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„Wissemara“ ist fit für die Saison

Wismar „Wissemara“ ist fit für die Saison

Sicherheitsprüfung bestanden: Der Koggenachbau aus Wismar darf weitere fünf Jahre mit Gästen fahren

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Das schwere Tuch der „Wissemara“ ist am Rahbalken aufgefiert. Damit ist das Auftakeln der Kogge an der Baumhauspier fast beendet.

Wismar. Nach dem Auftakeln ist Wismars Kogge in allen Teilen fit für die neue Saison. Seit Ostersonnabend hängt der „Hauptantrieb“ der „Wissemara“, das etwa 275 Quadratmeter große Rahsegel mit dem Wappen der Hansestadt im Tuch, wieder fest verschnürt hoch oben im Mast am Rahbalken. Passables Wetter mit Sonnenschein und eine über die Jahre eingespielte Crew, die alle Abläufe fest im Griff hat, sorgten für ein schnelles Gelingen zum Saisonstart.

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Sicherheitsprüfung bestanden: Der Koggenachbau aus Wismar darf weitere fünf Jahre mit Gästen fahren

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„Jeder stand wie immer an seinem Platz, die Aktion verlief gekonnt zügig. Deshalb hatten sich alle die Mittagspause mit Bockwurst, belegten Brötchen und Getränken redlich verdient“, hob Koggen Kapitän Peter Samulewitz das Engagement der fast 40 Mitstreiter vom aktiven Besatzungsstamm lobend hervor. Und er machte keinen Hehl daraus, dass die Koggenleute darauf brennen, endlich wieder auf Fahrt gehen zu können.

„Eigentlich ist es jedes Jahr die gleiche Prozedur und dennoch irgendwie immer wieder etwas anders“, sagte Rainer Büchse (73) mitten in dem Gewusel an Deck. Der einstige Koggenbau-Schmiedemeister — bekannt auch als Herr tausender selbst gefertigter Bootsnägel und von weiterem Metallzubehör — fehlt selten bei diesen All-Hands-Höhepunkten, bei denen jede Hand gebraucht wird. Wie andere kennt er den Ablauf, der mit dem Segelanschlagen am Rahbalken beginnt.

Ist das zusätzliche Tuch, genannt Bonet, angeknüpft und sind die Leinenverbindungen zum stehenden und laufenden Gut klar, folgt der eigentliche Höhepunkt: Mit achtfacher Manneskraft gilt es, per Bratspill, einer hölzernen Riesenrolle, die tonnenschwere Last von Rahbalken und Segel Meter um Meter am Mast in die Höhe zu fieren, zu ziehen. Balken und Mast hatten zuvor einen neuen Anstrich am nahe gelegenen Werftpier erhalten. „Dort bekamen wir zusätzlich Kranunterstützung und sind den Helfern von Nordic Yards sehr dankbar“, würdigte Joachim Müller vom Vorstand des Koggen-Fördervereins den unbürokratischen Einsatz.

Winterzeit bedeutet immer: umfangreiche Pflege- und Wartungsarbeiten an der mittelalterlichen Schiffsreplik. Zudem investierte der Förderverein gut 3000 Euro für eine neue Brandwarnanlage. Die Rettungswesten und die drei aufblasbaren Rettungsflöße wurden ebenfalls kontrolliert und gewartet. Außerdem wurde die Umhausung für die Be- und Endlüftung des Großraumes neu mit Holz verkleidet.

Letztendlich wurde die erfolgreiche Überprüfung der beiden Reling-Salutgeschütze auf einem Schießplatz bei Hamburg amtlich attestiert. Damit heißt es für acht ausgebildete Koggen-Kanoniere wieder „Gut Schuss“.

Diese Arbeiten sorgten letztlich für ein erfolgreiches Inspektionsergebnis, bestätigt durch Mitarbeiter der Berufsgenossenschaft (BG) Verkehr. Überprüft wurden der gesamte Zustand des Schiffes, die Technik und alle Sicherheitseinrichtungen sowie relevante Unterlagen und Zertifikate. „Sogar unsere Feuerlöscheinrichtung wurde realitätsnah getestet, wobei der kräftige Wasserstrahl besonders überzeugte“, erinnerte sich Müller. Die Verlängerung des Schiffs-Sicherheitszeugnisses der „Wissemara“ um weitere fünf Jahre sichert den Fortbestand und Betrieb dieser beliebten maritimen Touristenattraktion.

Damit kann es wieder losgehen auf See. Der offizielle Saisonstart ist in Sicht: Nächsten Sonnabend und Sonntag, 2. und 3. April, starten die ersten Törns. Zum Auftakt gibt es am kommenden Sonnabend die erste von weiteren 20 bisher angemeldeten Eheschließungen in diesem Jahr auf der schwimmenden Standesamt-Außenstelle. Dieser Beginn ist besonders „Wissemara“-würdig: „Dann wird auf unserem Schiff der Sohn eines unserer gestandenen Koggenkapitäne unter die Haube gebracht“, erklärte Joachim Müller. Doch weiter ging er nicht ins Detail, das sei schließlich Privatsache.

Technische Daten

Die „Wissemara“ ist Nachbau der Poeler Kogge aus Kiefer. Das Schiff ist 31,50 Meter lang, 8,50 Meter breit, hat einen Tiefgang von 2,60 Meter. Der Mast ist 32 Meter hoch und die Segelfläche beträgt 276 Quadratmeter. Rahsegel mit Bonnet bilden den Hauptantrieb. Hilfsantrieb: Wellenanlage mit Festpropeller (Motor: Volvo Penta mit 255 kW). Die Besatzung besteht aus zehn Personen, 60, nach Abstimmung 65 Gäste können mitsegeln.

Von Hans-Joachim Zeigert

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