt: „Selbst schuld, wenn man so schnell durchs Wasser fährt!“ Ähnlich äußert sich Martin Westphal: „Vielen Dank an die Polizei, die in eindrucksvoller Weise zeigt, dass man mit seinem Fahrzeug nicht grob fahrlässig in überflutete Gebiete fährt.“ Moritz Mahnel meint: „Man kann auch langsamer fahren oder am besten gar nicht. Die Polizei sollte doch sowas wissen.“

Polizisten blieben im Auto sitzen

Während der Rettungsaktion blieben die beiden Beamten im Auto sitzen. Dazu schreibt Birgit Steiner: „Die beiden saßen während der Rettung im Trockenen, haben sich nicht aus dem Auto bewegt.“ Mit Humor sieht es Nicki Lein: „Blaulicht an, vielleicht macht dass Wasser Platz für eine Rettungsgasse.“ In vielen Kommentaren wird gefordert, dass die Beamten für den Schaden aufkommen sollten, auch für den Einsatz der Feuerwehr. Thaddäus Gummel bringt die Diskussion auf den Punkt: „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.“

Wagen mit Winde aus dem Wasser gezogen

Das Polizeiauto war am Mittwoch gegen 11 Uhr „baden“ gegangen. In Höhe Wassertor musste es unfreiwillig „parken“. Das Auto war am Mittwoch zunächst in Richtung Schiffbauerdamm unterwegs. Die Straße war zu dem Zeitpunkt für den Verkehr gesperrt. Wenige Augenblicke später fuhr das Auto dann erneut durch das Hochwasser. Das misslang. Mit technischem Defekt blieb es stehen. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) und Ronny Bieschke, Chef der Wismarer Berufsfeuerwehr, verschafften sich zu dem Zeitpunkt gerade einen Überblick über das Hochwasser vom Lohberg aus und waren so auch Augenzeuge der Aktion. Bieschke organisierte Hilfe. Die Freiwillige Feuerwehr Friedenshof rückte an. Mit einer Winde wurde der Wagen aus dem Wasser gezogen. Mitglieder der Feuerwehr schoben das Polizeiauto an den Fahrbahnrand.

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