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06:01 28.07.2018
Die Bauarbeiten am Dach der Nikolaikirche laufen weiter. Derzeit werden das achte und neunte Joch saniert. Quelle: Marlies Walther
Stralsund

Es ist ein ganz besonderer Arbeitsplatz, hoch über den Dächern von Stralsund. Derzeit laufen auf dem Dach der Nikolaikirche die Sanierungsarbeiten am achten und neunten Joch. Seit 2011 wird das Dach Schritt für Schritt saniert.

Auf Stralsunds ältester Kirche, St. Nikolai, laufen die Sanierungsarbeiten des Daches weiter. Bis zum Ende des Jahres sollen die Arbeiten am achten und neunten Joch beendet sein.

„Das bedeutet, dass wir maßgeblich die Dachhaut sanieren“, erklärt Architekt Burkhardt Eriksson. Die Kupferklempner sind damit beschäftigt, neue Kupferscharren anzubringen. Bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen blenden die Scharren nicht nur ungemein, sondern dort oben entsteht durch die Reflektion eine enorme Hitze. „Wir haben manchmal um die 60 Grad“, sagt der Architekt.

Noch glänzen die Scharren zwar, aber schon nach wenigen Tagen bildet sich eine Patina. Allerdings wird sie nicht mehr dieses unverwechselbare Grün haben wie einst, „dafür ist unsere Luft mittlerweile zu sauber“, sagt Burkhardt Eriksson. Mit einer Falztechnik werden die Scharren miteinander verbunden. Befestigt sind sie so, dass das Material noch arbeiten kann, ohne dass Risse oder Brüche entstehen. Denn nötig geworden war die Sanierung, weil Wasser durch das Dach lief.

Doch so einen Bau saniert man nicht mal eben so. Seit 2011 wird am Dach der Kirche Schritt für Schritt gearbeitet. Mit dem jetzigen Bauabschnitt wurde im Frühjahr begonnen, in diesem Jahr soll er noch beendet werden.

„Grundsätzlich macht es nur Sinn, das Dach zu sanieren, wenn auch die Dachkonstruktion darunter in Ordnung ist“, erklärt der Architekt. Und da gibt es für die Mitarbeiter der Firma Bau GmbH Langner einiges zu tun, um diese wieder instand zu setzen. „Wir haben Probleme mit Fäulnis im Holz und an zwei Stellen mit Hausschwamm. Einige Deckenbalken müssen erneuert werden.“ Das hört sich jedoch einfacher an als es ist. „Die Schwierigkeit ist es, trockenes Holz zu bekommen. Da es technisch getrocknet werden muss, kann die Wartezeit darauf schon mal vier bis sechs Wochen betragen“, erklärt der Architekt.

Zu diesem Bauabschnitt gehört dazu, dass die Obergardenfenster ebenfalls restauriert werden. Sie werden ausgebaut und in einer speziellen Werkstatt in Berlin neu aufgebleit. „Das bedeutet, dass die Bleirauten in den Fenstern neu gemacht werden“, erklärt Burkhardt Eriksson. „Das Fensterglas bleibt selbstverständlich erhalten.“

600 000 Euro kostet die Sanierung der beiden Joche. „Das geht nur mit breiter Unterstützung“, sagt Pastor Mahnke. Ein riesiger Brocken von fast 50 Prozent der Summe wird über Städtebaufördermittel gestemmt. Die Kirchengemeinde, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Kirchenbaustiftung und der Förderverein von St. Nikolai haben ebenfalls mit finanziert. „Weitere Fördermittel sind in Aussicht gestellt. Vielleicht schaffen wir damit dann das letzte Stück, den Chor“, hofft Burkhardt Eriksson. Doch das ist noch Zukunftsmusik und erst für 2020/21 eine realistische Idee. Bei der Fertigstellung sind dann insgesamt etwa drei Millionen Euro in die Sanierung investiert worden.

Miriam Weber

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