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Wismar „Wissemara“ ist fit für die kommende Saison
Mecklenburg Wismar „Wissemara“ ist fit für die kommende Saison
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00:00 31.03.2014
Die „Wissemara“ hat seit dem vergangenen Wochenende das große Rahsegel, seinen „Hauptantrieb“, wieder. Damit ist Wismars Koggen-Wahrzeichen fit für die kommende Saison. Fotos (3): : Hans-Joachim Zeigert
Wismar

Wismars Poeler Kogge kann wieder auf Fahrt gehen, denn der Hauptantrieb, das 276 Quadratmeter große Rahsegel, hängt seit Sonnabend am 32 Meter hohen Mast. Gut 40 Leute vom aktiven Bordstamm trafen sich zum traditionellen Auftakeln.

„Damit sind alle Stationen mehr als gut besetzt“, zeigte sich Koggenkapitän Peter Samulewitz erfreut. Schließlich brennt jeder der Crew darauf, dass Wismars Mittelalterschiff wieder in Fahrt kommt.Doch zunächst stand einmal mehr seemännisches Handwerk an, gepaart mit handfester Muskelkraft. „Gelebte maritime Traditionspflege auf mittelalterlichen Spuren“, so nannte es Vereinsmitglied Dieter Stüdemann treffend. Dem war auch diesmal der Weg aus Berlin bis zur „Wissemara“ im Alten Hafen der Hansestadt Wismar nicht zu weit.

„Die Aktion war gut vorbereitet, das Schiff steht nicht nur wieder gut in Farbe, sondern alle Blöcke sind bereits angeschäkelt“, lobt der Wismarer Rüdiger Wolf, ein weiterer Koggen-Kapitän, den Beginn der Auftakelns. Damit war das Hauptsegel „nur“ noch per sogenannte Reih-Leine am Rahbalken zu befestigen. Hört sich einfach an, setzt allerdings etliche Handgriffe in Sachen Seemannschaft voraus, bis am Ende sowohl das laufende, als auch stehende Gut soweit hergerichtet war, dass acht Leute am Bratspill in Aktion treten konnten. Ordentliche Armkraft war dabei gefordert, um das dicke Tau „aufzuspulen“, um so die mehr als 1,5 Tonnen schwere Last von Rahbalken und schwerem Segeltuch am Mast nach oben zu hieven. Damit ist die hansestädtische Kogge der 295 Fördervereinsmitglieder, von denen etwa 50 zur aktiven Besatzung gehören, wieder fit für die kommende Saison.

Auch der 15-jährige Tim Emmermacher schaute sich interessiert an Deck um. Dass er derzeit noch mehr Seh- statt Seemann ist, störte den Schüler der 10. Klasse nicht: „Ich gehöre zwar noch nicht zur Stammbesatzung, dafür bin ich aber schon Mitglied im Koggenverein und konnte bereits viel lernen.“

Ganz groß geschrieben wird das Thema Lernen auch auf dem ersten Besatzungstörn. Dazu führt ein neuntägiger Ausbildungstörn die Koggenleute vom 26. April bis 4. Mai zur Ostseeinsel Gotland.

Trainingsschwerpunkte sind unter anderem: Sicherheitstraining im Brandschutz oder beim simulierten „Mann über Bord“. Zudem stehen wichtige Elemente der Schiffsführung, wie Segelmanöver, Schiffstechnik und Ausrüstung, oder Sicherheitsbelehrungen von Bordgästen an. Zielhafen ist Visby, ein geschichsträchtiger Umschlagsort während der Blütezeit wichtiger norddeutscher Hansestädte des 12. und 13. Jahrhunderts. „Wir segeln also auf den Spuren unserer hanseatischen Vorfahren und darauf freuen wir uns sehr“, so Kapitän Peter Samulewitz.

Spontane Gäste können erste Seeluft auf der „Wissemara“ ab dem 16. April von 14 bis 17 Uhr schnuppern. Weitere, freie Mitsegeltermine gibt es am 18. April von 14 bis 17 Uhr, am 19. April von 11 bis 14 Uhr, am 20. April von 15 bis 18 Uhr oder am 21. April von 11 bis 14 Uhr. Freuen dürfen sich Mitsegler eines Mehrtagestörns vom 29. Juni bis 4. Juli unter dem Motto „Wohin uns der Wind trägt.“

Fakten und Begriffe
Bratspill: Winde mit Achse, die auf der Kogge zum Beispiel per Hand mittels acht hölzerner Spaken betätigt wird.



Stehendes Gut: Seile, Taue oder Wanten. Alles was für die Besegelung notwendig ist, sich aber nicht, weil fest vertäut, bewegen lässt.



Laufendes Gut: Alles was an Tauwerk, Leinen und anderem Zubehör zum Segeln bewegt wird und damit in der Position veränderbar ist.



Knoten: Ist nicht nur seemannisches Handwerk in Sachen Leinenbefestigung oder Verbindung. Auch Maß für Geschwindigkeit in der Seefahrt. Ein Knoten entspricht dem Längenmaß einer Seemeile von 1852 Metern



Hans-Joachim Zeigert

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