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Bildergalerien Mittelalterliches Kreuz wird restauriert
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05:05 24.03.2018
Restaurator Marcus Mannewitz, Pastor Kai Völker und Marlies Möll-Küthe mit Renate Keitmann von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (v.l.) besichtigten das 3,3 Meter große Triumphkreuz in der Kenzer Kirche. Quelle: Carolin Riemer
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Kenz/Stralsund

Das gotische Kruzifix ist vermutlich älter als die Kenzer Wallfahrtskirche. Nun wird das 3,30 Meter hohe Kreuz und der 1,73 Meter große Jesus aufwendig vom Rostocker Restaurator Marcus Mannewitz restauriert. Die Kosten übernimmt zu 100 Prozent die Murmann-Stiftung, die innerhalb der Deutschen Stiftung Denkmalschutz aktiv ist und vor zwei Jahren bereits die Restaurierung des Scheinsarkophags von Herzog Barnim VI finanzierte.

Das Triumphkreuz und die Christusfigur in Kenz (Vorpommern-Rügen) sind vermutlich älter als die Kirche. Die Murmann-Stiftung übernimmt die Sanierungskosten in Höhe von 25 000 Euro. Das Kreuz weist eine Ähnlickkeit mit dem in Stralsund auf.

Stiftung finanziert Kosten der Restaurierung

25 000 Euro kosten die Arbeiten an dem fast 650 Jahre alten Triumphkreuz. Den Fördervertrag überreichen Renate Keitmann und Marlies Möll-Küthe. Die beiden Stralsunderinnen arbeiten ehrenamtlich im Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. „Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Kleinod in Kenz erhalten können“, sagt Renate Keitmann. Die Stiftung finanziert derzeit den Erhalt von etwa 400 Objekten allein in Mecklenburg-Vorpommern.

Dass das Kenzer Triumphkreuz ein besonders erhaltenswertes kulturelles Zeugnis ist, stellte Kunsthistoriker Detlef Witt fest, als er es eingehend untersuchte. Restaurator Marcus Mannewitz erklärt: „Es besitzt eine imposante Größe, zeigt eine hohe Qualität der Ausführung und ist auch nach Jahrhunderten sehr gut erhalten geblieben.“ In den kommenden drei Monaten wird der Arbeitsplatz des Restaurators auf einem Baugerüst in mehr als vier Metern Höhe, knapp unter dem Kirchengewölbe, liegen. Das Kreuz wurde vorsichtig von der Nordwand im Chor abgenommen, wo es die vergangenen 100 Jahre an der Wand hing. Keine leichte Aufgabe, denn das Kreuz wiegt zwischen 160 und 200 Kilogramm. Zuletzt wurde es im Jahr 1901 restauriert.

Ähnlichkeit mit Christusfigur in Stralsund

Mittlerweile löst sich jedoch die Farbe ab, ein weißlicher Belag hat sich an einigen Stellen über dem Eichenholz ausgebreitet. Restaurator Mannewitz führte bereits Reinigungsproben durch – mit sichtlichem Erfolg. Die bearbeiteten Stellen sehen aus wie neu und lassen die Farbe strahlen. Falls Schnitzarbeiten anfallen, wird er sich professionelle Hilfe von einem Holzbildhauer holen. Besonders schön findet Restaurator Mannewitz die 40 Blätter, die das Kreuz einrahmen und es als Lebensbaum ausweisen. Vermutlich wurde das Triumphkreuz in einer Stralsunder Werkstatt angefertigt. Zu diesem Schluss kommt Kunsthistoriker Detlef Witt: „Die feste Plastizität des Jesus-Körpers mit dem eng anliegenden Lendentuch verweist stilistisch auf Skulpturen des ,Bertramkreises’ aus dem Jahre 1370/ 1380, dessen Einfluss wir auch bei den Werken in Doberan und Stralsund wiederfinden.“ Kurz gesagt: Der Kenzer Jesus hat große Ähnlichkeit mit dem Jesus in der Stralsunder Nikolaikirche und weist auch eine große Nähe zu einer Christusfigur eines Vesperbildes auf, das im Historischen Museum Stockholm ausgestellt ist. Der Kunsthistoriker vermutet, dass es aus Stralsund nach Schweden exportiert wurde.

Marcus Mannewitz wird dem Kenzer Jesus aber auch seine Fingerspitzen wiedergeben, die er in den vergangenen Jahrzehnten verloren hat und die Pastor Kai Völker behutsam aufbewahrt. „Bei uns kommt nichts weg“, sagt er lächelnd.

Etliche Rippen sind an der Christusfigur erkennbar. Viel mehr, als ein Mensch besitzt – so wird auch einem Laien schnell klar, dass die Figur aus dem Mittelalter stammt. Einer Zeit, in der sich die Menschen noch nicht so gut mit der Anatomie des Körpers auskannten.Wenn Marcus Mannewitz vermutlich im Juni, das hängt von den Temperaturen ab, seine Arbeit beendet, wird das Triumphkreuz in seiner neuen strahlenden Schönheit und Farbe umziehen. Von der nördlichen Wand des Chores soll es künftig im Übergang zwischen Kirchenschiff und Chor aufgehängt werden. „So kommt es natürlich viel besser zur Geltung“, sagt Pastor Kai Völker.

Carolin Riemer

Michael Groth und Ulf Buths sind seit mehr als 20 Jahren Müllmänner in der Hansestadt. Täglich bewegen sie bis zu 28 Tonnen Abfall - ein Knochenjob.

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