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Bauen und Wohnen Was moderne Brausen fürs Bad alles können
Mehr Bauen und Wohnen Was moderne Brausen fürs Bad alles können
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04:51 27.03.2017
Gibt es nicht mehr nur im Spa, sondern auch für das Zuhause: Dampfduschen. Quelle: FRICKBadezimmer

Bonn (dpa/tmn) – Ein superschickes, supermodernes Bad hätten viele gerne – wenn da nicht die hohen Kosten und der große Aufwand wären. So gönnen sich die Deutschen im Durchschnitt seltener als alle 20 Jahre ein neues Bad, berichtet Jens J. Wischmann von der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft.

Armaturen und Schläuche werden hingegen oft ausgetauscht, wenn sie verkalkt sind oder einem einfach nicht mehr gefallen. Vor allem bei den Duschköpfen hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan - man kann sich damit recht einfach etwas tägliche Wellness gönnen.

Der Klassiker unter den Sonderfunktionen eines Duschkopfes ist die flexible Einstellung des Strahls. Er kann etwa massieren oder sich in einem Schwall verteilen, wie man es von Düsen aus manchem Schwimmbad kennt. Dann gibt es noch Einstellungen, unter denen der Wasserstrahl natürliche Wetterphänomene nachahmt, etwa einen sanften Regenschauer oder den stärkeren Platzregen. Solche Brauseköpfe gibt es schon ab 50 bis 150 Euro.

Die Badplanerin und Ratgeber-Autorin Andrea Stark aus Köln hat allerdings die Erfahrung gemacht, dass ein verstellbarer Strahl den Kunden nicht ganz so wichtig ist. „Viele haben jahrelang die Funktionen nicht genutzt und verzichten beim Neukauf deshalb darauf.“

Wischmann siehst das ein wenig anders: Für ihn sind Duschen mit Massage-Funktion das große Thema. Zwar seien diese bereits in den 1980ern auf dem Markt gekommen, aber erst jetzt werden sie von den Kunden verstärkt angenommen. „Die Leute überlegen: Was hat mir im Spa-Bereich im Hotel gefallen, was könnte ich davon auch zu Hause machen?“, erklärt sich das der Branchensprecher.

Neben den Überkopf- und Handbrausen gibt es auch Modelle, die auf Schulterhöhe montiert sind - etwa mit Schwall, was an der Stelle besonders gut für eine Massage ist. Fest angebrachte Seitenbrausen sind nach Einschätzung der Badplanerin Stark aber kein Thema mehr. „Die waren vor 20 Jahren ein Riesenhit, jetzt nicht mehr“, sagt auch Martin Henrich von Aqua Cultura, einer Vereinigung von Badeinrichtern. Denn ihr großer Nachteil ist die richtige Höhe in der Kabine – schon bei zwei unterschiedlich großen Benutzern ist das ein Problem. „Wenn man sich punktuell massieren will, ist eine Handbrause viel besser geeignet.“

Relativ neu auf dem Markt sind programmierbare Lichtinstallationen und Musikszenarien in der Dusche. Es gibt auch Auslässe für Duftmischungen und Dampf sowie Liegeduschen. Aber all das ist eine kostspielige Sache: „Da ist man leicht bei 40 000 bis 50 000 Euro“, berichtet Henrich. Für ihn sind manche Funktionen am Duschkopf eher nette Spielerei ohne wirkliche Nutzen, etwa eingebaute Lichteffekte. „Lichttherapie kann nur im Gesamtpaket ihre Wirkung entfalten.“ Wischmann bezeichnet Lautsprecher am Duschkopf noch als „exotisch“, und Duftauslässe hätten sich bislang ebenfalls nicht durchgesetzt. Seine Erklärung: „Düfte können auch als unangenehm empfunden werden.“

Am einfachsten austauschen lässt sich die Handbrause, die nach einhelliger Expertenansicht weiter unverzichtbar ist. Daran habe auch der Trend zur Kopfbrause nichts geändert, sagt Henrich. „Die Handbrause ist flexibler und schneller.“ Vor allem Frauen, die öfter aufs Haarewaschen verzichten, wüssten das zu schätzen.

Bei der Auswahl der Handbrause ist den Kunden allerdings ein modernes Design deutlich wichtiger als die Funktionen, so die Erfahrung der Badplanerin Stark. „In den letzten Jahren sind deshalb vor allem dezente Stabhandbrausen beliebt.“ Als Ergänzung zur Regendusche reichten sie oft auch aus, man kann sie auch als Gussschlauch für Kneipp-Wechselduschen benutzen. Vorherrschend sei bei Handbrausen aber weiter das klassische runde Design mit einem Durchmesser von zwölf Zentimetern, sagt Henrich.

Literatur:

Andrea Stark: Bäder neu gestalten: Konzepte zwischen Standard und Luxus, Verlag Rudolf Müller, 2016, 248 Seiten, 59 Euro, ISBN-13: 978-3-481-03463-4

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