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Bildergalerien Fertig zur Auslieferung: Smarte Schiffskabinen aus Wismar
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05:30 10.07.2018
die Geschäftsführer Johannes Gößler (l.) und Volker Asmus Quelle: Michaela Krohn
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Wismar

Der Countdown läuft – Ende Juli geht es los: Die Kabinenbauer von MV Werften starten mit der Auslieferung ihrer ersten Fertigmodule. Und die sind smart. Dank digitaler Sprachsteuerung verstehen sie die Wünsche ihrer Bewohner.

Ende Juli werden die ersten Schiffskabinen made in Wismar ausgeliefert. Sie werden in Stralsunder Yachten und in ein Wismarer Hotel eingebaut. Ab 2019 kommen sie in die größten Kreuzfahrtschiffe der Welt.

„Die Passagiere können mit ihren Stimmen die Technik in den Kabinen steuern, dadurch werden die Kreuzfahrten noch komfortabler“, berichten die Geschäftsführer der MV Werften Fertigmodule GmbH, Johannes Gößler und Volker Asmus. Die Technik basiert auf Mini-Computern. Die werden in die Unterkünfte der neuen Mega-Kreuzfahrtschiffe der Global Class eingebaut, die in den nächsten Jahren auf den MV Werften in Wismar und Warnemünde entstehen. „Alle Passagier-Kabinen werden mit der Sprachsteuerung ausgerüstet“, berichtet Gößler. Die Technik sei in Zusammenarbeit mit der Lübecker Firma Voltus entwickelt worden und sei eine Neuheit in der Kreuzfahrtbranche. Auch sonst soll es an Bord der Global-Schiffe digital zugehen – mit Datenübermittlung und Zahlungen via Bluetooth und Touchscreens. Sie sollen die klassische Bordkarte überflüssig machen.

In zahlreichen Wohnungen und Häusern hat die digitale Sprachsteuerung bereits Einzug gehalten – auch dank der bekannten Fernsehwerbung: „Alexa“ – mach das Licht an! Alexa – schalte den Fernseher an!“ Alexa – mach Musik an!“ Und der Computer macht genau das – während der Mensch bequem auf dem Sofa sitzen bleiben kann oder nachts den Lichtschalter nicht suchen muss. In den Schiffskabinen der Global Class kann die Technik das Licht sogar in verschiedenen Farben erleuchten lassen – so kann die Einfahrt in den Hafen ziemlich bunt werden. Außerdem arbeitet die Technik weitestgehend offline.

„Denn auf hoher See ist das Internet nicht immer und überall erreichbar“, erklärt Gößler. Da die Steuertechnik teuer ist, wird sie nur in den Unterkünften der Passagiere eingebaut, in die der Crew-Mitglieder nicht. Zudem gibt es in den Kabinen Kohlendioxid-Sensoren, die erkennen, ob sich Passagiere darin aufhalten. „Sind die Passagiere nicht da, wird die Lüftung angepasst, das spart Energie“, berichten die Geschäftsführer. Sie sind seit 2016 mit dem Aufbau der Kabinenproduktion betraut. Seither haben sie Mitarbeiter eingestellt, die Produktionsstrecke aufgebaut und Material eingekauft – und seit Monaten für den Auslieferungsstart geübt.

Ende des Monats verlassen nun die ersten Kabinen die Halle: Sie werden in die Endeavor-Yachten in Stralsund eingebaut und in die neue Beherbungsstätte von MV Werften am Alten Holzhafen in Wismar. Letzte bekommt 104 Kabinen. Zehn davon sind behindertengerecht und eine weitere ist für Rollstuhlfahrer geeignet. „Diese Unterkünfte sind breiter und haben keine Barrieren“, erklärt Johannes Gößler. Er und Volker Asmus freuen sich auf den Beginn der richtigen Produktionsphase. Das Team habe viel geübt und sei bereit. „Es ist auch wichtig für die Motivation unserer Mitarbeiter, dass ihre Kabinen wirklich gebraucht und nicht wieder für weiteres Training auseinandergebaut werden“, betont Asmus. Außerdem wisse man dann auch, wo es hakt und man noch an Verbesserungen feilen muss. „Wenn wir die Global-Schiffe beliefern, haben wir für Fehlerbehebung keine Zeit mehr, dann muss alles reibungslos funktionieren“, ergänzt Asmus.

Voraussichtlich ab Januar 2019 werden auf den Schiffen der „Global Class“-Serie 2500 Kabinen verbaut – und das innerhalb eines knappen Jahres. Um die gewaltigen Mengen an Material und die unzähligen Arbeitsschritte an Bord zu verringern sowie die Unterkünfte so effektiv wie möglich zu bauen, werden sie an einem hochmodernen Fließband hergestellt, dort komplett ausgerüstet und möbliert. Alle 20 Minuten ist eine Kabine fertig.

Los geht es mit den Crew-Kabinen für die Endeavor-Yachten, die in Stralsund gebaut werden. Einige Tage später werden dann sechs „Zimmer“ pro Woche für die Beherbungsstätte in Wismar ausgeliefert. „Hier sind es allerdings erstmal nur die Hüllen, die Möbel kommen im Dezember“, berichtet Johannes Gößler. Die Hebebühne für das Einbringen der Kabinen in das Hotel wird gerade vorbereitet.

93 Mitarbeiter hat die MV Werften Fertigmodule GmbH zurzeit – 40 in der Produktion. Im Januar, wenn die Produktion für die Global Class hochgefahren wird, sollen 50 bis 60 Leute am Fließband arbeiten. „Das Büro ist mittlerweile komplett besetzt, wir haben sehr gute Mitarbeiter für die Projektplanung und den Einkauf gefunden. Geplant ist, dass Mitte 2019 das Team aus 150 Frauen und Männern besteht.

Schröder Kerstin

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