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Bildergalerien Eine kleine Sensation: Wismar hat wieder einen Podeus!
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19:07 22.06.2018
Hier wird der Podeus in Rostock fertig gemacht für den Abtransport. Der Raupenschlepper made in Wismar ist vermutlich das letzte erhaltene Fahrzeug dieser Art. Quelle: Kerstin Schröder
Wismar

Das Phantechnikum Wismar hat seit Freitag einen Podeus im Innenhof stehen. Den etwa fünf bis sechs Tonnen schweren Raupenschlepper hat ein Kran dorthin bugsiert. Er ist der wahrscheinlich letzte erhaltene Raupenschlepper made in Wismar.

Das Phantechnikum hat den wahrscheinlich letzten erhaltenen Raupenschlepper made in Wismar gekauft.

Von 1919 bis 1926 ist das Kettenfahrzeug von der Firma Motorpflugfabrik Paul H. Podeus in der Hansestadt produziert und ins In- und Ausland verkauft worden. Das Exemplar, was in Finnland entdeckt wurde, ist vermutlich eins von fünf Exemplaren, die dort vor Jahrzehnten zum Bau eines Kraftwerkes eingesetzt wurden. „Und dieses ist wahrscheinlich das Ersatzteillager gewesen“, sagt Museumsdirektor Andrej Quade. Er hat den Podeus in Finnland gekauft. „Als wir die Nachricht aus dem hohen Norden erhalten haben, ich bin sofort losgeflogen“, berichtet Quade. Er wollte keine Zeit verlieren. Denn auch einige Sammler hatten ein Auge auf den Podeus geworfen – und „die können mehr Geld bieten als ein Museum“. Doch Quade hat Glück. Der Besitzer, ebenfalls ein Sammler seltener Fahrzeuge, wollte, dass der Raupenschlepper wieder zurück in seine Heimatstadt kommt. „Er hat den Namenszug Wismar auf dem Podeus stehen sehen und war von der Idee begeistert“, erzählt Quade. Zum Kaufpreis macht der Museumsdirektor keine Angaben.

Im Dezember 2015 – bei minus 18 Grad – hat Andrej Quade den Kauf des Podeus in Finnland erfolgreich abgewickelt. Etwa 600 Kilometer nördlich von Helsinki. Im Sommer darauf haben Nachbarn des Verkäufers kostenlos geholfen, dass Fahrzeug aus dem Wald zu holen, wo es stand. Dann wurde es nach Rostock gebracht. Und von dort aus hat das Unternehmen Sönke Jordt – ebenfalls kostenlos – den Podeus nach Wismar gebracht.

Die 40 bis 45 PS starken Schlepper konnten maximale Lasten bis zu 20 Tonnen ziehen und Steigungen von mehr als 50 Prozent überwinden. Einsatzgebiete waren die Land- und Forstwirtschaft oder der Bausektor. Obwohl das Konzept erfolgversprechend schien, konnten sich die Raupenschlepper gegenüber der Konkurrenz nicht behaupten. 1926 wurde die Produktion eingestellt.

Ob der Schlepper mit der Seriennummer 1034 tatsächlich der letzte seiner Art ist, weiß niemand. Fakt ist jedoch: Im Internet und von Händlern werden keine Exemplare angeboten.

Ziel des Phantechnikums ist es, den „Podeus“ mithilfe von Spendengeldern wieder fahrtüchtig zu machen. Und wer weiß, vielleicht erklingt dann auch sein Motor wieder und seine Ketten rasseln über Wismars Straßen.

Schröder Kerstin

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