Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Auto und Verkehr Dacia Duster im Test: SUV für Schnäppchenjäger
Mehr Auto und Verkehr Dacia Duster im Test: SUV für Schnäppchenjäger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 01.12.2017
Auch Schnäppchenjäger mögen es bequem. Das weiß Dacia und schickt den neuen Duster mit mehr Extras ins Rennen. Quelle: Dacia/dpa
Anzeige
Berlin

Den Champagner vom Discounter, die Designer-Garderobe aus dem Factory Outlet und der Urlaub Last-Minute - für Schnäppchenjäger könnten die Zeiten kaum besser sein. Das gilt auch für Fans des Dacia Duster.

Vor gut zehn Jahren ist Dacia angetreten, um aller Welt zu beweisen, wer die wahren Volkswagen baut. Die Renault-Schwester hat dafür radikal die Preise ihrer Modelle zusammengestrichen. Ihr mit Abstand erfolgreichstes Auto ist der Duster, der als Geländewagen zum Discounttarif den Gegenentwurf zu überteuerten Bestsellern wie dem VW Tiguan oder dem Opel Mokka gibt. Im Januar geht er in die zweite Runde.

Mehr Glanz und Gloria

Das Auto sieht zwar schicker aus und bekommt eine deutlich modernere Ausstattung, doch eines ändert sich dabei nicht: Mit einem Grundpreis von 11 290 Euro bleibt der Duster auch weiterhin das billigste SUV im Land.

Zwar haben die Designer den Duster tatsächlich ein bisschen herausgeputzt. Sie haben ihn mit Chromschmuck im Plastikgrill behängt, LED-Streifen für das Tagfahrlicht in die Scheinwerfer gesetzt, neue Anbauteile für einen robusten Look auf das Blech geklebt und alle Konturen ein bisschen kantiger geschliffen. Doch trotz seines kernigeren und kräftigeren Looks ist der neue Duster für den Nutzer ganz der Alte geblieben. Bei 4,34 Metern Länge und 2,67 Metern Radstand bietet er vorne bequem und hinten durchschnittlich viel Platz. Der Kofferraum liegt mit bestenfalls 445 bis 1478 Litern auf dem Niveau der Konkurrenz.

Die Knauser entdecken den Komfort

Dass man sich an Bord trotzdem besser aufgehoben fühlt als bisher hat einen anderen Grund. So wie die Rumänen außen plötzlich ein bisschen auf Glanz und Gloria setzen, haben sie innen neuerdings den Komfort entdeckt: Bequemere Sitze mit festerem Schaum und längerer Beinauflage gibt es serienmäßig für alle und für moderate Aufpreise kann man neuerdings sogar ein paar richtige moderne Extras bestellen. So gibt es zum Beispiel ein Touchscreen-Infotainment mit einer ziemlich imposanten Rundumüberwachung durch Weitwinkelkameras an allen vier Ecken.

Zum ersten Mal kann man den Duster mit einer Klimaautomatik und einem Funkschlüssel für die Hosentasche bestellen, und sogar einen Totwinkel-Assistent bietet die Billigmarke mittlerweile an. Natürlich gibt es all das - bis auf die sechs serienmäßigen Airbags - auch bei Dacia nicht zum Nulltarif. Doch selbst mit allen Extras kommt man nur mühsam auf Preise, für die VW einen ziemlich nackten Tiguan verkauft.

Unter der Haube endet der Aufstieg

Spätestens beim Blick unter die Haube ist es mit den Aufstiegsambitionen des Duster vorbei. Denn mit Hubraum und Leistung kann und will der Dacia nicht imponieren. Statt sich am Wettrüsten der Konkurrenz zu beteiligen, beschränkt sich die Renault-Schwester auf Basis-Mobilität und begnügt sich mit bescheidenen Triebwerken.

Es gibt den Duster mit je zwei Benzinern und Dieseln, die zwischen 1,2 und 1,6 Liter Hubraum haben und ein Leistungsspektrum vom 66 kW/90 PS bis 92 kW/125 PS abdecken. Dafür allerdings nimmt es Dacia ernst mit dem SUV-Gedanken und bietet beide Benziner sowie den stärksten Diesel auch mit Allradantrieb an.

