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Bildergalerien Großes Aufräumen auf der Wasserburg
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15:57 13.05.2018
Die Divitzerin Elke Bentert und ihre Enkeltochter Emma Hecht packten beim Arbeitseinsatz mit an. Quelle: Robert Niemeyer
Divitz

Man könnte meinen, das Gelände der Wasserburg in Divitz (Vorpommern-Rügen) ist über Jahre als illegale Müllhalde missbraucht worden. Etliche Autoreifen, leere und volle Glasflaschen, Sperrholzplatten und allerhand Unrat mehr beförderten am Sonnabend die vielen Freiwilligen zutage, die sich am Subbotnik des Fördervereins Kulturgüter Wasserburg Divitz beteiligt hatten. Der Arbeitseinsatz ist ein weiterer Schritt auf dem langen Weg zum Erhalt der Burg, die zu den 14 meist gefährdeten Baudenkmälern Europas zählt.

Divitzer Baudenkmal ist 2018 der regionale Beitrag zum europäischen Kulturerbejahr.

Wasserburg ins Bewusstsein bringen

„Natürlich mache ich hier gerne mit. Ich hoffe, dass die Burg bald wieder schön aussieht“, sagte Elke Bentert, die mit ihrer Enkelin Emma Hecht mit anpackte. Bentert zog 1987 nach Divitz und wohnte bis 1992 selbst in einem der Gesindehäuser auf dem Burggelände.

„Das ist eine fantastische Anlage. Es wäre eine Schande, wenn das Schloss verfällt“, sagte die Barther Archäologin Marlies Konze. Solche Freiwilligenaktionen würden die Menschen zusammenbringen und für den Erhalt des Schlosses sensibilisieren.

Das ist auch das Ziel des Fördervereins. Mehrere Aktivitäten sollen das Baudenkmal in diesem Jahr weiter in das Bewusstsein der Bewohner und Besucher der Region bringen. Dazu zählt unter anderem ein Deutsch-Französisches Jugendcamp. Die Teilnehmer werden im August zwei Wochen lang auf der Wasserburg arbeiten, Baumaterial bergen und die Geschichte der Divitzer Burg und der Region erkunden.

Höhepunkt wird der Tag des offenen Denkmals sein. Der findet am 9. September statt. Einen Tag zuvor ist ein großes Wasserburg-Fest geplant.

Akute Notsicherung

Der Förderverein und der Zingster Europa-Abgeordnete Werner Kuhn haben die Divitzer Burg als regionalen Beitrag zum europäischen Kulturerbejahr auserkoren. „Und selbstverständlich packe ich auch mit an. Man sollte seine eigene Geschichte mit der Geschichte seiner Region verbinden“, sagte Kuhn am Samstag, als er den Anzug gegen T-Shirt und Arbeitshandschuhe tauschte. „Die Politik und die Gemeinde stehen hinter diesem Projekt“, so Kuhn. So beteiligten sich unter anderem auch der Landtagsabgeordnete Dietmar Eifler und Christian Haß, Bürgermeister der Gemeinde Divitz-Spoldersahgen und Amtsvorsteher des Amtes Barth am Subbotnik.

Am Gebäude selbst ist die akute Notsicherung mittlerweile so gut wie abgeschlossen. Die schlimmsten Löcher im Dach wurden geflickt, Fenster mit Brettern dichtgemacht, Räume mit Balken gestützt. 40000 Euro hat diese Sicherung gekostet.

Rund zwei Millionen Euro werden für die eigentliche Sicherung der Burg benötigt. Nach einigem Ringen hat der Landkreis Vorpommern-Rügen diese Aufgabe übernommen. Derzeit wird die europaweite Ausschreibung dafür vorbereitet. Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Arbeiten in diesem Jahr noch nicht beginnen. „Die Burg muss wohl noch einmal durch den Winter“, sagte Erich Kaufhold, Vorsitzender des Fördervereins.

Fördermittel des Landes in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro sollen für die Sicherung der Burg fließen. Gleichzeitig soll ein Nutzungskonzept für die Burg erstellt werden.

Zur Geschichte der Wasserburg

Die von einem Graben umgebene Divitzer Burganlage lässt sich bereits im frühen Mittelalter nachweisen. Der Giebel mit der Turmuhr gilt als der älteste Teil der Anlage. Er stammt vermutlich aus der Zeit des Ritters Conrad (oder Cord) von Krakevitz. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg dann neu ausgebaut. Der zweigeschossige Nordflügel stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert wurde das Herrenhaus im Barockstil umgebaut. Der Ostflügel mit zwei Portalen wird auf 1729 und 1743 datiert. Den zugehörigen Landschaftspark ließ Friedrich Heinrich von Krassow (1775-1844) anlegen.

Letzter Besitzer des zugehörigen Gutes vor der Bodenreform 1945 war ab 1892 die Familie der Grafen von der Groeben.

Heute gehört die Burg dem Förderverein Kulturgüter Wasserburg Divitz.

Niemeyer Robert

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