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Familie Kröpelin: Pausenhof-Treppen sind passé
Mehr Familie Kröpelin: Pausenhof-Treppen sind passé
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00:00 20.12.2017
„„2006 hatten wir hier das große Frühlingsfest ,Kleine Kinder wollen laufen’ und forderten, dass der Hof gemacht werden muss.“ Schulleiterin Manuela Jürgens ist froh, dass endlich was passiert
Kröpelin

„Ein Junge ist die Treppen runtergeflogen, mit dem Kopf aufgekommen und es musste der Krankenwagen kommen“, berichtete gestern ein Viertklässler von seinem schlimmsten Erlebnis auf dem Pausenhof von Kröpelins Grundschule. Die Probleme seien hier auf der Fläche „wackelnde Steine, die Abgrenzungen und die Treppen“, meinten seine Klassenkameraden übereinstimmend.

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) übergab für Umbau Zuwendungsbescheid über 211000 Euro

Diese Treppen (siehe Foto) sollen nun endlich im kommenden Jahr verschwinden, hieß es dazu im Büro des Bürgermeisters Thomas Gutteck (parteilos). Dank einer 210911-Euro-Förderung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und das Land MV, dessen Förderbescheid am Nachmittag die Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) hier im Rathaus übergab.

„Wir freuen uns, dass es jetzt endlich passiert“, kommentierte das die langjährige Leiterin der Grundschule „Am Mühlenberg“, Manuela Jürgens. Das Thema Schulhof begleite sie bereits seit 14 Jahren.

Bereits vor zwei Jahren habe sie nach einer „Gefährdungsbeurteilung“ Teile des Schulhofs vorsorglich abgesperrt. „Dann kamen auch Bürger und fragten, wann hier endlich was gemacht werde“, erinnerte sich die Schulleiterin.

„Das finde ich sehr schön, dass der Hof nun endlich erneuert wird“, sagte Anika Leipacher zur OZ, als sie ihren Sohn Fin-Luca gestern von der Schule abholte. Der Erstklässler wünscht sich sogar noch einen „anderen Fußballplatz“. Seine Mutti war selbst einmal Grundschülerin in Kröpelin gewesen und sagt, seitdem sei „nicht wirklich“ etwas am Pausenhof gemacht worden: „Ich bin im Jahr 2000 aus der Schule raus.“

„Das ist der Schulhof mit diesen vielen Stufen da drin?“, vergewisserte sich Stefanie Drese im Gespräch mit Kröpelins Bürgermeister Thomas Gutteck und Bauamtsleiter Rüdiger Kropp, bevor sie besagten Zuwendungsbescheid mit der Fördersumme von insgesamt rund 211000 Euro übergab: 180000 Euro für die Außenanlagen und etwa 31000 Euro für die Baunebenkosten. Laut Rathauschef trage Kröpelin einen nationalen Kofinanzierungsanteil in Höhe von rund 52700 Euro.

Der Schulhof sei nicht mehr akzeptabel, hatte es der Bauamtsleiter auf den Punkt gebracht: „Das ist nicht nur alles grau in grau, sondern er ist gefährlich. Das möchten wir jetzt nachhaltig – auch für die nachfolgenden Generationen – beseitigen. Deswegen wird es relativ teuer und das Warten hat sich gelohnt.“ Geplant (von C& G Bauplanung Kröpelin) sei eine Eingangs-Rampe mit leichter Steigung bis zu einer Verweilfläche, die bis zum Haupteingang reiche. So, dass auch Kinder mir Handicap barrierefrei in die Klassenräume gelangen könnten. In die Mitte des Platzes soll eine entsiegelte Spiel- und Bewegungsfläche kommen, befüllt mit „etwas Mineralischem“. Neu sollen überdachte Verweilflächen mit Sitzbänken hinzukommen. „Die Lehrer haben sich in diese Variante gut eingebracht“, betonte Rüdiger Kropp. „Die Schule war komplett mit im Boot“, unterstrich der Rathauschef und kündigte an, dass die Stadt auch gleich „Glasfaser mit reinpacken“ werde, wenn der Boden dann schon mal offen sei. Auf die Frage der Ministerin nach dem Baustart, antwortete der Bauamtsleiter:„Wir können vor den Sommerferien 2018 loslegen und wären danach dann fertig.“ Der Bürgermeister ergänzte: „Unser Ziel ist es, das Ganze zur nächsten Einschulung fertig zu haben.“

Thomas Hoppe