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Wismar Wismars Schwedenzeit auf der Leinwand verewigt
Mecklenburg Wismar Wismars Schwedenzeit auf der Leinwand verewigt
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15:58 19.09.2018
Astrid Gavini mit einem Bild ihres Protagonisten in ihrer Ausstellung. Quelle: Nicole Hollatz
Wismar

Der Geschichtsunterricht mit Astrid Gavini hinterlässt Eindruck: „Viele denken, das ist St. Georgen, aber das stimmt nicht. Das ist St. Nikolai nach 1703, als der Turm herabstürzte“, erzählt die Künstlerin und Buchautorin vor einem ihrer Bilder. Die werden derzeit in Wismar ausgestellt.

Künstlerin hat sich mit ihrer Liebe zur Hansestadt beschäftigt.

St. Nikolai ohne Dach und Gewölbe, davor das Schabbellhaus mit der markanten Toreinfahrt, in der ein Pferd steht. An der Ecke zu Fründts Hotel sitzen ein Soldat und ein magerer Hund, sichtlich erschöpft und gezeichnet. „Das sind beides ganz arme Hunde“, erklärt Astrid Gavini. Ein anderes Bild zeigt die geschlagene schwedische Garnison, wie sie aus der Stadt zieht – im Hintergrund die riesige Festungsanlage Wismars. Das nächste Bild zeigt eine Prügelszene vor der Gerichtslaube. Ein anderes Bild eine Kussszene vor dem Pfarrhaus St. Marien im Sommer 1709, dem Sommer ohne Blätter an den Bäumen. „Im Winter davor war diese kleine Eiszeit“, erzählt die Malerin. Die Werke Gavinis sind eine Reise in die Geschichte der Stadt.

Aber von vorne. Angefangen hatte die Wismarliebe der Frau aus der Rheinhessen-Region um 2010, als Buchautorin und Illustratorin hatte sie in der Stadt zu tun. Inzwischen ist sie umgezogen und ganz in der Stadt angekommen. In den vergangenen Jahren hat sie sich intensiv mit der schwedischen Vergangenheit der Stadt beschäftigt. Das Ergebnis ist eine historische Romanreihe. „Ohne Stadtarchivar Dr. Nils Jörn als Mentor hätte ich das nicht geschafft“, sagt sie. Er half mit dem Detailwissen: Wie lebten die Menschen damals? Wie sah Wismar aus? Eben die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Geschichtszahlen. Astrid Gavini hat diese Geschichten belebt, ihnen im mehrfachen Wortsinne eine Seele eingehaucht. Angefangen mit ihren Büchern bis hin zu den Bildern als Illustrationen.

In der Ausstellung ist ein Portrait besonders häufig zu sehen. Liam Malvin Lindkvist, ihr Protagonist. Ein stolzer schwedischer Kommandant, der sich in eine Wismarerin verliebt. „Ich kann ihn im Kopf porträtieren, ich empfinde, was er empfindet. Wie er patriotisch in den Krieg zieht und dann zusammenbricht“, erzählt Astrid Gavini von ihrem Helfen mit den langen blonden Haaren. Sie muss schmunzeln, wenn sie aus dem Leben ihres Kommandanten erzählt, alles kommt einem so vor, als sei es erst gestern passiert. So sehr steckt sie im Thema.

Auch die Bilder zeigen, im Ansatz, wie hart das Leben damals zwischen Krieg, bitterer Armut und Hungersnöten gewesen sein muss. „Ich wollte eigentlich gruselige Geschichten schreiben, in der der Held stirbt. Aber das geht nicht, man braucht einen Helden. Durch ihn interessieren sich die Leute für die Geschichte“, erzählt Astrid Gavini. Ein bisschen Herzschmerz darf sein. Dazwischen der Alltag in Wismar im 18. Jahrhundert.

Bis zum 15. Januar sind die Bilder im Kundencenter der Stadtwerke Wismar in der Ladestraße 1a zu sehen, jeweils montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr, donnerstags sogar bis 18 Uhr.

Hollatz Nicole

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