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Wismar Segler kämpfen nach Hochwasser mit Seegras und Zerstörungen
Mecklenburg Wismar Segler kämpfen nach Hochwasser mit Seegras und Zerstörungen
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17:30 04.01.2019
Das Hochwasser vom 2. Januar hat erhebliche Schäden beim Yachtclub Wismar 61 angerichtet. Bergeweise Seegras wurde mit der Sturmflut angeschwemmt. Quelle: Michaela Krohn
Wismar

„Da werden noch einige Arbeitseinsätze nötig sein“, sagt Grit Bauermeister vom Yachtclub Wismar 61 mit Blick auf das Vereinsgelände in Wendorf. Das Hochwasser vom 2. Januar hat bei den Seglern enorme Schäden angerichtet. Von der Slipanlage ist nur noch die Hälfte da. „Der Belag der Anlage ist einfach herausgebrochen“, berichtet die Vereinssportlehrerin. Das Wasser hatte die Anlage so sehr hochgedrückt, das die Bretter herausbrachen. Zu sehen ist nun ein riesiges Loch.

Einen Tag nach der Sturmflut haben die Vereinsmitglieder – vor allem die Jugend – eine erste Aufräumaktion hinter sich gebracht. Geholfen haben dabei auch die Angler vom benachbarten Bootsanglersportverein Wismar-Wendorf. „Mit vereinter Kraft haben wir die losen Teile der Anlage erst mal beiseitegeschafft“, sagt Grit Bauermeister.

Das Hochwasser vom 2. Januar hat erhebliche Schäden beim Yachtclub Wismar 61 angerichtet. Die Slipanlage wurde teilweise zerstört. Quelle: Michaela Krohn

Losgelöste Ramme reißt Schwimmsteg mit sich

Doch nicht nur die Slipanlage hat Schaden genommen. In Höhe der Mole hatte sich eine Ramme losgelöst und einen Schwimmsteg mit sich gerissen. Das Wasser drückte beides in Richtung der Einfahrt des Anglervereins. Mit einem Boot haben die Vereinsmitglieder die Ramme, die für das Einrammen von Pfählen im Wasser genutzt wird, nach dem Hochwasser wieder herausgezogen – zunächst bis zur Fahrrinne und dann wieder an die Kante des Yachtclubs.

Das Hochwasser vom 2. Januar hat erhebliche Schäden beim Yachtclub Wismar 61 angerichtet. Die Ramme hatte sich losgerissen und einen Schwimmsteg mit sich gerissen, der auch Schäden beim benachbarten Angelverein verursacht hat. Quelle: Michaela Krohn

Ein weiteres Problem, mit dem der Yachtclub nun zu kämpfen hat, sind Berge von Seegras, die angespült wurden. Entlang der Mole und Stege ist kaum eine Stelle zu finden, an der kein Seegras festhängt. „Das muss erst mal weg“, weiß Vereinsmitglied Grit Bauermeister.

Die Boote wurden zum Glück verschont. Die meisten stehen sicher auf Trailern auf dem Vereinsgelände. An ihnen ist kein Schaden entstanden. Das Wasser war nur bis kurz über die Kaikante des Yachtclubs geströmt.

Auch Schäden bei Kanuten und Anglern in Wendorf

Noch sind nicht alle Schäden bei den Vereinen in Wendorf begutachtet. Auch Maik Dittberner von der Abteilung Kanu der TSG Wismar berichtet: „Das Wasser stand bei uns Knie-hoch. Wir müssen uns jetzt erst mal alles genau angucken.“ Bei den Anglern nebenan stand der gesamte Vereinsraum unter Wasser. Denn ihr Gelände liegt noch etwas tiefer als das der Segler. Und auch die Angler haben Schäden an der Steganlage zu melden.

Wie zerstörerisch die Sturmflut im Einzelnen war, ist noch unklar. Doch Grit Bauermeister sagt: „Dieses Hochwasser war schlimmer als das von 2017.“

Grit Bauermeister vom Yachtclub Wismar 61 schaut sich vor der zerstörten Slipanlage Fotos vom Hochwasser an. Quelle: Michaela Krohn

Seegras am Strand soweit das Auge reicht

Direkt neben den Vereinen in Wendorf bietet sich zudem derzeit ein fast unheimliches Bild am Strand. Auch dort: Seegras soweit das Auge reicht. Wer den Strand betreten will, muss erst einmal über die riesige Menge an angespültem Seegras steigen, das zum Teil auch Plastikmüll aus der Ostsee mit angeschwemmt hat. Das Wasser selbst ist auf Höhe der Seebrücke zurzeit so flach, dass der Meeresgrund zu sehen ist.

Das Hochwasser vom 2. Januar hat bergeweise Seegras auf den Strand in Wismar-Wendorf gespült. Quelle: Michaela Krohn

Nach dem letzten großen Hochwasser vom Januar 2017 musste in Wendorf neuer Kies für den Strand angeliefert werden, da dieser zuvor weggespült wurde. Im April 2017 wurden 3000 Tonnen frischen Kieses in den Strand in Wismar-Wendorf eingebracht. Feiner Strandsand war das allerdings nicht – denn zum Küstenschutz wird lediglich spezieller Kies verwendet.

Michaela Krohn

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