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Wismar Wismarer unterwegs in Indiens Bergregion
Mecklenburg Wismar Wismarer unterwegs in Indiens Bergregion
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00:02 13.07.2018
Annika Laubinger, Frida Bergemann, Jan Ole Krastel und Jette Potratz mit dem Leiter der indischen Schule Choeny Dorjey. Quelle: Foto: Privat

USA, China, Spanien – Austauschprogramme zwischen Schulen gibt es viele. Die Große Stadtschule in Wismar hat eins, das bis in den Norden Indiens reicht. Sechs Hansestädter – vier Schüler und zwei Lehrer – sind ins buddhistische Ladakh gereist, um ihre Partnerschule zu besuchen. Zwölf Tage lang haben sie am Unterricht an der „Ladakh Rigjung Public School“ teilgenommen und gemeinsam mit indischen Schülern am Projekt „Welternährung – hautnah“ gearbeitet.

Jugendliche der Großen Stadtschule arbeiten mit indischen Schülern am Projekt „Welternährung“

„Es war eine tolle Zeit“, schwärmen die Wismarer Annika Laubinger, Jette Potratz, Jan Ole Krastel und Frida Bergemann. In Indien haben die 14-Jährigen erfahren, welche Pflanzen dort angebaut werden, wie man die Böden bearbeitet und was man mit der Ernte macht. Die Unterschiede sind groß. Denn die Region liegt in den Bergen in einer Höhe von 3500 Metern.

„Ich habe etwas Saatgut für unseren Schulgarten mitgebracht“, berichtet Jürgen Michaelsen. Zusammen mit seinen Lehrerkollegen Andreas Marin hat er die Wismarer Jugendlichen nach Indien begleitet.

Dort haben sie auch den Garten eines indischen Bauern besucht mit einem deutschen verglichen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten erarbeitet. „In Ladakh ist es lange kalt, deshalb kommen die Pflanzen später in die Erde, aber dafür wachsen sie schneller als bei uns“, erklärt Jürgen Michaelsen.

Übernachtet hat die Gruppe aus Wismar im Gasthaus der Schule. Tagsüber sah ihr Unterrichtsrhythmus von 9.30 bis 16 Uhr so aus: 20 Minuten Lernen, dann fünf Minuten Pause. Morgens wird gebetet. „Es ist zwar eine buddhistische Region, aber alle Religionen werden akzeptiert“, betont Michaelsen. Respekt und Akzeptanz würden jeden Tag gelebt. Das bestätigen die Schüler: „Die Menschen dort sind ganz anders: sehr freundlich und offen und sie wollen immer andere glücklich machen“, erzählen die Vier. Unterhalten hätten sie sich in Englisch. Den Unterricht hätten sie getrennt von einander in unterschiedlichen Klassen verbracht.

Der Kontakt zur Schule ist durch Dörte Kamarid zustande gekommen. Die gebürtige Wismarerin hat an der Großen Stadtschule ihr Abitur abgelegt und und später ihren Master in Tibetologie absolviert. Die 34-Jährige unterrichtet den größten Teil des Jahres in Neu-Delhi und arbeitet eng mit dem Verein Kailash zusammen, der die Schule in Indien finanziell unterstützt. „2007 war ich zum ersten Mal in Indien und Nepal zum Reisen und Fotografieren. Seitdem hat mich die Region nicht mehr losgelassen“, erzählte Dörte Kamarid der OSTSEE-ZEITUNG Ende 2016. Damals hat sie in ihrer ehemaligen Heimatstadt Geld gesammelt. Denn Bildung ist in Indien nicht kostenlos, sondern kostet 30 Euro im Monat.

Seit mittlerweile neun Jahren sammeln auch die Kinder und Jugendlichen der Großen Stadtschule bereits regelmäßig Geld für ihre Partnerschule in Ladakh. Außerdem haben sie Filme und Videos von ihrem Unterrichtsalltag gedreht und sie in den Norden Indiens übertragen. Im Gegenzug haben die indischen Schüler ihre Video-„Grüße“ nach Wismar geschickt. Zudem hat Dörte Kamarid in der Hansestadt Vorträge gehalten und zu Workshops eingeladen, um die Zusammenarbeit der beiden Schulen zu fördern. Der erste Schüleraustausch, zu dem auch Ausflüge, Sport und ein gemeinsames Picknick gehörten, ist nun die nächste Stufe der Kooperation. Im September kommt der Gegenbesuch aus Ladakh zur UNESCO-Projektschule nach Wismar. Gefördert wird das Projekt von ENSA – dem Entwicklungspolitischen Schulaustauschprogramm der Engagement Global gGmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: https://ladakhrigjungpublicschool.blogspot.com/p/activities.html

Kinder aus armen Familien

Die Rigjung Public School wurde von Choeny Dorjey, dem Direktor der Akademie, vor 18 Jahren gegründet, um den Kindern in der Region Ladakh Bildung zu ermöglichen. Sein Ziel ist es, Kinder aus armen Familien zu unterstützen und heimische Kultur zu bewahren. Der Unterricht ist eine Kombination aus Tradition und Moderne. Er ermöglicht einen Abschluss der 12. Klasse.

420 Kinder besuchen die Schule, viele stammen aus Nomaden-Familien.

Kerstin Schröder

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