Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Familie 2100 Kilometer - neuer Weltrekord für Barfußläufer
Mehr Familie 2100 Kilometer - neuer Weltrekord für Barfußläufer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:18 20.08.2017
Auf den letzten Metern: Aldo Berti erreicht nach einem 2100 Kilometer langen Barfußmarsch das Kloster in Einsiedeln (Schweiz). Quelle: Urs Flueeler/dpa
Anzeige
Einsiedeln/Sassnitz

Barfußläufer Aldo Berti ist nach mehr als 2100 Kilometern am Kloster Einsiedeln in der Schweiz eingetroffen. Nach eigenen Angaben hat er damit einen Weltrekord geschafft. Er habe öfter gezweifelt, ob er es überhaupt schaffe, erzählte Berti (53). Er sei erschöpft, aber zufrieden: „Ab und zu kommt fast eine Träne.“

Der Großvater von zwei Enkeln war im Mai in Sassnitz auf Rügen losgelaufen. Seine Füße seien nach fast drei Monaten Wandern ohne Schuhe reichlich dünnhäutig geworden.

Er habe den 2016 von dem Iren Eamon Keavenen aufgestellten Rekord im Barfußlaufen bereits am Donnerstag in Sirnach eingestellt, sagte Berti. Keavenen war in 104 Tagen 2080 Kilometer gelaufen. „Ich habe heute bis acht Uhr geschlafen und mir Ruhe gegönnt, ich bin schon sehr kaputt“, sagte Berti.

Kommende Woche sei zu Hause in Villingen-Schwenningen im Schwarzwald Ausruhen angesagt. Die Füße werde er aber nicht nur hochlegen, sagte Berti: „Die Füße haben schon den Anspruch, sich zu bewegen.“ Der Psychotherapeut hat mit seiner Tour Spendengelder für hilfsbedürftige Kinder gesammelt. Er rechnet nach eigenen Worten damit, dass mindestens 10 000 Euro zusammengekommen sind.

Langsames Training erforderlich

„Barfußgehen und Barfußlaufen sind die natürlichsten Formen der Fortbewegung des Menschen“, sagte der frühere Leichtathlet und Orthopäde Thomas Wessinghage dem Schweizer Magazin „Bergzeit“. Ungeübte müssten ihre Füße aber langsam daran gewöhnen, um die Haut widerstandsfähig zu machen und Muskeln aufzubauen.

Aber Barfußlaufen geht ins Genick: Der Blick müsse immer auf den Boden gerichtet sein, sagt Berti, „man muss ja sehen, wo man hintritt“. Dennoch habe er sich immer wieder verletzt, und sich an manchen Tagen auf heißem Asphalt Brandblasen zugezogen. Einsiedeln erreichte er mit einigen tief sitzenden Splittern, ein paar Blasen, Wunden und Schrunden und einer ziemlich dünngewordenen Lederhaut.

Berti war meist allein unterwegs, mit einem 14 Kilogramm schweren Rucksack. Die Kleidung habe er unterwegs selbst gewaschen. Für die Füße war ein Enzymspray im Gepäck, das den Stoffwechsel anregt, sagt er.

OZ

Mehr zum Thema

Mal eben einen kurzen Abstecher in den Supermarkt gemacht und einfach stehen gelassen: für Belle & Sebastian-Drummer Richard Colburn wurde dieses Kuriosum leider Realität.

16.08.2017

Krimis laufen in Deutschland fast immer gut. Aber für Robert Atzorn ist jetzt trotzdem Schluss.

16.08.2017

In einem Gewinnspiel verlost „Panem“-Star Jennifer Lawrence einen Tag in den kalifornischen Weinbergen mit ihr. Teilnehmer müssen allerdings erst für ein politisches Projekt spenden.

17.08.2017
Anzeige