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Wismar Wismar feiert Lesefest in zehn Sprachen
Mecklenburg Wismar Wismar feiert Lesefest in zehn Sprachen
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22:28 25.11.2018
Uta Mach und Hiba Bahya Assane aus Syrien lasen einen Text aus dem Koran über Maria und ihren Sohn Jesus. Quelle: Nicole Hollatz
Wismar

„Ich komme aus Brasilien“, pinnt Luis Henrique Rucha de Araujo das Fähnchen in die Weltkarte. Zwei Jahre lang will er in Wismar studieren und seinen Master in Innenarchitektur machen. „Ich mag Wismar, weil die Stadt vergleichsweise klein ist“, erzählt er. Und für das Aufbaustudium an der Wismarer Hochschule hat er sich entschieden, weil hier viel Wert auf Praxis gelegt wird. Luis gehört zu den Lesenden der großen Lesebühne beim dritten „Lesefest für alle“ am Sonnabend im Zeughaus.

Über 20 Lesende aus zehn verschiedenen Ländern haben dort in den verschiedenen Sprachen gelesen. Jeweils als Tandem. Beispielsweise Ahmad Paimann Amiri aus Afghanistan liest in seiner Muttersprache, Ines Raum die deutsche Übersetzung dazu. Französisch, Marokkanisch, Arabisch, Spanisch, Schwedisch, Syrisch, Polnisch und Brasilianisch ist neben dem bekannten Deutschen so zu hören. „Ich bin 18 Jahre alt und lebe seit zwei Jahren in Deutschland. Ich werde bald meine mittlere Reife machen und habe einen Minijob“, erzählt Ahmad vor seiner Lesung. Er ist zum dritten Mal beim Lesefest dabei. Ines Raum berichtet: „Vor einem Jahr sprach Ahmad nur ein bisschen deutsch.“ Dann hat er ein Praktikum bei ihr gemacht. Jeden Tag haben sie gemeinsamen einen Artikel aus der Ostsee-Zeitung gelesen und drüber gesprochen. „Jetzt spricht er fast perfekt deutsch!“ Bewegend, was die beiden über Afghanistan lesen, über Krieg und Unterdrückung und Terror.

„Das Fest soll dazu beitragen, dass es mehr Verständnis miteinander gibt. In Wismar leben über 100 Nationen friedlich miteinander. Jetzt ist die Zeit der Besinnung, wir sollten drüber nachdenken, wie gut wir es hier zusammen haben“, hat Senator Michael Berkhahn die Gäste begrüßt.

Die Sprache verbindet, egal wie fremd sich farsi –übrigens nur eine von 49 Sprachen in Afghanistan –im ersten Moment anhört. Das Fremde vergeht, die Sprache klingt gut, genauso wie jede andere fremde Sprache. Hiba Bahya Assane aus Syrien und Bibliothekschefin Uta Mach lasen als Tandem die Sure aus dem Koran, in der Maria verkündet wird, dass sie einen Sohn –Jesus –bekommt. Die junge Syrerin sang ihren Korantext. Ähnlich entspannend und melodisch muss es für nichtdeutsche Ohren klingen, wenn ein christlicher Pastor aus seiner Bibel liest.

Diana Steinbrenner und Barbara Martensen von der Deutsch-Französischen Gesellschaft lesen als deutsch-französisches Tandem, Gunilla Witzke und Dr. Kai Woellert als deutsch-schwedisches. Die stolze katalonische Sprache lässt Francis Martiny erklingen, Dr. Renée Bettina Schmidt leiht der Lyrik in der deutschen Übersetzung ihre Stimme. Lyrik eines polnischen Dichters lesen Jugendliche aus dem Jugendclub der Insel Poel zusammen mit Sozialarbeiter David Powel und Michael Trost als pädagogischen Leiter, sehr stimmungsvoll mit passender Musik und zeitweise parallel deutsch und polnisch.

Höchst bewegend präsentieren sich Nadia Elkorchi (Marokko) und Tasnim Al-Moalmi (Jemen) erst in ihrer jeweiligen Muttersprache, dann genauso fließend auf deutsch! Und zwar einen wunderbar lebensphilosophischen Text. Ein Auszug: „Wenn du auf etwas wartest, was dich glücklich macht, kann es sein, dass du ewig warten musst. Also sei einfach glücklich ohne Grund!“

Nicole Hollatz

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