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Bildergalerien Darßer Weststrand - ein malerischer Sehnsuchtsort
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17:32 28.08.2018
126 Stufen hat der Leuchtturm Darßer Ort. Quelle: Penne, Volker
Darßer Ort

Es sind 126 Stufen, die auf der engen, spiralförmig nach oben führenden Eisentreppe zu bewältigen sind. Dann ist die Aussichtsplattform des Leuchtturms Darßer Ort erreicht. Hier eröffnet sich den Kletterern ein toller Rundumblick.

Tausende Gäste besuchen alljährlich den Leuchtturm Darßer Ort und das Natureum. Dort kommen sie der Landschaft und Abgeschiedenheit des Küstenabschnitts nahe.

Blick auf einen Sehnsuchtsort - aus der Vogelperspektive

„Der Aufstieg hat sich gelohnt“, freuen sich unter anderem Kerstin (53) und Olaf Forch (53) aus Lübtheen (Ludwigslust-Parchim). Das Paar genießt in 29 Metern Höhe die Sicht aus der Vogelperspektive auf Ostsee, Darßwald, West- und Nordstrand. Nicht nur am Strandzugang vor dem 170 Jahre alten Seezeichen herrscht derweil Gewusel.Dieser markanteste Punkt in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft wird alljährlich von Zehntausenden Besuchern angesteuert. Autofrei.

Per pedes, auf dem Rad oder mit dem Pferdefuhrwerk kommen die Neugierigen. Es ist eine Art Sehnsuchtsort an der Nordwestspitze der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Gerade in diesem Supersommer gleicht der Turm mit den angrenzenden Backsteingebäuden einer Pilgerstätte. Die Forchs sind mit Rädern aus ihrem wenige Kilometer entfernten Feriendomizil Zingst gekommen und freuen sich auch auf die Sonderausstellung „Wildnis Darß“.

Diese befindet sich am Fuße des Turms im ehemaligen Petroleumbunker. Hier sind einige exzellente Aufnahmen des Fotografen Jürgen Reich, der in Bartenshagen bei Rostock lebt, zu sehen. Hirsche in der Brunftzeit, Wildschweine am Strand, das Zusammenspiel von Meer und Küste . . . Die sehenswerten Bilder ergänzen gekonnt die in den Kellerräumen des Turms befindliche Ausstellung über die Tier- und Pflanzenwelt der Region.

100 000 Besucher, darunter viele Sammler

Auf das Bernsteinkabinett – der Darß ist bekannt für seine Bersteinfunde – verweist Dr. Thomas Förster. Der 52-jährige Museologe arbeitet als Leiter des hier seit 1991 vom Deutschen Meeresmuseum Stralsund betriebenen Natureums Darßer Ort. Jährlich besuchen rund 100 000 Menschen die kleinen Ausstellungsräume, die beispielsweise Strandfunde, Vogelpräparate und Salzwasser-Aquarien mit heimischen Fischarten beherbergen. „Regelmäßig kommen Strandbesucher mit Fundstücken zu uns, seien es nun Muscheln, versteinerte Tintenfische, Bernstein oder Hühnergötter“, erzählt der Unterwasser-Archäologe.

Stürme verändern die Landschaft

„Das ist ja ein mächtiger Seeadler“, staunt Enno Hoog (12), als er die Abteilung Greifvögel betritt. Mit seinen Geschwistern Johannes (7) und Paula (13) sowie den Eltern Christine (42) und Thorsten ist der Recklinghausener (Nordrhein-Westfalen) auf Museumsrallye. Eifrig beantworten die Urlauber, die erstmals in MV sind, die Quiz-Fragen. „Mir gefällt das Mini-Museum prima. Die Veränderung der Küste, die auch auf Tafeln gut erklärt wird, ist beeindruckend“, sagt Christine Hoog.

Wie gewaltig Stürme und Hochwasser gerade auch auf dem Darß die Landschaft verändern und mitunter gleich mehrere Meter Küste wegreißen, erläutert Dr. Förster am Relieftisch. Das Modell steht seit 2016 am Strandzugang vor dem Leuchtturmgelände. Angesichts der Häufung extremer Wetterlagen mit massiven Küstenabbrüchen wäre es denkbar, dass der Leuchtturm in gut 50 Jahren ein Opfer des Meeres werden könnte, erklärt der gebürtige Rüganer.

„Durch Sturmfluten und Stürme geht jährlich im Schnitt ein Meter Küste vor dem Leuchtturm verloren“, sagt Dirk Meier (55). Der Vermessungsingenieur im Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund arbeitete am Relieftisch mit. Er hat unter anderem Uferlinien aus den Jahren 1952, 1966 und 1998 rund um den Leuchtturm aufgearbeitet und durch neue ergänzt.

„Bella Donna“ und „Heinrich“ ziehen eine tonnenschwere last

Den Darßer Ort und das Natureum möchte Karina Maier (31) ihren Töchtern Liana (4) und Anna (2) zeigen. Sie hat die Kleinen im Fahrradanhänger hierher kutschiert. Die gebürtige Vogtländerin, die als Lehrerin in Bayern arbeitet, war vor 15 Jahren mit ihren Eltern hier und ist Ostsee-Fan.

Zeitgleich mit den Urlaubern erreicht Burkhard Rühling (57) mit seinem voll besetzten Kremser das Areal. Gemächlich ziehen die Mecklenburger Kaltblüter „Bella Donna“ und „Heinrich“ das insgesamt bis zu drei Tonnen schwere Fuhrwerk. „Für die 5,8 Kilometer zwischen Prerower Bernsteinweg und Leuchtturm brauche ich eine Stunde“, sagt der gelernte Schäfer aus Flemendorf bei Barth. „In der Hauptsaison pendeln hier zwischen 10 und 17 Uhr täglich drei bis vier Gespanne“, erklärt Rühling.

In den kommenden Wochen werden er und seine Kollegen verstärkt Naturbeobachter als Fahrgäste begrüßen. Denn die Brunft der Hirsche und der Herbstzug der Kraniche beginnen. Der erfahrene Kutscher versorgt die Pferde und lässt sie im Schatten der hohen Bäume ausruhen.

Wer auf dem Darß war, kommt wieder

Im Café des Natureums, das Museumsbesuchern vorbehalten ist, entspannt unterdessen auch Familie Hoog. „Mandeltorte, Hefeklöße und Bauernfrühstück sind besonders gefragt“, sagt Chefin Dorith Faulbaum (54). Die insgesamt 70 Plätze im und vor dem Café sind heiß begehrt. Für die fünf Recklinghausener, die im benachbarten Born Ferien machen, steht fest, dass sie „wiederkommen“.

Penne Volker

Aktuelle und außergewöhnliche Motive aus Mecklenburg-Vorpommern und dem Rest der Welt.

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