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Wismar Witwe fassungslos: Diebe stehlen Blumen von Gräbern
Mecklenburg Wismar Witwe fassungslos: Diebe stehlen Blumen von Gräbern
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20:50 14.06.2018
Bärbel Seeheid verlor 2016 ihren Mann. Fast täglich geht sie auf den Hornstorfer Friedhof, um zu trauern. Quelle: Michaela Krohn
Hornstorf

Bärbel Seeheid ist entsetzt, traurig und fassungslos – denn vom Grab ihres verstorbenen Mannes haben Unbekannte die Blumen gestohlen. Fast jeden Tag geht die inzwischen 84-jährige Witwe aus der Gemeinde Kritzow auf den Hornstorfer Friedhof, um sich um das Grab zu kümmern, und um zu trauern.

Doch die Tränen in ihren Augen zeugen vor allem auch von Verzweiflung: „Mein Mann hat doch niemandem etwas getan“, sagt sie betrübt. Und: Dass Blumen vom Friedhof der Gemeinde Hornstorf gestohlen wurden, ist kein Einzelfall.

„Erst als ich von Frau Seeheid erfahren habe, dass die Pflanzen vom Grab gestohlen wurde, berichteten mir auch andere, dass ihnen dasselbe passiert sei“, sagt Pastorin Miriam Knierim, die seit gut zwei Jahren die Gemeinde in Hornstorf leitet. Sie habe dann sofort Anzeige gegen unbekannt bei der Polizei erstattet.

Polizei geht von vielen Fällen aus, die nicht angezeigt werden

„So ein Delikt ist nicht alltäglich“, sagt Axel Köppen, Sprecher der Polizeiinspektion in der Hansestadt Wismar. Dennoch komme es hin und wieder vor. Wenn auf einem Friedhof Pflanzen herausgerissen werden, sei dies eine Störung der Totenruhe. „Diebstahl ist es auf alle Fälle, aber vor allem ist es pietätlos – das ist für die Hinterbliebenen natürlich viel schlimmer“, kommentiert Köppen.

Der Diebstahl auf dem Hornstorfer Friedhof war zudem nicht der erste in diesem Jahr. Polizeisprecher Köppen bestätigt, dass auch in Rehna und Grevesmühlen Diebe auf den Friedhöfen unterwegs waren. „Allerdings ist davon auszugehen, dass es mehr solcher Fälle gibt, die aber nicht zur Anzeige gebracht werden“, sagt Axel Köppen.

Bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe für Störung der Totenruhe

Immerhin: Eine Störung der Totenruhe kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit hohen Geldstrafe bestraft werden – wenn die Täter denn gefunden würden und es anschließend zu einer Anklage kommt.

Seniorin Bärbel Seeheid versteht nicht, wie man überhaupt so etwas tun kann: „Die Diebe haben das Grab richtig abgeräumt und dann wieder ganz ordentlich zugeharkt. Ein Bekannter hatte die Blumen vorher noch gegossen“, berichtet die 84-jährige Kritzowerin. Passiert sei es am bereits 23. Mai. „Die schönen Eisblumen sind nun weg“, fügt sie hinzu.

Blumen verschönern vermutlich einen anderen Garten

Von einem Grab gegenüber sei sogar eine große Schale mit Pflanzen gestohlen worden, von einem anderen die schönen Geranien. „In den vergangenen Jahren ist das schon öfter passiert“, bestätigt Silvia Gerhards vom Förderverein der Kirche in der Gemeinde Hornstorf. Auch sie sei entsetzt gewesen. Pastorin Miriam Knierim: „Das ist eine Straftat. Da wird eine Grenze überschritten, die uns einfach fassungslos macht.“ Letztendlich sei davon auszugehen, dass die Täter, die die Blumen säuberlich ausgegraben haben, diese an anderer Stelle wieder einpflanzen. „Das ist nicht einfach nur Vandalismus. Es geht ihnen nicht darum, einfach etwas kaputtzumachen und zu zerstören“, glaubt die Pastorin. Die Blumen werden sehr wahrscheinlich an anderer Stelle wieder eingepflanzt und verschönern dort einen Garten.

Witwe und Pastorin hoffen nun, dass durch ihren Schritt, an die Öffentlichkeit zu gehen, die Täter künftig abgeschreckt werden – damit Bärbel Seeheid wieder in Ruhe auf den Friedhof gehen kann.

Michaela Krohn

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