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Wismar Wismars Theater wird immer beliebter
Mecklenburg Wismar Wismars Theater wird immer beliebter
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04:03 27.04.2018
Lisa Kuß von der Niederdeutschen Bühne (l.) und Katharina Waldmann genannt Seidel von den Spielleuten (r.) wollen auch weiterhin gemeinsam mit Theresa Eberlein und Bürgermeister Thomas Beyer das Wismarer Theater beleben. Quelle: Nicole Buchmann
Wismar

Mehr Veranstaltungen, mehr Besucher, mehr Einnahmen aus Vermietung - das Theater in Wismar hat sich seit der Wiederöffnung im Dezember 2014 positiv entwickelt. So bedeuten es die Zahlen, die Theaterchefin Theresa Eberlein vorlegt.

Die Zahl der Besucher ist demnach von durchschnittlich 22000 in den Jahren 2015 und 2016 auf rund 25000 im vergangenen Jahr gestiegen. Das könne sich sehen lassen, sagte Amtsleiter Norbert Huschner und verwies auf ähnliche Besucherzahlen an Häusern mit eigenem Ensemble wie beispielsweise in Neustrelitz.

Von Beginn an mit dem Theater verbunden

Am Bespieltheater in Wismar öffnete sich der Vorhang 2017 insgesamt 131 Mal für Theater, Konzerte, Comedy oder jene Produktionen, die in der Hansestadt selbst entstanden - von Laienspielgruppen wie der „Ich und Du AG“, der Gruppe „Jauxi“ mit dem Musical „Hairspray“, vom Theaterprojekt der Hochschule, der Tanzschule, den Spielleuten oder der Niederdeutschen Bühne.

Die ist von Beginn an mit dem Theater verbunden. „Wir waren immer ein Teil dessen, haben geholfen, das Gebäude nach dem Brand wieder aufzubauen, haben Geld gesammelt“, erzählt Lisa Kuß. Die Premiere neuer Stücke im März eines jeden Jahres - stets ausverkauft. Der Adventskaffee findet aus Platzgründen längst im Zeughaus statt. Nur ein Weihnachtsmärchen wird es fortan nicht mehr geben. „Das ist zu viel für uns. Viele stehen noch mitten im Berufsleben.“

Für die Kultur in Wismar unterwegs

Ohne die Unterstützung des Theaters wiederum wäre es für die Niederdeutsche Bühne schwer, sagt Kuß.„Wir proben und spielen ja nicht nur dort, wir bekommen auch Antworten, etwa auf technische Fragen.“ Huschner nickt. Die Mitarbeiter des Theaters sind auch an anderen Spielstätten unterwegs, bei den Klassiker-Tagen gleichermaßen wie beim Klassik-Open-Air auf dem Fürstenhof im Mai oder in der Reihe „Rathauskonzerte“ im Bürgerschaftssaal. „Wir nutzen unsere Theater-Infrastruktur an verschiedenen Stellen.“

Ähnlich erfolgreich wie die Niederdeutsche Bühne sind die Spielleute um Regisseurin Katharina Waldmann genannt Seidel. Auch sie können sich über ausverkaufte Vorstellungen freuen „Wir sind zwar noch am Anfang, noch am Wachsen, aber wir werden inzwischen vom Publikum als ganz normales Theater wahrgenommen“, sagt Waldmann genannt Seidel. Die nächste Produktion erzählt eine Geschichte nur mit Körpern und Musik. „Auf komödiantisch-poetische Art“, wie Waldmann genannt Seidel sagt. „Alle, die Lust haben, können mitmachen.2 Geprobt wird vom 24. Mai an immer donnerstags von 18 Uhr an im Theater. Premiere soll Anfang kommenden Jahres sein.

Theater als Experimentierfeld

Bis dahin sind dann vielleicht auch schon neue Ideen umgesetzt. “Wir wollen in den kommenden Monaten auf die Wismarer zugehen und erfragen, welche Art von Veranstaltungen und Aufführungen sie sich vorstellen können im Theater„, sagt Bürgermeister Thomas Beyer (SPD).

Im Wahlkampf sei deutlich geworden, dass es beispielsweise das Bedürfnis gibt, das Theater zu nutzen für Musikformate, die junge Leute ansprechen. “Ich bin mir zwar sicher, dass wir nicht jedes Bedürfnis erfüllen können. Aber wir wollen das ein oder andere ausprobieren, wollen experimentieren„, kündigte Beyer an. Dass das Publikum für Experimente zu haben ist, bestätigt Theresa Eberlein. “Nach und nach ist es möglich, das Programm breiter aufzustellen."

Nachfrage nach Einmietung steigt

Dass das Theater über die klassischen Formate hinaus genutzt wird, lässt sich auch an der steigenende Zahl von Vermietungen ablesen. Die Nachfrage nach Räumen im Theater für interne Veranstaltungen wie Mitarbeiterversammlungen oder Empfänge steige, sagt Eberlein. Aber auch Veranstalter mieten sich ein, um einen Künstler dem Publikum zu präsentieren - sie tragen dann jedoch auch das wirtschaftliche Risiko, während dem Theater die Mieteinnahmen bleiben.

Gut 580 000 Euro gab die Stadt im vergangenen Jahr für Veranstaltungen und laufende Betriebskosten aus. Dem entgegen standen Einnahmen in Höhe von knapp 244 000 Euro. Den jährlichen Zuschuss vom Land in Höhe von 100 000 Euro hinzugerechnet, ergibt sich ein Fehlbetrag von rund 236 000 Euro.

Buchmann Nicole

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