Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Deine Tierwelt Eisbären: Rostock bekommt ein Paar
Mehr Deine Tierwelt Eisbären: Rostock bekommt ein Paar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 18.10.2017
Ein Bild aus alten Tagen: „Fiete“ und seine inzwischen verstorbene Mutter „Vilma“ auf der alten Bärenburg des Rostocker Zoos. Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Barnstorfer Wald

Die Bagger rollen bereits, die Einladungen für die feierliche Grundsteinlegung sind verschickt. Für knapp zwölf Millionen Euro baut der Zoo eine neue Eisbären-Anlage, das sogenannte Polarium. Doch nach dem überraschenden Tod der Rostocker Eisbären „Vilma“ († 2016) und „Lars“ († 2017) stellen sich viele Besucher die Frage: Macht der teure Bau überhaupt noch Sinn? „Ja“, sagt jetzt Antje Zimmermann, Kuratorin des Rostocker Zoos. Wenn 2018 das Polarium eröffnet, werden in der Hansestadt wieder mindestens zwei Eisbären leben. Woher die stammen werden und wie sie heißen werden, sei aber noch geheim.

„Vilma“ und „Lars“ sind tot, „Fiete“ bleibt in Ungarn: Ins neue Polarium werden auch neue Bären einziehen.

Wenn das Polarium eröffnet, dann mit neuen Eisbären.Antje Zimmermann Kuratorin Zoo Rostock

Fest stehe – so Zimmermann – nur: Von den drei Rostocker Eisbären, die bis Herbst 2016 noch auf der alten Bärenburg im Zoo lebten, wird vermutlich keiner zurückkehren. Publikumsliebling „Fiete“ – mittlerweile fast drei Jahre alt – wird in seiner neuen Heimat Sóstó in Ungarn bleiben. „Er lebt dort zusammen mit einer jungen Gefährtin aus Russland in einem Bärenpark. Er kommt definitiv nicht zurück“, sagt Zimmermann. „Fietes“ Mutter „Vilma“ hingegen sollte eigentlich nur während der Bauarbeiten im dänischen Aalborg bleiben, 2018 dann nach Rostock zurückkehren. Doch wenige Tage nach dem Umzug ins zwischenzeitliche Zuhause starb die nicht mal 13 Jahre alte, in Rostock geborene Bärin überraschend. Woran, das ist bis heute unklar: Experten des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin suchen nach der Todesursache. „Ein Ergebnis gibt es bislang nicht. Das kann auch noch dauern“, so Zimmermann.

Eisbär „Lars“ – der Vater von „Fiete“ und des weltberühmten Berliner Eisbären „Knut“ – war bereits 2015 nach Aalborg umgezogen und sollte dort auch bleiben. Vor wenigen Tagen musste „Lars“ aber wegen einer schweren Krebs-Erkrankung von seinen Leiden erlöst werden. Und auch „Vienna“ – „Vilmas“ Mutter – wird das neue Polarium wohl nicht mehr erleben dürfen: Sie lebt derzeit im Zoo de la Palmyre im Südwesten Frankreichs. „Und dort wird sie vermutlich auch bleiben. ,Vienna‘ ist fast 30 Jahre alt“, sagt Zimmermann. Damit sei sie im besten Eisbärinnen-Oma-Alter. „Ein Transport bedeutet für die Tiere natürlich immer Stress. Wir würden uns freuen, wenn sie zurückkommt. Aber obwohl sie gesund ist, wird es das Beste sein, wenn sie in Frankreich bleibt.“

Sorgen, dass in das Polarium „nur“ die 35 Humboldtpinguine einziehen werden, müsse sich aber dennoch niemand machen, versichert die Kuratorin: Der Rostocker Zoo genieße einen exzellenten Ruf in der Eisbären-Zucht und führe sogar das Zuchtbuch für die weltweite Eisbären-Population in Zoos und Tierparks. Seit Gründung des Rostocker Zoos seien in der Hansestadt bereits 35 Eisbären-Junge groß

gezogen worden. „Wir arbeiten mit zoologischen Gärten in aller Welt zusammen. Weltweit leben etwa 300 Polarbären in den Zoos.“ In den kommenden Monaten werde nun genau geprüft, welche Tiere nach Rostock umziehen sollen. „Uns ist auf einer der jüngsten Tagungen des Europäischen Zoo-Verbandes EAZA zugesichert worden, dass wir ein junges Pärchen bekommen werden. Schließlich werden wir mit dem Polarium die modernste und artgerechteste Anlage ihrer Art bauen“, sagt Zimmermann. Welches Männchen und welches Weibchen genau kommen werden, sei noch nicht ganz sicher. „Aber allein 2016 sind europaweit zwölf Eisbären geboren worden. Nach zwei, zweieinhalb Jahren müssen die weg von ihren Müttern. Das ist in der Natur auch so.“ Nachwuchs gab es in Deutschland zuletzt beispielsweise im Zoo Hellabrunn in München und auch in Bremerhaven.

Das Polarium ist für drei ausgewachsene Eisbären plus Nachwuchs ausgelegt. „Vermutlich bekommen wir zusätzlich zum Pärchen noch ein drittes, älteres Tier. Es kann aber auch sein, dass wir noch ein drittes Zuchttier bekommen – um die Partnerwahl zu erleichtern“, so Zimmermann.

Andreas Meyer

Anzeige