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Wismarer sammeln 7000 Euro für „Schabbell-Epitaph“

Wismar Wismarer sammeln 7000 Euro für „Schabbell-Epitaph“

Zum festlichen Bankett in St. Nikolai kamen 150 Gäste. Landrätin Kerstin Weiss servierte Bürgermeister Beyer das Tomatensüppchen.

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Moderator Norbert Bosse und Landrätin Kerstin Weiss (SPD) servierten als Prominente traditionell die Suppe, hier an Landtagsmitglied Tilo Gundlack (SPD, v. l.), Katharina Knop und Thomas Agerholm von der HW-Leasing sowie Bürgermeister Thomas Beyer (SPD). Fotos (2): Nicole Hollatz

Wismar. 150 Gäste aßen und feierten am Sonnabendabend in der Wismarer St. Nikolaikirche für den guten Zweck. Zum sechsten Mal lud das Unternehmen HW-Leasing zusammen mit der Kirchgemeinde, vielen Sponsoren und Ehrenamtlichen zum festlichen Nikolaibankett. „Die Kosten für das Benefizbankett wurden im Vorfeld über Sponsoren getragen“, so Thomas Agerholm vom Unternehmen als Initiator der jährlichen Aktion. „So kommt jeder gespendete Beitrag dem Schabbellepitaph zugute.“

Und die Gäste spendeten. Schon vor Beginn des Festessens kamen per Überweisungen 5100 Euro auf das Kirchenkonto zusammen. Im Laufe des Abends wuchs der Beitrag auf über 7000 Euro. „Erfahrungsgemäß

überweisen einige Gäste auch noch nach dem Bankett“, sagte Katharina Knop von der HW-Leasing als Organisatorin des Abends.

Gelohnt hat sich der Abend schon jetzt. Denn das Mahl war ein ganz besonderes Erlebnis. Im Seitenschiff der Kirche waren die Tische festlich gedeckt worden, es gab guten Rotwein und ein Drei-Gänge-Menü. Die Ehrenamtlichen der Kirchenküche hatten tomatisierte Hähnchenherzchensuppe, gefüllte Hähnchenroulade mit Speck und Brokkoli an Kartoffeln mit Möhrchen, dazu Mecklenburger Rote Grütze an Pumpernickel bereitet. Seit Donnerstag liefen in der Küche die Vorbereitungen, um die zehn Helfer waren im Einsatz.

Die Suppe wurde auch in diesem Jahr prominent serviert — durch Landrätin Kerstin Weiss und Moderator Norbert Bosse. Die Landrätin kredenzte Wismars Bürgermeister Thomas Beyer als Schirmherr der Veranstaltung höchstselbst die Vorspeise. Zu den Gästen zählten viele bekannte Gesichter der Region, Künstler, aber auch Gemeindemitglieder bis hin zur einfachen Rentnerin. Denn die Eintrittskarte gab es umsonst mit dem Hinweis, jeder könne einen Betrag eigener Wahl spenden.

Als „singende Hobbynonnen“ begrüßten einige Mitglieder vom Chor der Hansestadt Wismar die Gäste. Musikalisch ging der Abend weiter mit Roman Samsovici an der Klarinette und Pianistin Evgenia Kaisermann als stilvolle Tischmusik. Später sangen die Musikerinnen des Chores „Gloria Trinitat“ aus Weißrussland kirchliche Lieder in einer modernen Art.

Restauratorin Annette Seiffert erklärte den Gästen anhand einiger Detailfotos, was am wertvollen Schabbell-Epitaph noch getan werden muss. „Es handelt sich um ein sehr frühes Leinwandbild. Es wurde auf 1605 datiert, in der Zeit fing man hier gerade erst an, auf Leinwand zu malen“, so Annette Seiffert. Die Reinigung des Kunstwerks und die Befestigung der Malschichten erfolgte bereits. „Nun glänzt das Gold schon bei diesem wenigen Licht!“ Die Gäste staunten. Hinrich Schabbell, einer der Ehrengäste des Abends, dankte bewegt.

Moderator Norbert Bosse und Stadtarchivar Dr. Nils Jörn stritten sodann in historischer Verkleidung als ehemaliger Bürgermeister und Ratsweinherr über die Stadt und ließen die Gäste herzlich lachen.

Die „guten Geister“ zeigten sich besorgt über Wismars leere Weinkeller und entspannen die Idee, einen Wismarer Messwein namens „Anna Schabbell“ abzufüllen. Pro Flasche solle ein Euro in die Restaurierung des Epitaphs fließen. „Und wenn der Wein nicht so streng schmeckt wie euer Weib da oben guckt, sieht es hier bald ganz anders aus!“, so Nils Jörn.

Kaufmann Schabbell
Heinrich Schabbell (1531-1600) war Kaufmann, Bierbrauer, Ratsherr und 21 Jahre lang Bürgermeister Wismars. Gelebt, gebraut und gehandelt hat er in dem Haus an der Frischen Grube, das als „Schabbellhaus“ Heimat des Stadtgeschichtliches Museums ist und derzeit saniert wird.



Beim sechsten Nikolai-Bankett kamen über 7000 Euro zusammen, 1000 Euro mehr als im letzten Jahr. Ingesamt konnten in den vergangenen sechs Jahren so fast 28 000 Euro für die Kunst in St. Nikolai gespendet werden: Sparkasse Mecklenburg-Nordwest, Konto-Nr. 1000009293, BLZ 14051000, „Schabbell-Epitaph“

 



Nicole Hollatz

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Moderator Norbert Bosse und Landrätin Kerstin Weiss (SPD) servierten als Prominente traditionell die Suppe, hier an Landtagsmitglied Tilo Gundlack (SPD, v. l.), Katharina Knop und Thomas Agerholm von der HW Leasing sowie Bürgermeister Thomas Beyer (SPD).

Ein historisches Bild in der St.-Nikolai-Kirche in Wismar muss dringend restauriert werden. Beim Bürgerbankett in der Kirche wurde nun kräftig gespendet.

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