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Wismarer Werkstätten geht es um Teilhabe

Wismar Wismarer Werkstätten geht es um Teilhabe

Seit 25 Jahren kümmert sich die Einrichtung um Menschen mit Behinderung / Gestern wurde gefeiert

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Mandy Mannowsky arbeitet seit 21 Jahren in den Wismarer Werkstätten. Der Keramik-Seestern für die Ausstellung entstand in einem Workshop.

Wismar. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden haben gestern in St. Georgen die Arbeit der Wismarer Werkstätten gewürdigt. Anlass war deren 25-jähriges Bestehen.

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Seit 25 Jahren kümmert sich die Einrichtung um Menschen mit Behinderung / Gestern wurde gefeiert

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Was 1990 mit einer Elterninitiative begann, hat sich heute zu einem der größten Arbeitgeber der Region entwickelt. Mehr als 500 Menschen mit Behinderung leben, lernen und arbeiten in den unterschiedlichen Einrichtungen. Unter anderem produzieren Frauen und Männer in den Werkstätten Kabelsteckverbindungen für die Automobilindustrie, fertigen Paletten für den weltweit größten Möbelhersteller, pflegen Grünanlagen in Wismar, verpacken CDs und DVDs.

Sylvia Hölscher lächelt. „Schön“, sagt sie und blickt sich um. Auf die Bilder an der Wand, die entstanden sind in einem einwöchigen Workshop, die Keramiken, auf die Frauen und Männer, die vor Trommeln sitzen. Hölscher war damals Teil der Elterninitiative, die noch vor der Wende ihren behinderten Kindern Bildung ermöglichen wollte. „Unsere Kinder galten in der DDR als schulbildungsunfähig, das wollten wir so nicht hinnehmen.“ Die Eltern gründeten die Lebenshilfe und bewarben sich um die Trägerschaft einer Schule. Knapp ein Jahr später entstanden daraus die Wismarer Werkstätten.

Kein Redner, der gestern nicht die Leistung der Werkstätten lobte. Ihren Ansatz, dass Teilhabe nicht bedeute, nur Rezipient zu sein, sondern auch Schöpfer, wie Thilo Werfel, einer der beiden Geschäftsführer, im Hinblick auf die Ausstellung sagt. Die Ausstellung solle jene Menschen in den Mittelpunkt rücken, für die die Werkstätten einst gegründet worden seien. Allein beim Malen bleibt es nicht: Sie töpfern, trommeln, schauspielern – zum Beispiel auf der Bühne beim „Faust“ in St. Georgen. „Wir haben von Anfang an Künstler von außen geholt, um die Kreativität der Menschen zu fördern“, sagt Sylvia Hölscher.

Die jungen Menschen von einst sind heute Mitte 50. Die meisten leben bei ihren Eltern, die sich um sie kümmern. „Wenn die eines Tages nicht mehr sind, fehlt die Betreuung – wir brauchen also neue Möglichkeiten und Angebote für betreutes Wohnen“, blickt Hartmut Bunge, ebenfalls Geschäftsführer der Werkstätten, in die Zukunft. Gemeinsam mit den Gesellschaftern würden dafür schon Ideen gesammelt.

Nicole Buchmann

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