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Einsatz auf der Eisbahn: Retter trainieren für den Ernstfall

Wismar Einsatz auf der Eisbahn: Retter trainieren für den Ernstfall

Die Freiwillige Feuerwehr Wismar Altstadt probt mit Leitern, Eispickeln und Schlauchboot auf einer künstlichen Eisbahn. Denn weil der Winter zurzeit so mild ist, hat kein Gewässer in der Region eine Eisschicht, die dick genug zum Trainieren ist.

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Phillipp Peltzer (l.) und André Reinsch proben mit „Opfer“ Ronny Bayerlein die Eisrettung vom Schlauchboot aus.

Quelle: Michaela Krohn

Wismar. Vorsichtig, aber so schnell wie möglich bewegen sich André Reinsch und Philipp Peltzer mit einem Schlauchboot voran. Das Problem: Das Schlauchboot liegt auf Kufen auf dem Eis und die beiden Retter der Freiwilligen Feuerwehr Wismar Altstadt können sich nur mit einem sogenannten Halligen-Tool vorwärtsbewegen. Immer wieder schlagen sie das Werkzeug – ähnlich einer Spitzhacke – in das Eis unter ihnen und ziehen sich und das Schlauchboot Meter für Meter voran. Nur noch ein kleines Stück, dann haben sie es geschafft und das Opfer vom Eis gerettet. Dieses Szenario ist zum Glück nur ein Training für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Altstadt und spielt sich nicht etwa auf einem zugefrorenem See in Wismar oder der Umgebung ab, sondern auf der Eisbahn an der Markthalle. Dort haben 35 Feuerwehrleute die Eisrettung für den Ernstfall trainiert.

DCX-Bild

Die Freiwillige Feuerwehr Wismar Altstadt probt mit Leitern, Eispickeln und Schlauchboot auf einer künstlichen Eisbahn. Denn weil der Winter zurzeit so mild ist, hat kein Gewässer in der Region eine Eisschicht, die dick genug zum Trainieren ist.

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Training wegen milder Temperaturen auf der Eisbahn

„Wir wollen unter möglichst realen Bedingungen trainieren“, sagt Wehrführer Nico Porath. Auf einem See zu trainieren, gehe natürlich nur, wenn es sehr kalt und die Eisschicht dort dick genug ist. Da die milden Temperaturen das in diesem Winter nicht möglich machen, hat sich die Wehr für die Eisbahn entschieden.

André Reinsch und Philipp Peltzer wissen: Die Bedingungen auf der Eisbahn sind lange nicht so extrem wie auf einem echten, zugefrorenem Gewässer. „Draußen auf dem Eis ist es härter. Es ging hier ganz gut, aber anstrengend ist es trotzdem“, sagt André Reinsch.

Neben der Rettung mit dem Schlauchboot gab es noch zwei weitere Stationen, an denen sich alle 35 Mitglieder der Wehr beweisen mussten. Erste Aufgabe war die Eisrettung über Steckleiterteile, bei dem der Retter sich flach über der Eisoberfläche auf zwei Teilen einer Leiter fortbewegt. Einfach ist diese Aufgabe nicht: Ein Leiterteil wiegt zwischen 15 und 20 Kilogramm und muss vom Retter vor sich hergeschoben werden. Eine weitere Aufgabe war die Rettung einer verletzten Person über das Rettungsbrett.

Freiwillige Feuerwehr sucht neue Mitglieder

„Es ist wichtig, dass auch solche Situationen trainiert werden“, sagt Wehrführer Nico Porath – auch wenn diese nicht häufig in der Realität vorkommen. Eine echte Eisrettung hat bislang keiner der Feuerwehrleute mitgemacht – zum Glück. Ungefährlich sind sie nicht.

Jeden zweiten Montag steht die Ausbildung für die insgesamt 67 aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Altstadt auf dem Programm. Einmal im Winter wird die Eisrettung wie auf der Eisbahn trainiert. „Beim nächsten Mal steht Erste Hilfe auf dem Plan“, sagt Zugführer Stefan Kaspereit, der auch für die Ausbildung der Wehr zuständig ist. Die Freiwillige Feuerwehr Wismar Altstadt hat neben ihren aktiven Mitgliedern 22 Nachwuchskräfte in der Jugendfeuerwehr.

Michaela Krohn

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