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Wismar Wismarer bringt Kindern das Schwimmen bei
Mecklenburg Wismar Wismarer bringt Kindern das Schwimmen bei
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07:18 05.12.2018
Warm machen fürs Schwimmen - Harald Schütt (75) trainiert jeden Montag eine Kindergruppe. Quelle: Kerstin Schröder
Wismar

“Los, Alexander, ab“. Harald Schütt gibt das Kommando zum Losschwimmen. Nacheinander stoßen sich die Kinder mit den Füßen vom Beckenrand ab und ziehen ihre Bahnen durchs Wasser – erst vorwärts, dann auf dem Rücken. Auch der Kopfsprung wird geübt. Den findet Pepe (7) besonders „cool“. Der Wismarer Junge genießt das Training. „Es macht Spaß und ich werde immer besser“, freut er sich.

Mit 75 am Beckenrand

Warm machen fürs Schwimmen - Harald Schütt (75) trainiert jeden Montag eine Kindergruppe. Quelle: Kerstin Schröder

Das Kindertraining ist möglich, weil Menschen wie Harald Schütt das in ihrer Freizeit tun. Jede Woche kommt der 75-Jährige dafür ins Wonnemar. Er ist Mitglied der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Wismar. Deren Mitglieder kümmern sich jedes Jahr um Hunderte Kinder und Erwachsene. Menschen aus sozial schwachen Familien, die schwimmen lernen wollen, die eine schwere Krebskrankheit besiegt haben oder die bei Wettkämpfen starten wollen. Und die Rettungsschwimmer helfen bei Havarien und Katastrophen. Um diese tolle Arbeit zu unterstützen, sammelt die OSTSEE-ZEITUNG mit ihrer Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ Geld für die ehrenamtlichen Helfer der DLRG-Ortsgruppe Wismar.

Gründungsdatum der 2. Mai 1990

Harald Schütt ist ein Gründungspfeiler der Gruppe. Zusammen mit Frank Lüneburg hat sie ins Leben gerufen: Das Gründungsdatum ist der 2. Mai 1990. „60 Freunde der Wasserrettung sind damals dabei gewesen“, erinnert sich der Wismarer. Ziel sei es gewesen, dass die Wasserrettung nach der politischen Wende eine selbstständige Einheit wird. „Damit wir die Geschicke in die eigenen Hände nehmen konnten“, ergänzt Schütt. Eine Funktionärsebene habe es von Beginn an nicht gegeben. „Man geht nicht in einen Verein, um Präsident zu werden. Diejenigen, die die Arbeit machen, haben auch das Sagen“, betont er. 25 Jahre lang sei er der erste Vorsitzende der Ortsgruppe gewesen. Danach hat er dieses Amt abgegeben.

Harald Schütt (l.) moderiert auch das DLRG-Wismarbuchtschwimmen, das jeden Sommer von der Insel Poel bis nach Hohen Wieschendorf führt. Quelle: Heiko Hoffmann

Noch viel länger als 25 Jahre trainiert Harald Schütt Kinder, bildet sie zu Schwimmern aus, danach zu Rettungsschwimmern. Zurzeit sind es zwölf Mädchen und Jungen im Alter von acht bis 13 Jahren. Jeden Montag von 14 bis 15 Uhr macht er sie schneller und geschickter im Wasser. „Ich mache die Kinder für Wettkämpfe fit“ , berichtet er. Dass sie das Zeug dafür haben, davon ist er überzeugt. „Einmal im Jahr führen wir ein Sichtungsschwimmen durch, wo wir neue Talente finden“, erzählt Schütt.

Schlosser und Lehrer

Er selbst hat 1959 am Roten See bei Brühl einen Rettungsschwimmer-Kurs absolviert. Der ist Teil eines Ferienlagers der Wismarer Werft gewesen. Schütt hat früher als Schlosser auf der Werft gearbeitet, später dann als Lehrer für Mathematik und Philosophie. Doch privat hat er nur eine große Leidenschaft: das Schwimmen. Manchmal moderiert er das auch – und zwar das Wismarbucht-Schwimmen, das die DLRG jeden Sommer organisiert: eine 3,5 Kilometer lange Strecke von der Insel Poel bis nach Hohen Wieschendorf.

Hunderte Schwimmer ausgebildet

Im Laufe der vielen Jahre hat der Wismarer Hunderte Schwimmer ausgebildet. Und natürlich hat er auch an der Ostseeküste auf unzählige Badegäste aufgepasst. „Meine schönste Dienst hatte ich auf der Insel Hiddensee“, erzählt er. Auch in Wismar-Wendorf hat er auf den Wachtürmen Dienst gemacht – und einmal ein Paddler-Ehepaar gerettet, das sich mit letzter Kraft an ihrem gekenterten Boot festhielt. Menschen zu helfen, mache ihn glücklich. Und auch die leuchtenden Augen zu sehen von den Kindern, die er trainiert. „Die funkeln so schön, wenn sie etwas gelernt haben und sich darüber freuen“, betont er. Und genau deshalb möchte Harald Schütt solange am Beckenrand weitermachen wie es geht – unentgeltlich. Nur für ein Dankeschön und die leuchtenden Augen seiner kleinen und großen Schwimmer.

Spenden für zwei Vereine

Die diesjährige OZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ in Wismar unterstützt das ehrenamtliche Engagement - das der Rettungsschwimmer und des Vereins „Jauxi!Entertainment“. Die beiden Wismarer Vereine haben sich zu wichtigen Pfeilern im sozialen Bereich der Stadt entwickelt und sind auf Spenden angewiesen, um ihre großartige Arbeit fortführen zu können.

100 Jugendliche aus Wismar und dem Landkreis Nordwestmecklenburg stehen hinter „Jauxi!Entertainment“. Gemeinsam bringen sie in ihrer Freizeit Musicals auf die Bühne. Dafür proben sie oft stundenlang nach der Schule – mit riesigem Erfolg. Ihre ersten beiden Aufführungen haben für ausverkaufte Häuser in Wismar gesorgt und Hunderte Zuschauer begeistert. Das dritte Musical ist in Planung. Die Jugendlichen brauchen dringend Geld für weitere Produktionen – für Gesangsprofis, die sie unterrichten, Kostüme und Bühnenbilder.

Wenn auch Sie, liebe Leser, die OZ-Weihnachtsaktion unterstützen möchten, können Sie auf folgende Konten spenden – mit dem Kennwort „Helfen bringt Freude“:

Bei der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest: Empfänger DLRG Wismar, IBAN: DE98140510001006025185

Bei der Volks- und Raiffeisenbank: Empfänger Jauxi!Entertainment, IBAN: DE52140613080104132610

Die Namen der Spender werden in der OZ veröffentlicht. Wer das nicht möchte, gibt das bitte bei der Überweisung an.

Kerstin Schröder

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