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Zentnerweise Müll im Lindengarten geborgen

Wismar Zentnerweise Müll im Lindengarten geborgen

Die Bürgerinitiative organisiert einen Subotnik. 30 Ehrenamtler packen beim Frühjahrsputz mit an.

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Großeinsatz im Wismarer Lindengarten: 30 Ehrenamtler sammelten Müll. Fotos (6): Nicole Hollatz

Wismar. Wenn es einen Wettbewerb zum „saubersten Park“ geben würde, der Wismarer Lindengarten hätte gute Chancen ihn zu gewinnen. Zumindest kurzzeitig. Dank der gut 30 Ehrenamtlern, die Freitag mit angepackt haben. Sie haben beim Frühlingsputz im Stadtpark Müllsäcke voller Abfall eingesammelt, den Rasen von Unrat, Blättern und Zweigen befreit, die Wege geharkt und sogar den Teich mit seinem Zulauf vom Müll befreit.

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Ungewöhnlicher Fund im Lindengartenteich: ein Teddy mit Stein und Ehering.

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Dort staunten Denny Jenner und Manuel Schönhoff nicht schlecht, was sie so aus dem Wasser und damit ans Tageslicht beförderten. Massen von Flaschen und Dosen, weggeworfene Kleidungsstücke, unglaublich viel Plastikmüll. Dazu eine große, leere Mülltonne — welche Ironie. Und einen Teddybär mit Stein und Ehering, den wohl jemand als Symbol einer Scheidung versenken wollte. Die beiden Herren vom Landschaftspflegebetrieb unterstützten im Auftrag des Wasser- und Bodenverbands „Wallensteingraben-Küste“ die Ehrenamtler. Mit dem Boot kamen sie auch an die sonst schwer zugänglichen Stellen im Teich und entsorgten das, was manch ein Lindengartenbesucher achtlos hinein geworfen hat. Die Menschen werfen gerne weg. Das Taschentuch neben den Papierkorb, die Schokoladenverpackung unter die Bank. Die leere Plastikflasche ins Gebüsch.

„Es ist doch wichtig, Initiative zu zeigen“, so Vanessa Stauber, während sie die Harke kurz weglegte, um die dicke Winterjacke auszuziehen. Wer arbeitet, friert nicht. Und die Ehrenamtlichen im Lindengarten haben richtig geschuftet. Vanessa Stauber erzählt vom guten Gefühl, etwas für die Stadt zu tun. Die 24-jährige Studentin und Aktive vom Wismarer Leo-Club nahm sich den Vormittag frei, um im Lindengarten zu helfen. „Man sieht, dass hier noch einiges gemacht werden kann, damit der Lindengarten für die Menschen wieder schöner wird“, erzählte sie.

„Wenn jeder was macht, wird es richtig schön“, verschnaufte Brigitte Ferdinand (67) kurz. Aber statt nur zu meckern, gehört sie zu denen, die selbstverständlich anpacken, im Lindengarten und auch vor der eigenen Haustür.

Ganz selbstverständlich gehört für Sven Schulz (40) jeden Morgen der Weg über den Spielplatz im Lindengarten zum Programm. Nachgucken, ob alles in Ordnung ist. Der Bewohner vom Kagenmarkt ist im Verein KaSo aktiv. Der Verein hat eine Pflegepatenschaft für den Spielplatz übernommen. Jeden morgen geht Sven Schulz über den Spielplatz, sammelt Müll ein und guckt, ob etwas kaputt gemacht wurde.

„Was wir selbst reparieren können, reparieren wir auch“, so Karin Auerbach vom Verein. Sie rückte zum Arbeitseinsatz gleich mit 15 Helfern aus dem Verein an.

„Der Park ist klein, aber wenn man hier arbeitet, wird er groß“, kommentierte Petra Block und dankt den Helfern. Sie hat die Bürgerinitiative Lindengarten ins Leben gerufen. Und kann neben dem Meer aus Frühblühern und dem nun sauberen Park erste Erfolge verbuchen.

Der Lindengarten
Der Lindengarten wurde im Jahr 1815 auf dem Gelände der ehemaligen schwedischen Befestigungsanlage im Osten der Altstadt errichtet. Der Bau des so genannten „Bürgergartens” finanzierte sich ausschließlich durch Spenden aus der Bevölkerung. In der gut bürgerlichen Parkanlage herrschte Grußpflicht und zugleich wurde sie jeden Abend bei Einbruch der Nacht abgeschlossen. 1935 wurde der Garten um eine Badeanlage ergänzt.

 



Nicole Hollatz

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