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Wismar Zufallskleckserei wird zur Kunst erhoben
Mecklenburg Wismar Zufallskleckserei wird zur Kunst erhoben
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07:00 25.10.2018
Michael Rogge (links) und Marco Pieth mit der ungewöhnlichen Tintenkunst. Quelle: Nicole Hollatz
Wismar

„Das sitzen die Kinder an einer langen Kaffeetafel, um sie herum ist das Chaos vom Spielen vorher“, schmunzelt Michael Rogge. Und zeigt auf das Bild voller Kleckse, die mit der Deutung entsprechende Formen und Strukturen annehmen. Daneben ein Fahrradfahrer oder die bunten Demonstranten, die sich dem Einheitsgrau und Braun entgegenstellen. Oder der Teddybär, der blau macht im wahrsten Wortsinne. Starke und doch so reduzierte Grafiken, würde der Redner zur Ausstellungseröffnung werten. Wenn das denn normale Bilder eines normalen Künstlers in einer normalen Ausstellung wären.

Sind sie nicht. So wie der Ausstellungsort keine Galerie ist, sondern „nur“ einer von verschiedenen Shops in der Stadt, in denen man seine Tintenpatronen nachfüllen kann. Die Tintenklecks-Bilder, die ausgestellt werden, sind eigentlich Abfallprodukte, aber offensichtlich viel zu schade für den Mülleimer. Solche Farbspiele produziert Marco Pieth haufenweise, unbewusst und ganz nebenbei auf den Stoffservietten von der großen Haushaltsrolle. „Die Tinte tropft mal oder ich wische überschüssige Tinte an dem Papier ab“, erklärt der „Tintenmaster“ und zeigt, wie er die Abschnitte des Haushaltstuchs immer vorher zweifach faltet. Michael Rogge war begeistert von dem Zufallsprodukt, hat die Servietten wieder auseinander gefaltet und farblich passend gerahmt und das Abfallprodukt so zur Kunst erhoben.

Ein Plan, der aufging – ohne das Hintergrundwissen der Zufallskleckserei in einem Unternehmen, das Tintenpatronen für den Drucker wieder befüllt und so ganz praktisch Geld und Müll spart, gehen die Bilder sofort als Kunst durch. Marco Pieth staunt, wie seine Servietten dank Rahmen, passenden Passepartout und natürlich Bildtitel auf einmal wirken. „Ich nutze die Servietten aber ganz normal weiter, damit die Hände möglichst sauber bleiben“, lacht er.

Am 1. November laden beide – Marco Pieth und Michael Rogge – um 16 Uhr zur kleinen Ausstellungseröffnung in die neuen Tintenmaster-Räume in der Dankwartstraße 28 ein.

Nicole Hollatz

Ulf Knolle sammelt Platten, seit er Schüler war. 2010 hat er den Verein der Schallplattenfreunde Wismar gegründet.

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