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Wismar Zusammen ist man weniger allein
Mecklenburg Wismar Zusammen ist man weniger allein
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00:00 09.05.2016
Richard Simm, Geschäftsführer des Wismarer Pflegedienstes Hameyer, sitzt mit Kollegin Nadine Mews und den beiden Mietern Karl-Heinz Wegner und Margot Schaarschmidt im „Herzstück“ der WG, dem Gemeinschaftsbereich. Fotos (3): Vanessa Kopp

Hier und da huscht noch ein Handwerker vorbei, doch davon lassen sich Karl-Heinz Wegner und Margot Schaarschmidt nicht stören. Die beiden Senioren zählen zu den ersten Bewohnern in dem neuen Pflege- und Wohnkonzept in der Großschmiedestraße in Wismar und genießen das Miteinander. In dem hellen Gemeinschaftsraum sitzen sie mit ihren Pflegekräften beim Frühstück. Die Atmosphäre ist gemütlich und entspannt, die Senioren sind es ebenfalls.

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Neues Pflege- und Wohnkonzept in der Großschmiedestraße von Pflegedienst Hameyer füllt sich mit Leben / Nächste Etage für eine Wohngemeinschaft wird im Juli eröffnet

Wir sind keine Pflege-

einrichtung. Die Mieter leben bei uns in ihren eigenen vier Wänden.“Richard Simm,

Geschäftsführer

Pflegedienstes Hameyer

Seit dem 1. Mai können Bewohner in das Haus, vermietet durch den Pflegedienst Hameyer, einziehen. In der Wohngemeinschaft, in der Margot Schaarschmidt nun lebt, hat die 98-Jährige ihr eigenes Zimmer mit Bad, zudem gibt es einen großen Gemeinschaftsbereich mit Küche, Esstisch und Couchecke. Rund um die Uhr steht der Wismarerin Pflegepersonal zur Seite. Karl-Heinz Wegner wohnt in einem der Einzimmerappartements im Erdgeschoss mit eigener Küche.

„Die Wohngemeinschaft ist ein offenes Konzept“, erklärt Richard Simm, Geschäftsführer des Wismarer Pflegedienstes Hameyer. Bei der Gestaltung der einzelnen Wohnbereiche war ihm wichtig, dass es sich schlichtweg wohnlich anfühlt. „Wir sind keine Pflegeeinrichtung. Die Mieter leben in ihren eigenen vier Wänden“, so die Idee. Orchideen schmücken die gemeinschaftlichen Räume, in der Kommode im Wohnbereich stehen Brettspiele wie Mensch-Ärgere-Dich- Nicht und Filme wie „Vom Winde verweht“ auf DVD für die WG-Mitbewohner bereit. Helle Zimmer, einladende Sitzgruppen und farbliche Akzente in rot, gelb und grün ziehen sich durch die Wohnungen. Nicht nur, damit es schön aussieht: „Für Demenzkranke können solche Farben in der Tat ein Wegweiser sein“, erklärt Simm. „Sie können die verschiedenen Bereiche so den einzelnen Farben besser zuordnen.“

In den kommenden Wochen füllt sich das Haus immer mehr mit Leben. „Unsere zwölf Zimmer in der Wohngemeinschaft im ersten Stock sind fast alle vermietet“, berichtet Simm. Bis Anfang Juli wird auch noch die zweite Etage in dem Haus, in dem vorher Teile der Stadtverwaltung ihren Sitz hatten, ausgebaut. Dort entsteht ebenfalls eine WG für Pflegebedürfige und Demenzerkrankte mit elf weiteren Zimmern.

Je nach Zimmergröße kostet die Kaltmiete zwischen 350 und 460 Euro im Monat — zuzüglich kann ambulante Pflege in Anspruch genommen werden. „Wer Interesse an einer der betreuten Wohngemeinschaften oder einem Appartement hat, kann sich gern bei uns melden“, sagt Simm. „Wir haben für Besichtigungen extra ein Musterappartement hergerichtet.“

Doch nicht nur im Obergeschoss wird es lebhaft. Seit Ende der vergangenen Woche ist auch die Tagespflege im Erdgeschoss geöffnet. Von 8 bis 16 Uhr können ältere Menschen dort versorgt werden. Auch dort gibt es einen großen Gemeinschaftsraum mit Küche, Rückzugsmöglichkeiten mit Relax-Sesseln und einen Gymnastikraum. „Künftig wird es auch noch eine Sonnenterrasse geben“, verrät Simm.

Ein extra Bonus des Pflege-Wohnens: die zentrale Lage fast unmittelbar am Marktplatz. „Selbst wenn die Bewohner nicht mehr oft vor die Türe gehen, liegt das Haus auch für die Angehörigen günstig.“

Zudem haben die Bewohner den Kontakt mit ihren Mitbewohnern und den Senioren der Tagespflege. „Ich finde das Konzept schön, persönlich und individuell“, fasst Richard Simm zusammen.

Und das kommt an. „Das Ziel, das ich mir persönlich gesetzt habe, wurde bereits übertroffen“, erzählt Simm. „Dass die Vermietungen so gut anlaufen, hätte ich nicht erwartet.“ Die Mühen der vergangenen Monate haben sich gelohnt. „Diese Zeit des Umbaus war wirklich anstrengend“, gibt der Geschäftsführer zu. „Um so schöner zu sehen, wie alle mit angepackt haben und mit welcher guten Energie das Projekt realisiert wurde.“

Von Vanessa Kopp

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