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Wismar Wismars Kreuzfahrt-Schützen
Mecklenburg Wismar Wismars Kreuzfahrt-Schützen
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00:21 14.06.2018
Wismar

„Los, fertig werden! Das Schiff legt ab.“ Kommandant Wilfried Hoer mahnt seine Schützen zur Eile. Ein letztes Mal werden die Kanonen geprüft.

Jeder Ozean-Riese wird mit einem lauten Knall verabschiedet – gestern die „Seabourn Ovation“

Sicherheitshalber halten sich die vielen Schaulustigen schon mal die Ohren zu. Kurz darauf kommt der Befehl: „Feuer frei!“

Kawumm! Dreimal knallt es laut am Alten Hafen – dreimal kurz hintereinander – aus drei Kanonen. Kleine Nebelschwaden ziehen über den Boden. Applaus flammt auf – an Land und an Bord des Kreuzfahrtschiffes „Seabourn Ovation“. Das verabschieden die Männer vom Schützenverein Hanse 1990 mit einem lauten Salut. Das spezielle „Auf Wiedersehen“ ist zu einer kleinen Tradition geworden.

„Seit etwa drei Jahren machen wir das auf Wunsch des Seehafens bei jedem Kreuzfahrtschiff – wir sagen tschüss mit einem Knall“, berichtet Wilfried Hoer.

Diesmal hat die fünf Mann starke uniformierte Truppe Kanonen mitgebracht – sogenannte Feldgeschütze. Die sind nicht sehr groß, jedes passt in den Kofferraum eines Autos. „Sie werden mit Schwarzpulver geladen“, erklärt Albert Weiß. Mit einer Art Stopfer drückt der Wismarer etwas Pulver tief in den Kanonenhals. Das muss schnell gehen, denn zweimal wird nachgeladen, an Schnüren gezogen und geschossen. „Wir schießen immer zu Beginn des Ablegens, noch mal, wenn das Schiff zur Hälfte den Liegeplatz verlassen hat und zum Schluss hinterher“, sagt Kommandant Hoer.

Das Kreuzfahrtschiff braucht nicht lange, um den Hafen zu verlassen. Die Passagiere winken begeistert zu den Schützen hinunter. Drei Kreuzfahrer wedeln auf ihrem Balkon mit weißen Handtüchern. „Die kapitulieren schon“, scherzt Schütze Heinz Röpke.

Nach wenigen Minuten ist alles vorbei. Die vielen Schaulustigen an Land haben ihre Erinnerungsfotos vom Abschiedsschießen gemacht, die Schützen selber ziehen ab. Zwölf Kreuzfahrtschiffe werden in diesem Jahr von ihnen verabschiedet – mal mit Kanonen, mal mit Gewehren. Ihre Auftritte sind eine logistische Herausforderung. Denn manchmal legen die Ozean- Riesen schon früher ab als geplant. „Am Einsatztag gucke ich morgens als Erstes, ob ich eine Mail vom Seehafen bekommen habe“, erzählt Wilfried Hoer. Die komme immer dann, wenn sich die Abfahrtszeit geändert hat. Dann heißt es:

herumtelefonieren, seine Schützen informieren. „Läuft das Schiff nachmittags in der Woche aus, rücken meist unsere Rentner an, am Wochenende und ab 17 Uhr sind auch jüngere Schützen mit dabei“, erzählt Hoer.

Schiffsankünfte in Wismar

12 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen wird es voraussichtlich in diesem Jahr in Wismar geben. Los ging es am 14. April mit der „Astoria“, am 4. Mai kam die „Albatros“, am 7. Juni die „Amadea“ und gestern die „Seabourn Ovation“. Am 27. Mai sollte noch die „Astor“ kommen, aber wegen schlechter Sicht steuerte das Schiff dann Rostock an.Am 20. Juli wird in

Wismar das Kreuzfahrtschiff „Deutschland“ erwartet, am 10. August noch mal die „Amadea“, am 27. August die „Europa“, am 21. September „Island Sky“, am 16. Oktober „Marco Polo“ sowie am 3., 10., 17. Dezember noch mal die „Albatros“.

Kerstin Schröder

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