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Bildergalerien Schiffbau in Wismar startet durch
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12:55 09.03.2018
Brennbeginn für die Global Class im Beisein von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD). Quelle: Dietmar Lilienthal
Wismar

Stefan Keller lehnt an einem Hallenträger und schmunzelt. Der 32-Jährige ist zufrieden, dass das Schiff fertig ist. Seit 14 Jahren arbeitet er auf der Werft, deshalb freut es ihn, dass nun wieder Schiffe in Wismar gebaut werden - wie die „Crystal Debussy“. Das dritte von vier neuen Flusskreuzfahrtschiffen ist gestern von MV Werften an die Reederei „Crystal River Cruises“ übergeben worden. Es ist 135 Meter lang und bietet 110 Passagiere Platz in 55 Suiten. „Es ist das vorletzte vor der richtig großen Herausforderung“, sagt Keller.

Mit dem Brennbeginn für das weltweit größte Kreuzfahrtschiff setzen MV Werften die Schiffbau-Tradition in der Hansestadt fort. 2020 soll die Global Class das Schwimmdock verlassen.

Brennbeginn für die Global Class

Die Herausforderung wird aber schon wenige Minuten später in einer anderem Werfthalle in Angriff genommen: der Bau eines Mega- Kreuzfahrtschiffes der sogenannten Global Class. Der Brennschnitt für das weltweit größte Kreuzfahrtschiff lockt Hunderte Gäste an die riesige Stahlplatte, in die Computer gesteuert die Silhouette der „Global Class“ und die Wismars hineingebrannt werden. Den Start geben Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Tan Sri Lim Kok Thay, Vorstandsvorsitzender von Genting Hong Kong.

Mit dabei ist auch Schwesigs Vorgänger Erwin Sellering (SPD): „Die Werften im Land haben mich meine ganze Dienstzeit lang begleitet - das ist eine große Sache heute“, sagt er und ergänzt: „Und dass das am Ende gut ausgeht – da bin ich gern dabei.“

Milliarden-Investitionen aus Hong Kong

„Mal sehen, wie das alles anläuft – ich bin guter Hoffnung“, sagt Norbert Schmolinski. Der Wismarer ist froh, dass er wieder in seiner Heimatstadt arbeiten kann. Schmolinksi hat auf der Werft gelernt - Schmied von 1982 an. Dann kam die Insolvenz, Schmolinksi fuhr fünf Jahre lang zur Arbeit nach Hamburg. Als er eines Tages nach Hause kam und den Briefkasten öffnete, fand er ein Schreiben von MV Werften. „Ob ich nicht wieder anfangen wolle.“ Der 53-Jährige grient. Natürlich habe er sich daraufhin beworben.

2016 hat Genting Hong Kong die Wismarer Werft gekauft, auch die in Rostock und Stralsund. Mit den drei Standorten hat der Milliarden- Konzern MV Werften gegründet und ein Milliarden schweres Schiffbau-Programm gestartet, dass seit gestern nun richtig Fahrt aufnehmen soll. „Der Schiffbau hat wieder eine Zukunft in der Stadt“, freut sich Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) beim Brennbeginn für das Mega-Kreuzfahrtschiff. In den vergangenen Jahren habe er immer wieder zu hören bekommen, er soll den Werft- Standort aufgeben. „Aber das habe ich nicht getan - auch weil Genting bislang alles eingehalten, was versprochen wurde.“

Hiesige Firmen profitieren

Heck und Bug der sogenannten Global-Klasse werden in Wismar gefertigt, der Mittelblock entsteht in Warnemünde. Zusammengebaut wird alles in Wismar. Von der Entwicklung der Werft profitieren viele Zulieferer wie Rolf Klewe, Geschäftsführer der Wismarer Firma SBM, Spezialbeschichtungen und Montagen. „Für uns bedeutet das einen Aufbruch. Wir sind unheimlich froh, dass es wieder aufwärts geht. Ich habe immer an die Zukunft des Schiffbaus geglaubt“, so Klewe. Seine Firma hat bei den Flusskreuzfahrtschiffen die Bodenbelagsarbeiten gemacht, bei den beiden ersten Mega-Kreuzlinern ist das Wismarer Unternehmen bei den Dünnschichtbelegen zum Zuge gekommen.

Kerstin Schröder, Nicole Buchmann Heiko Hoffmann

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