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Wismar Zwergpony „Locke“ bekommt zweites Leben
Mecklenburg Wismar Zwergpony „Locke“ bekommt zweites Leben
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07:12 04.09.2013
Tierpräparator Klaus-Dieter Jost mit dem verendeten Zwergponyfohlen aus dem Wismarer Tierpark. Fotos (2): Nicole Hollatz

Anfang August berichtete die OSTSEE-ZEITUNG vom Zwergponyfohlen „Locke“, das — wahrscheinlich — von Tierparkbesuchern unabsichtlich zu Tode gefüttert wurde. Mittlerweile hat Tierpräparator Klaus-Dieter Jost das verstorbene Tier in seiner Werkstatt. „Das arme Tier“, streicht Klaus-Dieter Jost dem verendeten Pony über den Bauch. „Der Bauch ist ganz aufgebläht.“ Aus dem Tierpark hat er das verstorbene Fohlen bekommen, tiefgekühlt — um es in den nächsten Wochen präparieren zu können. Das nicht mal vier Monate alte Fohlen wurde, so die Vermutung des Tierparks, mit mitgebrachtem Brot zu Tode gefüttert.

„Wenn da steht, bitte nicht füttern, hat das einen Grund“, appelliert der Tierpräparator aus Wismar. Tierparkchef Michael Werner erklärt: „Brot ist wie Konzentratfutter, das in der Form in der freien Natur ja nicht vorkommt.“ Deswegen der aufgeblähte Bauch des kleinen Tieres, der Tierarzt konnte nicht mehr helfen. Beim Tierpräparator soll das arme Wesen nun ein zweites Leben, ein Leben nach dem Tod, bekommen. „Das ist eine Herausforderung“, so Tierpräparator Jost dankbar. Er macht Fotos von den vielen Details und vermisst das Tier als Vorbereitung auf das, was danach mit dem Körper geschieht. „Ich setze Schnitte und ziehe vorsichtig das Fell ab“, erklärt er. Was anderen den Magen hebt, ist sein tägliches Geschäft. Sein Handwerk, das er von der Pike auf gelernt hat. Seit 1976 ist er Präparator, hat erst Polsterer gelernt und ist über seine Liebe zur Ornithologie und der Erwachsenenqualifizierung zu DDR-Zeiten zur Ausbildung gekommen, hat danach studiert und sogar seinen Ingenieur als Präparator gemacht. Seit Mai ist er in Wismar in der Weberstraße ansässig, hat dort seine Werkstatt für Tierpräparation, Jagdtrophäen und Figurenbau, dazu die „Zoologie-Galerie“ mit Kunst und Handwerk. „So ein Zwergpony ist nichts Alltägliches für einen Präparator“, erklärt Jost. „Einen Rehbock oder ein Wildschwein kann man nach ein paar Jahren fast mit geschlossenen Augen machen“, sagt er. Denn das haltbar gemachte Fell wird über den modellierten Kunststoffkörper gespannt, sodass das Präparat möglichst natürlich aussieht. „Schon diese kleinen Ohren beim Fohlen“, macht Klaus-Dieter Jost auf die vielen Details aufmerksam, die das Wesen des Ponys ausmach(t)en. Einen Monat wird es dauern, bis das Pony in der Ausstellung gezeigt werden kann. „Die Kinder vermissen das Zwergpony, aber bald werden sie es ja wieder sehen können“, so Michael Werner.

Jost möchte mit dieser Arbeit bei einem Präparationswettbewerb mitmachen. „Es muss perfekt werden!“ Derzeit hat er einiges zu tun — ein Jäger hat einen Waschbär in Auftrag gegeben, das Landesamt für Umwelt und Naturschutz in Güstrow hat bei ihm Eier — natürlich nachgebildete — von heimischen Vögeln bestellt. Für ein Wissensquiz für Mädchen und Jungen. Seine Nachbildungen vom Mäusebussardnest und Co. sehen aus wie echt.

Präparator
Ein Präparator übt seinen Beruf in der Biologie, Medizin oder den Geowissenschaften aus. Die Berufsbezeichnung „Präparator“ ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt.


Anders als die Arbeit des Restaurators erfordert die Präparation spezifische naturwissenschaftliche Grundkenntnisse aus dem jeweiligen Tätigkeitsbereich.


Der biologische Präparator arbeitet meist an Naturkundemuseen und zoologischen Instituten, wo er Organismen entsprechend ihrem natürlichen Aussehen präpariert.

Als Präparator arbeitet man wie ein Künstler, nur nicht so abstrahierend, sondern so naturgetreu wie möglich.“Klaus-Dieter Jost (56), Tierpräparator

Nicole Hollatz

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