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XXXL-Wartezeit für eine lütte Eckbank

Klein Woltersdorf XXXL-Wartezeit für eine lütte Eckbank

Möbelhaus bei Schwerin vertröstet Rentner-Paar seit einem halben Jahr

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Warten seit einem halben Jahr auf ihre neue Kücheneckbank für gut 2500 Euro: Helga und Henry Frere.

Quelle: Foto: Nicole Buchmann

Klein Woltersdorf. „Ich schreibe im Auftrag meiner Eltern an Sie. Sie wissen nicht mehr, was sie machen sollen.“ So beginnt die E-Mail von Bodo Frere. Was dann folgt, lässt einen mit dem Kopf schütteln. Ende September 2016 haben Helga und Henry Frere sich in einem Möbelhaus bei Schwerin nach einer Eckbank für ihre Küche umgesehen. Sie wurden fündig, unterschrieben den Kaufvertrag, zahlten gut 1200 Euro an und warteten.

Nun sitzen sie noch immer auf der alten Bank. Heute war Liefertermin, der siebente oder achte. Freres zählen schon nicht mehr. Auf dem Herd köchelt Spargel im Topf und in den beiden Rentnern leise die Wut. „Wir haben immer Glück gehabt bislang. Alles, was wir gekauft und bestellt haben, kam wie verabredet, und nun das“, erzählt Helga Frere. Immer wieder kündigen die Mitarbeiter von „XXXL Rück“

die Lieferung an. Immer wieder sagen sie die Anlieferung der „Eckbank Toledo Eiche natur“ ab. Helga Frere telefoniert hinterher, will den Kauf rückgängig machen. „Da hat man uns gesagt, wir müssten vom Vertrag zurücktreten, um die Anzahlung wiederzubekommen. Und dass wir dann 15 Prozent Gebühren dafür zahlen müssen.“ Die Freres trauen ihren Ohren kaum. Auch nicht, als es heißt, die Möbel kämen nun aber wirklich Mitte Februar.

Was Mitte Februar nicht geliefert wurde, war die Eckbank. Der nächste Anruf von Helga Frere. Was sie denn wolle, sie sei doch vom Kauf zurückgetreten, hielt ihr dann ein anderer Mitarbeiter entgegen.

Die Anzahlung aber war ebenso wenig auf dem Konto der Freres eingegangen wie die neue Eckbank in der Küche stand. Dafür ging ein Warengutschein über 200 Euro ein – „als Ausgleich für die Unannehmlichkeiten“.

Dann versucht Sohn Bodo in einem Schreiben an das Unternehmen, die Anzahlung zurückzuholen. Fehlanzeige. „Schlafzimmer, Wohnzimmer, Teppich, Küche – alles haben wir bestellt, alles ist angekommen.

Aber diese Eckbank – da hatten wir ja unseren Trabbi schneller damals“, sagt die 74-Jährige.

Das Unternehmen mit Hauptsitz im österreichischen Wels – nach eigener Aussage mit vier Milliarden Euro Umsatz einer der größten Möbelhändler der Welt – antwortete auf Nachfrage der OSTSEE-ZEITUNG, dass die Lieferverzögerung sehr bedauerlich, aber Schuld des Herstellers sei. Der Kaufvertrag mit den Freres werde storniert, das Geld ohne Abzug von Gebühren noch in dieser Woche auf das Konto des Ehepaares überwiesen, teilte Unternehmenssprecher Volker Michels weiter mit. Zudem wolle das Unternehmen den Fall mit dem Hersteller auswerten, „um Derartiges für die Zukunft auszuschließen“.

Die Freres können sich also wieder auf die Suche machen – nach einer neuen Eckbank für ihre Küche.

Nicole Buchmann

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