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Familie Koma-Saufen zum Fest: „Der Tod kostet 3,99 Euro“
Mehr Familie Koma-Saufen zum Fest: „Der Tod kostet 3,99 Euro“
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07:36 20.12.2017
Alkohol gehört für viele Jugendliche zu Weihnachts- oder Silvesterpartys einfach dazu: Doch zwischen Rausch und Lebensgefahr verläuft nur ein schmaler Grat (Symbolbild). Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Die Notaufnahmen in der Hansestadt stellen sich vor den Festtage wieder verstärkt auf junge Patienten ein: Experten rechnen nämlich damit, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die stark betrunken ins Krankenhaus eingeliefert werden muss, dann stark steigen wird. „Rund um Weihnachten und Silvester wird dieses besorgniserregende Phänomen verstärkt auftreten“, warnt Dr. Gernot Rücker, Drogen-Forscher und Notarzt an der Rostocker Uni-Klinik. Er und auch Gesundheitssenator Steffen Bockhahn (Linke) fordern vom Bund, dass Alkohol teurer werden muss und die Verfügbarkeit eingeschränkt werden soll. „Alkohol gehört mit Abstand zu den gefährlichsten darunter. Es ist ein starkes Nervengift“, so Rücker. Und genau in dieser Toxizität – der Giftigkeit – liege die Gefahr beim Koma-Saufen: Die Kinder und Jugendlichen trinken innerhalb kürzester Zeit große Mengen Alkohol – weil sie sich berauschen wollen. „Doch zwischen dem Rausch und der Lebensgefahr liegen oft nur einige wenige Drinks.“ 

Im vergangenen Jahr mussten insgesamt rund 400 Minderjährige wegen übermäßigen Alkoholkonsums stationär in Rostocker Kliniken behandelt werden. Was den Experten vor allem Sorge bereitet: Unter den Patienten sind zunehmend Kinder unter 15 Jahren – und junge Mädchen. „2006 waren 65 Patienten jünger als 15 Jahre, 2016 waren es bereits 80. Ein besorgniserregender Anstieg.“ Und: Vor allem junge Mädchen übertreiben es in Rostock mit dem Alkohol. „Von den zehn Patienten, die 2016 mit akuter Alkoholvergiftung behandelt wurden, waren acht Mädchen“, so Bockhahn. „Diesem Trend müssen wir mehr Aufmerksamkeit schenken.“

Andreas Meyer

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