Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Wismarer Senioren haben jetzt einen Rollator-Parcours
Mecklenburg Wismar Wismarer Senioren haben jetzt einen Rollator-Parcours
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:56 20.04.2018
Marita Reinke von der Verkehrswacht geht mit Erna Harloff (83) über den Rollator-Parcours. Quelle: Kerstin Schröder
Wismar

Auf den ersten Blick wirkt der Parcours unscheinbar: Er ist gerade einmal drei Meter lang und nicht einmal einen Meter breit. Doch die kleine Trainingsstrecke hat es in sich. Sechs verschiedene Oberfläche müssen bewältigt werden. Seniorin Erna Harloff wagt die Herausforderung. Mit ihrem Rollator betritt die Wismarerin die dünne Holzstrecke und muss sich einigen Herausforderungen stellen: Oberflächen, die glatt, steinig und rillig sind. Die 83-Jährige meistert den Parcours problemlos und ist davon nicht überrascht: „Mein Rollator ist leicht und bequem zu lenken“, erzählt die Seniorin. Doch nicht alle Wismarer Rentner sind so geübt mit ihrer Gehhilfe. Deshalb hat die Verkehrswacht einen Rollator-Parcours gekauft. „Mit dem fahren wir zu Senioren-Einrichtungen, um kleine Übungen zu ermöglichen“, erklärt Sybille Runge von der Verkehrswacht. Denn die Zahl der älteren Menschen, die einen Rollator als Gehhilfe nutzen, sei in den letzten Jahren stark angestiegen. Außerdem würden viele Gehwagen gekauft, ohne sich vorher über die Qualität zu informieren. „Es gibt 15 Kilogramm schwere Rollatoren, mit denen kommt man schwer voran – das kann auf den Straßen gefährlich werden“, warnt Runge. Neben Übungen auf dem Parcours wird deshalb auch über den Umgang mit Rollatoren informiert.Eingeweiht haben den ersten Wismarer Rollator-Parcours gestern die Bewohner des Seniorenheims in der Störtebekerstraße. Mit dabei sind Harald Schießer, Präsident des Lions-Club Wismar, und Gerhard Raabe von der Bürgerstiftung gewesen. Sie haben den Erwerb des Trainingsparcours unterstützt. Kostenpunkt: 700 Euro. Ein Tischler hat ihn in Handarbeit hergestellt. „Eigentlich dachten wir, die Verkehrswacht kümmert sich nur um Schulanfänger und andere Kinder. Aber als uns das Projekt vorgestellt wurde, war klar, da helfen wir“, betont Schießer. Außerdem habe er in seiner Familie miterlebt, dass der Umgang mit dem Rollator erst gelernt werden muss. „Um immer sicher über jeden Untergrund zu kommen, ist Training wichtig“, sagt Sybille Runge. Was viele Senioren nicht wüssten, es gäbe auch Gehwagen-Leichtgewichte aus Carbon, die nur rund 5 Kilogramm wiegen. Erna Harloff hat so ein Modell. Denn früher, als sie noch nicht im Seniorenheim lebte, hätte sie Treppen steigen müssen. Und das sei mit einem schweren Rollator sehr beschwerlich. Wie Sybille Runge berichtet, muss jeder, der einen Rollator benutzt, sich täglich vielen Herausforderungen stellen: dem Einstieg in den Bus, der Überwindung von Bordsteinkanten oder dem unterschiedlichen Material von Straßen und Gehwegen. Das Besondere in Wismar ist: In der Welterbestadt gibt es viele Pflastersteine. „Dafür braucht man gut eingestellte Hilfsmittel und man muss sie richtig benutzen“, betont Runge. Genau das wollen die Mitarbeiter der Verkehrswacht so viele Senioren wie möglich beibringen. Deshalb touren sie mit dem Parcours jetzt durch verschiedene Einrichtungen. „Mit diesem Training bleiben Senioren mobil. Und weil es immer mehr ältere Menschen gibt, sind diese Übungen mittlerweile bundesweit zum Trend geworden.“

Schröder Kerstin

Nach einer Auseinandersetzung unter Jugendlichen in Wismar sucht die Polizei nach Zeugen.

20.04.2018

Wismar. Ein Lkw-Fahrer Mann ist bei einem Auffahrunfall am Mittwoch auf der A 20 bei Wismar schwer verletzt worden.

19.04.2018

Die Bürgerstiftung der Hansestadt Wismar hat 2012 ein Projekt initiiert / Sieben Schulen beteiligen sich

19.04.2018