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Deine Tierwelt Der mit den Hunden flüstert in Nordwestmecklenburg
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00:05 21.02.2017

Sitz. Platz. Fein. Bei Martin Rütter gehorchen die Hunde auf’s Wort. Am Mittwoch, 1. März, kommt der Hundeprofi zu den Gamehler Gesprächen ins Schloss. Doch bevor Moderatorin Gisela Steinhauer ihre Fragen stellt, sprach die OSTSEE-ZEITUNG mit dem Fachmann für Vierbeiner über unpassende Fragen in der Sauna und Probleme, die die meisten Hundehalter kennen.

Herr Rütter, waren Sie schon einmal in Wismar oder in der Umgebung? Halten Sie bei Besuchen automatisch die Augen offen und inspizieren Sie Hundewiesen oder zählen Sie Hundetoiletten?

Martin Rütter: Mit Wismar werde ich tatsächlich „Neuland“ betreten. Insofern bin ich schon gespannt und freue mich auf Stadt und Leute.

Bestimmt werden Sie ständig um Ratschläge für die Hundeerziehung gebeten. Was war für Sie die unpassendste Situation, in der Sie Auskunft geben sollten? Vielleicht beim Zahnarzt oder ähnliches?

Natürlich werde ich häufiger angesprochen, und das gehört auch dazu. Manchmal allerdings auch in wirklich unpassenden Momenten. Im Skiurlaub in Österreich tippte mir eine Frau in der Sauna auf die Schulter „Herr Rütter, ich weiß, es ist gerade schlecht, aber ich hätte da mal eine Frage “ (lacht). Aber letztlich werte ich das immer als Anerkennung meiner Arbeit.

Beantworten Sie dann wirklich immer die Erziehungsfragen, oder sagen Sie den Menschen auch manchmal, dass es gerade schrecklich unpassend ist?

Die Antwort kommt in der Regel. Vielleicht nicht in der Sekunde, sondern etwas später, wenn es besser passt.

Mit welcher Frage würde Moderatorin Gisela Steinhauer Sie komplett aus dem Konzept bringen? Also, gibt es Fragen, die Sie nicht beantworten würden?

Um mich komplett aus dem Konzept zu bringen, muss schon einiges passieren. Denn wie Sie wissen, hauen mich selbst Fachfragen in der Sauna nicht aus den Badelatschen (lacht). Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die Fragen, die mir auf Schloss Gamehl gestellt werden.

Wenn Sie Hundehaltern drei Tipps zum verständnisvolleren Miteinander geben dürften, wie würden diese lauten?

Ich würde immer dazu raten, drei entscheidende Kardinalfehler zu vermeiden: Die extreme Vermenschlichung, denn diese schürt Erwartungen, die der Hund niemals erfüllen kann. Ein Hund kann nicht denken und handeln wie ein Mensch. Dazu kommt mangelnde Konsequenz. Menschen stellen Regeln auf, gehen dann aber zu lax mit diesen um. Immer sonntags darf der Hund mit am Frühstückstisch sitzen und bekommt sein Leberwurstbrötchen, an den anderen Tagen aber nicht. Das kapiert kein Hund und verunsichert ihn nur. Ein Hund benötigt klare Regeln, nur so kann er Vertrauen zu seinem Menschen aufbauen und sich auch in schwierigen Situationen auf ihn verlassen. Und ein weiteres Problem ist die mangelnde Beschäftigung. Hunde brauchen körperliche und geistige Auslastung.

Mein Kollege, begeisterter Jogger, würde gern von Ihnen wissen, wie er sich verhalten soll wenn er auf einen unangeleinten großen Hund zu läuft.

Optimal wäre: langsamer werden, zum Stehen kommen, den Hund ignorieren und weitergehen. Wichtig zu wissen ist hier, dass der Hund, der dem Jogger hinterherläuft, nicht mit diesem spielen will.

Entweder will er ihn vertreiben, da er der Ansicht ist, dieses Territorium gehöre ihm.Oder er zeigt in dieser Situation Jagdverhalten: Er hat einfach Spaß daran, „flüchtenden“ Objekten hinterherzuhetzen. Der Halter sollte seinem Hund in einem solchen Fall die Möglichkeit geben, seine Lust zur Hetze durch ein Jagdspiel z.B. mit einem Ball auszuleben.

Interview: Carolin Riemer

Gamehler Gespräche am 1. März; um 19 Uhr, Eintritt: 25 Euro; Reservierung unter ☎ 03 84 26/2 20 00 oder info@schloss-gamehl.de

OZ

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