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Deine Tierwelt Kamminke: Auf dem Golm soll ein Baumkronenpfad entstehen
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00:05 10.06.2017
So etwas neben einer Kriegsgräberstätte zu planen, ist pietätlos.Brigitte Ebeling, Kamminker Gemeindevertreterin
Kamminke

Bekommt die Insel Usedom einen zweiten Baumwipfelpfad? Nach Heringsdorf (soll 2018 öffnen) könnte nun auch in der Gemeinde Kamminke so ein touristischer Anziehungspunkt entstehen. Am Donnerstagabend haben die Kamminker Abgeordneten die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 2 „Panorama- und Studien-Baumkronenpfad auf der Insel Usedom“ beschlossen.

Potsdamer Unternehmen will sechs bis acht Millionen Euro investieren / Gemeinde treibt B-Plan voran / Kritik am Standort / Abgeordnete: „Pietätlos“

Investor ist die Terra Projektentwicklung GmbH aus Potsdam. Geplant ist der Baumkronenpfad linksseitig der Ortseinfahrt Kamminke aus Garz kommend. Von der dortigen Rinderstallanlage geht es nördlich in Richtung Wald auf den Golm. Das Projekt soll südlich bis südwestlich der Gedenkstätte umgesetzt werden.

„Wir gehen von einer Investition in Höhe von sechs bis acht Millionen Euro aus“, sagt Terra-Geschäftsführer Torsten Schmitz auf Nachfrage. Mindestens zehn Arbeitsplätze sollen auf dem Golm entstehen, so Schmitz. Er rechnet für die Planung mit acht bis zwölf Monaten. „Wenn wir 2018 die Baugenehmigung bekommen, könnten wir die Anlage im Frühjahr 2019 in Betrieb nehmen“, sagt der Geschäftsführer zum möglichen Zeitplan. Ergänzt werden soll der Panorama- und Baumkronenpfad durch infrastrukturelle Einrichtungen, wie ein Empfangsgebäude, eine Akademie, Restaurant, Ausstellungsräume, Infostände und WC-Anlagen.

„Wir stehen aber noch ganz am Anfang“, betonte Bürgermeister Uwe Hartmann. Die Prüfung liege jetzt in den Händen der Träger öffentlicher Belange, die nun im Rahmen des B-Plan-Verfahrens in das Projekt involviert werden. Schließlich handelt es sich bei dem Areal auf dem Golm um ein sogenanntes FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitatrichtlinie).

Für die Abgeordnete Brigitte Ebeling (Freie Wählergemeinschaft Kamminke) ist das Projekt an dieser Stelle nicht tragbar. „So etwas neben einer Kriegsgräberstätte zu planen, ist pietätlos. Da werden Tausende durch die engen Straßen von Garz und unserer Gemeinde fahren“, sagte sie am Donnerstagabend und lehnte als einzige Abgeordnete den Aufstellungsbeschluss zum B-Plan ab. Auf ihre Frage, ob auf die Gemeinde im Zusammenhang mit dem Projekt Kosten zukommen, antwortete Hartmann: „Nein. In einem städtebaulichen Vertrag wird festgelegt, dass der Investor alle Kosten trägt.“ In dem Zusammenhang sagt Schmitz, dass „finanzielle Mittel für das Projekt vorhanden sind.“

Kritisiert wurde die Investition auch von Helmut Menrath, der seit 18 Jahren in Kamminke Eigentümer von Häusern ist. „Der Golm ist ein Heiligtum der Gemeinde. Mit dem Vorhaben wird eine Ruhestätte für Kriegsopfer entweiht. Das ist Ruhestörung“, sagte der Leverkusener in der Einwohnerfragestunde. Seit März 2000 ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Träger der Kriegsgräberstätte auf dem Golm. „Ich habe ein Schreiben vom Volksbund, der das Projekt befürwortet“, so Bürgermeister Hartmann.

Pläne in Heringsdorf

Die Heringsdorfer Gemeindevertretung hat jüngst ein Büro mit der Erstellung eines Bebauungsplanes für den Baumwipfelpfad beauftragt. Die Erlebnis Akademie AG aus Bad Kötzting (Oberbayern) will am Heringsdorfer Bahnhof hinter dem Bauhofgelände einen barrierefreien Baumwipfelpfad errichten, der bis zu maximal 20 Meter hoch und 1200 Meter lang sein wird. Der Pfad verläuft an einem 35 bis 40 Meter hohen Turm.

Investieren will das Unternehmen aus Oberbayern rund 4,5 bis sechs Millionen Euro.

Henrik Nitzsche

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