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A 20: Hier werden Lkw unter die Lupe genommen

Wismar/Schwerin A 20: Hier werden Lkw unter die Lupe genommen

Das Bundesamt für Güterverkehr kontrolliert auf den Autobahnen in Nordwestmecklenburg, ob die Fuhrunternehmen die Maut gezahlt haben. Dabei gebe es wenig Probleme. Die Einhaltung der sogenannten Lenk- und Ruhezeiten sei hingegen schwieriger.

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Lkw-Fahrer Bernd Dube wird von den BAG-Mitarbeitern Bernd Hinrichs und Danilo Brüning (v.l.) kontrolliert.

Quelle: Michaela Krohn

Wismar/Schwerin. Fast im Minutentakt werden an der Abfahrt zum Autobahnparkplatz „Selliner See“ Lkw von der Fahrbahn gewunken. Denn sie müssen zur Maut- und Straßenkontrolle. Überprüft werden sie vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG). Dessen Mitarbeiter sind täglich auf den Autobahnen im Land unterwegs. Der Parkplatz „Selliner See“ – zwischen den Abfahrten Neukloster und Zurow – gehört zu den regelmäßigen Kontrollpunkten in der Region. Allein an einem Vormittag werden dort bis zu 100 Lkw überprüft – und die Kontrollen sind aufwendig, können manchmal pro Fahrer und Lkw eine Stunde und länger dauern.

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Das Bundesamt für Güterverkehr kontrolliert auf den Autobahnen in Nordwestmecklenburg, ob die Fuhrunternehmen die Maut gezahlt haben. Dabei gebe es wenig Probleme. Die Einhaltung der sogenannten Lenk- und Ruhezeiten sei hingegen schwieriger.

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„Ich werde regelmäßig kontrolliert, davor muss man keine Angst vor haben, gehört dazu.“

Es ist kalt an diesem Februarmorgen, minus sieben Grad. Die Kontrolleure, die die Laster von der Autobahn winken, wechseln sich alle 30 Minuten ab. Bernd Hinrichs ist einer von ihnen, zuständig für die Mautkontrolle. Gerade hat er einen Fahrer aus Anklam herausgewunken. Er fragt unter anderem nach Führerschein, Lizenz und Ladung. „Ich bin leer“, sagt Lkw-Fahrer Andreas Dube kurz und knapp. Heißt: Er ist ohne Ladung unterwegs. Hätte er welche an Bord, würden unter anderem Maße und Gewicht überprüft. „Ich werde regelmäßig kontrolliert, davor muss man keine Angst vor haben, gehört dazu“, sagt er und nimmt es locker.

Wilfried Helm, Leiter der Kontrolleinheit Straße beim BAG, bestätigt: „Die meisten Fahrer finden die Kontrollen in Ordnung, sind kooperativ und freundlich.“ Denn für sie sei vor allem wichtig, genügend Pausen und ordentliche Arbeitszeiten zu haben. „Sie sind schließlich das schwächste Glied in der Kette der Fuhrunternehmen“, sagt Wilfried Helm.Das Bundesamt für Güterverkehr hat seinen Hauptsitz in Köln und betreibt in Schwerin eine von elf Außenstellen. Diese ist zuständig für die Länder Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und den Nordteil Brandenburgs.

Kontrollgeräte zeichnen jede kleinste Bewegung der Lkw auf

Die Kontrollen durch das BAG sind komplex. Kontrolleurin Karin Weinhold überprüft an diesem Vormittag auf dem Parkplatz „Selliner See“ einen Lkw, der zu einem Müllentsorgungsunternehmen gehört. In der Fahrerkabine sitzen gleich zwei Männer. Sie möchte von beiden die Fahrerkarten und das Kontrollgerät des Fahrzeugs checken. Auf den Fahrerkarten werden die sogenannten Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer gespeichert. Das Kontrollgerät des Lkw zeichnet jede noch so kleinste Bewegung des Fahrzeugs auf. Auch der Beifahrer, der in den vergangenen Tagen gar nicht selbst fuhr, wird überprüft.

Maximal 4,5 Stunden am Stück fahren, sonst droht ein Bußgeld

Und: Die erfahrene Kontrolleurin findet tatsächlich Unstimmigkeiten, als sie die Karten auf dem Computer im BAG-Transporter auswertet. Denn die Männer dürfen zum Beispiel nicht länger als 4,5 Stunden am Stück fahren, auch die Pausenzeiten sind genau geregelt. Das ist keine Seltenheit: „Etwa zwei Drittel der vom BAG festgestellten Verstöße betreffen die Regelungen der Lenk- und Ruhezeiten“, betont BAG-Leiter Wilfried Helm.

Die wurden auch von den beiden Fahrern des Abfallunternehmens nicht ganz eingehalten oder nicht auf der Karte vermerkt. Sie sagt aber: „Viele Fahrer wissen gar nicht genau, wie sie ihre Karten einsetzen sollen. Unsere Arbeit vor Ort hat so auch viel mit Aufklärung zu tun.“ Der Fahrer bekommt nach einem Gespräch mit der Kontrolleurin letztendlich „nur“ eine mündliche Verwarnung ausgesprochen. Der Beifahrer, dessen Aufzeichnungen auf der Fahrerkarte viele Lücken aufweist, muss nun mit einem Bußgeld rechnen. Spielraum dafür: 60 bis 5000 Euro. „Bei einer kleiner Ordnungswidrigkeit, wie in diesem Fall, muss der Fahrer allerdings mit keiner hohen Buße rechnen“, beruhigt Karin Weinhold. Letztendlich entscheidet darüber jedoch die zuständige Bußgeldstelle. Der Ton zwischen Kontrolleurin und Fahrern bleibt dabei aber immer freundlich.

„Die Akzeptanz für die Maut ist hoch.“

Auch beim Team der Kontrolleinheit Maut gibt es an diesem Tag einen kniffligen Fall. Kontrolleur Hartmut Röseler hat einen Fahrer aus Polen im Visier, der einen in Deutschland zugelassenen Lkw fährt. Das Gerät an Bord des Lkw, das übermitteln soll, ob die Maut überhaupt bezahlt wurde, ist überhaupt nicht eingeschaltet. „Es könnte sich um eine Manipulation handeln“, sagt der erfahrene Kontrolleur. Unter Generalverdacht stelle er aber niemanden. Häufig komme so etwas nicht vor. Röseler muss nun prüfen, was los ist. Das kann eine Weile dauern.

„In solchen Fällen können wir auch beim Anbieter des Maut-Bezahl-Systems anrufen und fragen, ob dort eingezahlt wurde“, erklärt Danilo Brüning, Leiter der Kontrolleinheit Maut. „Die Beanstandungsquote liegt dauerhaft unter einem Prozent“, betont Brüning. Und: „Die Akzeptanz für die Maut ist hoch.“ Denn gut betrügen könne man bei der dieser Gebühr eigentlich nicht.

Michaela Krohn

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