Fahren nur zum Ankommen

Selbst mit dem stärkeren Selbstzünder hält sich die Freude am Fahren in engen Grenzen: Nicht nur, weil man bei 11,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und einem Spitzentempo von 171 km/h kein Herzrasen bekommt. Sondern weil sich das ganze Auto der Fahrfreude verweigert: Die Lenkung zu indifferent, das Fahrwerk zu familienfreundlich sowie Getriebe und Bremsen ohne jene Schärfe, die Lust aufs Gasgeben macht - dieses Auto fährt man nicht um des Fahrens willen, sondern um anzukommen.

Aber wenn es genau darum geht, macht der Duster seinen Job nicht schlechter als Tiguan und Co. Und ein weiterer Vorteil der kleinen Motoren ist ihr geringer Verbrauch: So kommen die Diesel auf 4,4 bis 4,7 Liter (CO2-Ausstoß: 115 bis 123 g/km) und für die Benziner nennt Dacia Werte zwischen 6,2 und 7,0 Liter (138 bis 158 g/km).

Fazit: Mehr Auto braucht kein Mensch

Praktisch, preiswert und mittlerweile sogar halbwegs modern: Der Duster ist so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner des SUV-Trends. Denn im Grunde ist er der beste Beweis dafür, dass man kein Vermögen ausgeben muss, wenn man mit einem grundsoliden Auto durch den Alltag kommen will. Wer nicht den Nachbarn beeindrucken, sondern einfach nur mit Kind und Kegel gut von A nach B kommen will, der braucht nicht mehr Auto - und kann das gesparte Geld für Dinge im Leben ausgeben, die wichtiger sind als eine Blechkiste auf vier Rädern.

Datenblatt: Dacia Duster dCi 110

Motor und Antrieb:

Vierzylinder-Common-Rail-Diesel

Hubraum:

1461 ccm

Max. Leistung:

80 kW/109 PS bei 4000 U/min

Max. Drehmoment:

260 Nm bei 1750 U/min

Antrieb:

Frontantrieb

Getriebe:

Sechsgang-Schaltgetriebe

Maße und Gewichte

Länge:

4341 mm

Breite:

1804 mm

Höhe:

1626 mm

Radstand:

2673 mm

Leergewicht:

1280 kg

Zuladung:

549 kg

Kofferraumvolumen:

445-1478 Liter

Fahrdaten

Höchstgeschwindigkeit:

171 km/h

Beschleunigung 0-100 km/h:

11,9 s

Durchschnittsverbrauch:

4,4 Liter/100 km

Reichweite:

1140 km

CO2-Emission:

115 g/km

Kraftstoff:

Diesel

Schadstoffklasse:

EU6

Energieeffizienzklasse:

B

Kosten

Basispreis des Dacia Duster:

11 290 Euro

Grundpreis des Dacia Duster dCi 110:

k.A.

Typklassen:

k.A.

Kfz-Steuer:

182 Euro/Jahr

Wichtige Serienausstattung

Sicherheit:

Sechs Airbags, LED-Tagfahrlicht, Tempobegrenzer

Komfort:

Elektrische Fensterheber vorn, Bordcomputer, Zentralverriegelung

Öko-Technik:

Start-Stopp-Automatik

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

dpa-infocom

Mehr zum Thema

Am Dienstag trifft sich Kanzlerin Merkel mit Oberbürgermeistern und Ministerpräsidenten. Es geht um die Diesel-Krise und darum, wie Fahrverbote in Städten noch vermieden werden können.

27.11.2017

Die Zeit drängt, im nächsten Jahr drohen Diesel-Fahrverbote in Städten. Nach einem Spitzentreffen bei der Kanzlerin sollen ab Mittwoch Fördermittel für Kommunen zur Verfügung stehen. Städte sehen aber vor allem die Autoindustrie in der Pflicht.

28.11.2017

In vielen Städten drohen im nächsten Jahr Diesel-Fahrverbote. Mit einem Milliarden-Programm für bessere Luft wollen Bund, Länder und Kommunen gegensteuern - ob das ausreicht, ist offen. Kritik gab es an einem abwesenden „Elefanten“.

28.11.2017
Anzeige