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Wismar Studenten zeigen Fotografie als Kunstmittel
Mecklenburg Wismar Studenten zeigen Fotografie als Kunstmittel
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18:29 07.11.2018
Die Bilder von Katrin Michaelski-Möller zum Thema Depression treffen das Thema sehr gut. Quelle: Nicole Hollatz
Wismar

Jordi Ashworth, Babette Liebisch, Katrin Michalski-Möller, Philipp Ring, Henriette Simons und Steffen Stender zeigen derzeit ihre Arbeiten in der Gerichtslaube im Wismarer Rathaus. Sie sind Studierende aus der Fotoklasse von Professor Knut Wolfgang Maron-Dorn, der regelmäßig diese „Neue Subjektivität“ als Gegenpol zur Beliebigkeit der heutigen Schnellschussfotografie zur Ausstellungsreife begleitet.

Sonst immer im Baumhaus beheimatet, wurde nun eine lange Ausstellungswand in die Gerichtslaube gestellt, um den Arbeiten einen würdigen Platz zu bieten. „Eine starke Gruppe“, kommentiert der Hochschulprofessor mit Blick auf die Arbeiten. „Ich versuche, keine Schule zu bieten, sondern jeden in die Lage zu versetzen, am Ende des Semesters das kreative Potenzial in sich zu entdecken“, beschreibt er. Fotografie als Kunstmittel, als starke Ausdrucksmöglichkeit und nicht nur als technische Abbildung der Wirklichkeit – das hat was.

„Das Experiment, das Ausprobieren gehört zum Künstlersein dazu“, kommentiert Steffen Stender, 23 Jahre alt und im 7. Semester Kommunikationsdesign und Medien an der Wismarer Hochschule. Er zeigt Anthotypien. Ausgangspunkt ist die klassische Fotografie, das Bild wird in Schwarz-Weiß umgewandelt und auf Overheadfolie gedruckt. „Ein Aquarellblatt wird mit Rotwein zum Beispiel bestrichen und getrocknet“, erklärt der Student. Dann kommt die Folie mit dem Bild auf das Papier, wird fixiert zwischen zwei Glasplatten und in die Sonne gepackt – dort, wo das UV-Licht durch kommt, bleicht das Rotweinblatt aus. Auch Henriette Simons hat solche Handabzüge auf Aquarellpapier gestaltet, hat wilde Kräuter mit Rotkohlsaft, Gladiole oder Brombeeren „entwickelt“ zu ihrer „Permakultur“.

Jordi Ashworth, ein Student aus Kanada, zeigt zwei Wismarbilder aus der Drohnenperspektive. Die bunten Linien der Parkplatzfläche erheben beziehungsweise reduzieren das Foto zur grafischen Arbeit. Ganz anders die Serie „Nudes“ - Nackte – von Babette Liebisch, deren Akte gleichzeitig an klassische Ölgemälde und an expressiv bewegte, weil länger belichtete, Fotografien erinnern und so eine starke Intimität erzeugen.

Philipp Ring hat für seine Serie „Slit-Scan“ einen unbelichteten Kleinbildfilm zurück gespult und gleichzeitig die Kamera bewegt, so dass aus der Kombination aus Filmgeschwindigkeit und Motivbewegung spannende „Panoramen“ entstanden.

Klassischer im Sinne der dokumentierenden Fotografie ist die zweite Serie von Henriette Simons. Sie hat im Norden des Senegals fotografiert und auf berührende Art und Weise den Alltag der Menschen dort festgehalten. Auch die Serie von Katrin Michalski-Möller berührt den Betrachter. Sie hat sich nach der eigenen Betroffenheit mit dem Thema Depression auseinander gesetzt und das, was sonst nicht sichtbar ist, sichtbar gemacht in starken Bildern. Ein Mann wird von schwarzen Händen und Armen auf ein Bett gedrückt, offensichtlich unfähig sich bei dieser dunklen Übermacht zu erheben. „Die Fotoserie ist ein Stück von mir. Das sind Dinge, die ich erlebt habe und die man nicht in Worte fassen kann“, beschreibt sie.

Bis zum 23.11. ist die Ausstellung in der Gerichtslaube zu sehen, jeweils montags bis freitags von 10 bis 18, am Wochenende bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Nicole Hollatz

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