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Bildergalerien Hohen Wieschendorf: Endlich Baurecht für die Marina
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18:13 14.09.2018
Blick von oben auf die Ferienanlage „Bades Huk“ am Strand von Hohen Wieschendorf: Zum Areal gehören zurzeit eine Marina, ein Anleger mit Gastronomie, ein großer Parkplatz und Ferienhäuser, die seit Jahren leer stehen (links oben). Quelle: Fcr Media Gmbh
Wismar

Der Stillstand hat ein Ende: Nach mehrjährigem Baustopp dürfen die Ferienanlage und die dazugehörige Marina in Hohen Wieschendorf endlich fertiggestellt werden. Die bereits bestehenden Häuser sollen nun so schnell wie möglich neugestaltet werden und daraus etwa 70 modernisierte Ferienwohnungen entstehen. Das kündigt Investor Oliver Soini an. Der Salzburger kann sein Glück kaum fassen, als Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss (SPD) auf ihrem Jahresempfang am Mittwochabend der Gemeinde grünes Licht gibt. Denn 13 Jahre ist die Marina die größte Investitionsruine des Landes in allerbester Lage gewesen. Sie hat eine Geschichte mit Verbindlichkeiten in Millionenhöhe, zu Unrecht in Anspruch genommene Subventionen und Schwarzbauten.

Investor plant Feriendomizil „Bades Huk“. Arbeiten beginnen im ersten Quartal 2019.

Rückblick: Die Häuser und die Marina sind fast fertig, als 2005 der damalige Investor Michael Veit Iwanschitz in die Pleite geht. Der Hotelier aus Lübeck wollte die Anlage mit 17 Millionen Euro aufbauen – 7,1 Millionen sollten als Fördermittel vom Land kommen. Das Landesförderinstitut bewilligte die Summe und zahlte davon 3,7 Millionen für die Marina aus. Das Geld steckte der Investor aber in zusätzliche Ferienwohnungen, die nicht förderfähig waren. Deshalb forderte das Land sein Geld zurück und Iwanschitz bekam wegen Subventionsbetrugs vom Schweriner Landgericht eine Bewährungsstrafe.

Oliver Soini will nun endlich eine Erfolgsgeschichte aus dem Ostsee-Areal machen. Der Salzburger hat die Marina und das Feriendorf Ende 2011 aus einer Insolvenzmasse für 3,5 Millionen Euro ersteigert. Doch zwei Jahre später spricht der Landkreis einen Baustopp aus. Grund: Die baurechtlichen Verhältnisse seien ungeklärt und der alte Bebauungsplan ungültig. Fünf Jahre hat es gedauert, das zu ändern. Und zum Neustart setzt der Investor auf einen neuen Namen. So wird aus der mit Negativschlagzeilen behafteten Marina Hohen Wieschendorf das Urlaubsparadies „Bades Huk“.

„Der Name ist ein neuer Anfang und er hat einen Bezug zur Region“, sagt Soini. „Bades Huk“ soll an den ehemaligen Seefahrer aus Hohen Wieschendorf Wilhelm Bade erinnern, der Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Polarkreuzfahrten anbot, und schon damals gewusst habe, „wie heilsam das Reisen und das Leben an der Ostseeküste sind“. Das künftige Feriendomizil „Bades Huk“ hat schon seine eigene Internetseite. Und Soini ist sicher: In Hohen Wieschendorf finden Feriengäste ihr „zweites Zuhause“.

Bürgermeister Jan van Leeuwen (CDU) hat in den vergangenen drei Jahren weitere Diskussionen um die Marina bewusst aus der Öffentlichkeit herausgehalten. Denn: „Es war ein jahrelanges Auf und Ab, deswegen haben wir hinter verschlossenen Türen lieber konzentriert an dem Ziel gearbeitet, Baurecht zu bekommen.“ Am 22. August fassen die Gemeindevertreter den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 27 „Marina Hohen Wieschendorf“. Den hat der Kreis am Mittwoch genehmigt.

Oliver Soini würde mit seiner Firma Soini Asset Immobilien nach „den harten, langen Jahren des Wartens“ am liebsten sofort loslegen: „Die Bauanträge sind bereits gestellt, die Arbeiten sollen im ersten Quartal 2019 beginnen“, sagt der Investor. Einen maritimen Hintergrund habe er nicht, „aber einen alpinen“, lacht Soini. Und immer, wenn er in Hohen Wieschendorf sei, erfahre er „die totale Entspannung“. Das werde auch die Feriengäste überzeugen. Unmengen von Anfragen für die Wohnungen gäbe es bereits. Doch die Vermarktung beginne erst Anfang 2019.

Trotz des Baustopps durch den Kreis hat im halb fertigen Urlaubsdorf nicht alles brach gelegen. Auf dem Anleger mit den 120 Schiffsliegeplätzen durfte eine Gastronomie entstehen. Dort hat von April bis Oktober ein Italiener geöffnet – dessen Angebot würden auch die Einheimischen sehr schätzen, berichtet Bürgermeister Jan van Leeuwen. Michael Schäfer, der Eigentümer des Anlegers, will künftig weitere Gastronomie anbieten und Shops. Vorne auf dem Anleger stellt er sich ein Gebäude mit Rundumblick und Kamin vor – für Hochzeiten und Familienfeiern.

Auch ein fertig gestelltes Musterhaus gibt es auf dem Areal bereits. „Dessen Stil soll auf dem gesamten Gelände fortgesetzt werden. Geplant sind große Fenster und eine Dünenlandschaft – sodass die Gäste barfuß vom Haus zum Strand laufen können. Naturschutz soll groß geschrieben werden. Denn die Wismarbucht ist FFH- und europäisches Vogelschutzgebiet mit strengen Richtlinien. Auch sie haben die Baugenehmigung so schwer gemacht. Etliche Gutachten waren notwendig – unter anderem zu Arten- und Schallschutz.

Die Geschichte

2002 erhält Investor Michael Veit Ivanschitz den Bescheid über Fördermittel von Land und EU zum Bau der Marina in Höhe von 7,1 Millionen Euro. Ab Saison 2003, so verspricht er, soll die Marina „eine Top-Adresse für Freizeitskipper“ sein.

2004 ist die Baufirma insolvent. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Ivanschitz wegen des missbräuchlichen Einsatzes von Fördermitteln.

2008 soll Ivanschitz laut Gerichtsurteil 3,7 Millionen Euro an das Land zurückzahlen. Andere Investoren tauchen auf und verschwinden wieder. Die Marina bleibt eine Investruine.

2011 erhält Oliver Soini aus Salzburg den Zuschlag für die Marina. 2012 eröffnen er und Reinhold Dierkes feierlich die Marina.

2013 verhängt der Kreis Baustopp für die Ferienhäuser, weil die baurechtlichen Voraussetzungen fehlen.

2016 werden vier Häuser abgerissen. Ein Musterhaus soll die neuen Pläne veranschaulichen.

2018 gibt es Baurecht.

Kerstin Schröder

Im 16. Jahrhundert war Ulrich von Schwerin einer der einflussreichsten Männer Pommerns und sehr vermögend. Er ist der Bauherr der Wasserburg Spantekow (Vorpommern-Greifswald). Ein Nachkomme hat sie 1999 zurückgekauft.

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