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Wohnung geräumt: Asylbewerber klagt gegen Landkreis

Kirch Grambow Wohnung geräumt: Asylbewerber klagt gegen Landkreis

Mitte September hat die Ausländerbehörde eine Wohnung in Kirch Grambow leer geräumt / Dort lebte ein 26-jähriger Asylbewerber

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Hans- Joachim Kahl

Quelle: OZ

Kirch Grambow. Hat die Ausländerbehörde Nordwestmecklenburgs einen Flüchtling grundlos vor die Tür gesetzt? Diesen Vorwurf erhebt zumindest Hans-Joachim Kahl, Vorsitzender des Vereins Kastanienhof Bülow. Ihm zufolge wurde Malek Al Karki (26), der bis vor Kurzem in einer vom Landkreis angemieteten Wohnung in Kirch Grambow zwischen Rehna und Grevesmühlen lebte, obdachlos. Passiert ist das vor wenigen Tagen.

Hans-Joachim Kahl: „Nach der Rückkehr von einem drei Tage dauernden Besuch bei einem Verwandten fand Herr Al Karki die ihm zur Verfügung gestellte Wohnung in einem restlos geräumten Zustand vor.

Neben seiner gesamten Kleidung und allen wichtigen Papieren ist auch Bargeld in einer Höhe von 700 Euro abhandengekommen. Die von einer Mitarbeiterin des Landkreises Nordwestmecklenburg beauftragte Räumungsfirma Rudebo aus Grevesmühlen hat nach Angaben eines Vorarbeiters den Besitz von Herrn Al Karki entsorgt. Nach Prüfung stellte sich heraus, dass Herr Al Karki nicht über die Räumung informiert wurde. Herr Al Karki ist seitdem völlig mittellos und auf die Hilfe Dritter angewiesen.“

Der 26-jährige Flüchtling lebt nun auf dem Kastanienhof in Bülow. Kahl hat sich an den Landkreis und die Öffentlichkeit gewandt, um das Problem zu lösen. Doch das scheint komplizierter zu sein, als ursprünglich angenommen.

Denn in einer Stellungnahme des Landkreises Nordwestmecklenburg räumt die Behörde zwar ein, dass die Wohnung leer geräumt worden sei. Allerdings habe es dafür gute Gründe gegeben.

So sei der 26-Jährige seit dem 1. März dieses Jahres als Asylbewerber in Nordwestmecklenburg anerkannt. Damit steht ihm auch eine Unterkunft zu. Allerdings ist die Ausländerbehörde aus der Pflicht, da Asylbewerber Angelegenheit des Jobcenters sind. Damit die ehemaligen Flüchtlinge nach dem Status-Wechsel nicht auf der Straße landen, gewährt der Landkreis eine Übergangsfrist. So auch im Fall des 26-Jährigen. Der hatte eine Nutzungsvereinbarung für die Wohnung in Kirch Grambow bis Ende April mit dem Landkreis unterzeichnet. Von der Möglichkeit, die Nutzungsvereinbarung zu verlängern, machte der Asylbewerber keinen Gebrauch. Laut Landkreis wurde er auch mehrfach von Mitarbeitern des Jobcenters auf die Wohnungssituation hingewiesen. Eine Reaktion habe es jedoch nicht gegeben. Auch sämtliche Versuche von Sozialarbeitern, mit ihm in Verbindung zu treten, scheiterten an der Tatsache, dass er nie zu Hause gewesen sei, heißt es in der Stellungnahme der Behörde. So wurde die Wohnung schließlich zum 30. September gekündigt. Da vertraglich geregelt ist, die Wohnung 14 Tage vor Ablauf der Mietfrist zu räumen, geschah dies am 14. September. Laut Aussage der Firma, die die Wohnung gereinigt hat, wurden dort keinerlei persönliche Sachen gefunden. Lediglich drei Kubikmeter Sperrmüll und Abfall sind im Protokoll vermerkt. Offen bleibt auch die Frage, wie der 26-Jährige zu 700 Euro Bargeld gekommen sein will.

Wie Hans-Joachim Kahl vom Kastanienhof mitteilt, will Malek Al Karki Schadensersatzansprüche gegen den Landkreis geltend machen.

Wieder Residenzpflicht für Asylbewerber

Asylsuchende oder Asylbewerber/innen werden Menschen genannt, die einen Antrag auf Asyl gestellt haben. Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) müssen die Asylbewerber schildern, wie und warum sie verfolgt werden. Das Amt beurteilt, ob ein Bewerber asylberechtigt ist, ob er den Flüchtlingsstatus erhält oder ob ihm beides verweigert wird. Laut Integrationsgesetz, das im August 2016 in Kraft trat, müssen Asylbewerber in dem Bundesland bleiben, in dem sie ihren Antrag gestellt haben. Im Januar 2015 war die sogenannte Residenzpflicht vorübergehend aufgehoben.

M. Prochnow

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