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Wismarer feiern 500 Jahre Reformation

Wismarer feiern 500 Jahre Reformation

Das Gefühl für „Freiheit und Glaube“ wurde mit Theater und Spektakel erlebbar gemacht

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„Nevers Schweigen“ in Georgen: Die beiden Wismarer Reformatoren Heinrich Never (Francis Martiny, rechts) und daneben Clemens Timme (Steffen Arndt) vor dem Volk und dem „Teufelskerl“ (Helge Sengpiel). FOTOS (3): NICOLE HOLLATZ

„Ein unglaublicher Tag und ein großartiger Abschluss“, fasste Pastor Roger Thomas den vergangenen Samstag zusammen. Das ganze Wochenende feierten die Menschen in Wismar – Gläubige, Christen, Atheisten, Kunstinteressierte und Zufallsgäste – das Reformationsjubiläum. Unter dem Credo „Freiheit und Glaube“ lockten zahlreiche Veranstaltungen zur Auseinandersetzung mit dem, was vor 500 Jahren die Welt veränderte und bis heute verändert.

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Das Gefühl für „Freiheit und Glaube“ wurde mit Theater und Spektakel erlebbar gemacht

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Der Höhepunkt am Samstagabend, die ausverkaufte Premiere von „Nevers Schweigen“ in St. Georgen, endete mit stehenden Ovationen und minutenlangem Applaus für die Akteure. Und mit der Botschaft, die beim Glauben das Wichtigste sein sollte: „In unsere Freiheit werden wir singen, und unsere Stimmen erheben. Die Chöre der Vielfalt werden klingen und den Glauben neu beleben.“ Gesungen aus 200 Kehlen, sechsstimmig aus sechs verschiedenen Chören, immer lauter, immer intensiver werdend und so das in die Welt hinaus bringend, was die Reformation heute noch aus macht. Zwei Stunden modernes Theater erlebten die Gäste in St. Georgen. Die mit Großmasken austauschbar gemachten Nebendarsteller – das Volk – bekamen Brotkrumen zugeworfen zur Beruhigung, nachdem der Rat selbst vorher mit dem Getreide spekuliert hat. Francis Martiny spielte den „Wismarer Reformator“ Heinrich Never, der sich ins Graue Kloster zurückziehen musste, der schweigen musste. Die Gäste erlebten intensive Tanzszenen, etwas Situationskomik als Gegenpol zu den doch meist ernsten Themen, viele Symbole und eine Melodie, die sich wie ein roter Faden durch das Musiktheaterstück zog und als Ohrwurm der Reformation zurück bleibt. Beeindruckend, was Lars Maué (künstlerischer Leiter), Johanna Kanka-Maué (Tanzchoreografie, Kostüme) und John Carlson (Komposition) zusammen mit vielen Helfern, Ehrenamtlern und natürlich den Geldgebern für so ein Großprojekt auf die Beine gestellt haben.

Den ganzen Tag über konnten die Menschen Theater rund um das Thema Reformation erleben, auch wenn der Zeitplan nicht ganz aufging.

„Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt! Irgendwie muss sich ja das ganze Theater finanzieren, also heißt es ein wenig abzulassen. Das nimmt Ihnen die Sünde der Gier, der Habsucht und der Gefallsucht. Das Paradies will verdient sein“, rief Micha Glockemann den Gästen in St. Nikolai zu. Die lachten, warfen ein paar Münzen in die Kiste und folgten dem Spielmann mit seinem weißen Faden von Ort zu Ort in der Kirche. Hörten Orgelklänge, sahen gruslige Dämonen und mystische Szenen. Den Ablass sammelte er immer wieder zwischendurch ein, sicher ist sicher!

Eine Zeitreise ins späte Mittelalter, in die Zeit der Ritterkämpfe und Pfeffersäcke erlebten die Menschen auf dem Fürstenhof. „Nicht nachmachen, Kinder!“, klärte Kämpfer Mike Mrosek vom Rabenbanner e.V. die kleinen Gäste auf, bevor die Schwerter klirrten. „Bist du tot?“ – „Ja!“ – die Action war auch unterhaltsam. Gewonnen hat übrigens der Ritter mit Knobi und Zwiebeln im Bohneneintopf als Geheimrezept auf dem Schlachtfeld! Im Hof der Heilig-Geist-Kirche erklärte Dachdecker Frank Timm, wie Mönch und Nonne ein Kirchendach dichtmachen und ließ die Kinder ein Minidach mitdecken. „Da zeigt sich schon, wer das Zeug zum Handwerker hat!“, lachte er.

Das Resümee der Gäste fiel größtenteils sehr positiv aus. Zu den wenigen Kritikpunkten gehörten die teils schlechte Akustik und die Zeitverschiebungen bei den Theateraufführungen tagsüber.

„Grandios und höchst professionell, wie -modernisiert so ein 500 Jahre altes Thema aufgeführt wurde“, lobte Joachim Winkler das Musiktheaterstück „Nevers Schweigen“. Viele fügten dem Lob auch ein „Schade, dass es nur einmal gezeigt wird“ hinzu.

Nicole Hollatz

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