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Neukloster Zurück in den Job

Leo-Projekt vermittelt Langzeitarbeitslose / 7 von 16 Teilnehmern haben Arbeit gefunden

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Freuen sich über den Erfolg: Nicole Appelt (Mitte) mit den Coaches des Arbeitvermittlungsprojektes Jutta Wilinski (l.) und Dagmar Schulz

Quelle: Foto: Kerstin Schröder

Neukloster. Nicole Appelt ist die Erfolgsgeschichte des Projektes Leo – wenn auch ein glücklicher Zufall den Ausschlag gegeben hat. „Aber ein bisschen Glück braucht jeder mal“, sagt die Wismarerin. Lange Zeit ist sie arbeitslos gewesen. „Zu Hause war ich ungefähr neun Jahre“, erzählt die 33-Jährige. Mit einer kleinen Tochter hätte sie es schwer gehabt, einen passenden Job zu finden, vor allem in der Gastronomie. Die Arbeitszeiten seien dort nicht familienfreundlich. Und die Familie sei ihr wichtig. Ein Vollzeit-Job sei für die junge Mutter deshalb nicht infrage gekommen – bis sie bei Leo mitgemacht hat.

Leo steht für „Leben-Erleben- Orientieren“ – eine Maßnahme, mit der Langzeitarbeitslose wieder in Arbeit gebracht werden sollen. Vor einem Jahr ist das von der Agentur für Arbeit geförderte Projekt gestartet – damals mit 16 Frauen und Männern im Alter von Anfang 20 bis Mitte 50. „Sieben Teilnehmer konnten wir in versicherungspflichtige Jobs bringen“, berichtet Jutta Wilinski stolz. Gemeinsam mit Dagmar Schulz hat sie sich als Coach um die Teilnehmer gekümmert. Diese haben sie zunächst durch intensive Einzelgespräche besser kennengelernt. „Um zu sehen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen“, erzählt Jutta Wilinski. Und um den Wismarern zu zeigen, dass sich jemand für sie, ihre Schicksale und Talente interessiert.

Nicole Appelt realisiert schnell: Es ist Zeit, etwas zu ändern. Ihre Tochter ist mittlerweile 14 Jahre alt und braucht sie nicht mehr so intensiv wie früher. „Und ich wollte endlich auch wieder etwas für mich machen“, ergänzt sie. Deshalb kehrt Nicole Appelt ins Berufsleben zurück. Sie nimmt einen Reinigungsjob an, der ihr mit Leo vermittelt wird. „Sie war unser erster Erfolg – und das nach gerade einmal vier Wochen“, freut sich Jutta Wilinski. Und kurze Zeit später kommt auch noch das nötige Quäntchen Glück dazu. „Ich habe auf der Straße meinen ehemaligen Ausbilder getroffen und er bot mir einen Job an“, erzählt Nicole Appelt. Lange überlegen muss sie nicht, schließlich kann sie in ihren gelernten Beruf zurückgehen. Inzwischen ist sie eine geschätzte Arbeitskraft im Unternehmen.

Als Küchenhilfe ist sie in Wismar und aushilfsweise auch in Lüdersdorf im Einsatz. Eine Fahrerlaubnis hat Nicole Appelt mittlerweile auch, und ein Auto. „Finanziell kann ich mir jetzt viel mehr leisten als früher. Das Leben hat sich für mich und meine Tochter verbessert“, betont sie. Leo sie das Beste, was ihr seit langem passiert ist.

Durchgeführt hat das Projekt der Jugendförderverein Parchim/Lübz mit Sitz in Wismar. Der Verein kümmert sich seit Jahren auch um die Vermittlung von Erwachsenen. Neben Nicole Appelt sind noch sechs weitere Projektteilnehmer in Arbeit gebracht worden – sie haben nun Jobs in der Molkerei, Schreinerei, Reinigung, Gastronomie und im Tierheim.

Obwohl das ein großer Erfolg ist, wird die Maßnahme „leider nicht fortgesetzt“, bedauert Dagmar Schulz. Für sie ist es das erste Projekt als Coach gewesen und deshalb etwas ganz Besonderes. Und der Abschied fällt ihr sichtlich schwer: Während der Abschlussveranstaltung, bei der alle Teilnehmer ein Zertifikat erhalten, muss Dagmar Schulz einige Tränen zurückhalten.

Doch sie freut sich auch, das präsentieren zu können, was ihre Schützlinge in den vergangenen zwölf Monaten geleistet haben: Sie haben die Dekoration für ein Theaterstück designt, Hochbeete gebaut, Bauzeichnungen am Computer erstellt und gelernt, wie man in einem Team zusammenarbeitet, sich richtig und selbstbewusst bewirbt. „Das Selbstbewusstsein ist bei vielen Langzeitarbeitslosen nicht besonders groß“, weiß Dagmar Schulz. Deshalb sei es wichtig, dass man ihnen zeigt, dass jemand an sie glaubt. Dann würden sie auch wieder selber an sich glauben. Nicole Appelt glaubt an eine bessere Zukunft – und sie hat allen Grund dazu. „Wir sind sehr stolz auf sie“, betonen ihre Coaches.

Kerstin Schröder

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