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Familie Lange Wartelisten für Kita-Plätze im Landkreis
Mehr Familie Lange Wartelisten für Kita-Plätze im Landkreis
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00:01 14.10.2017
Susanne Montag (31) mit Sohn Arian (5 Monate) aus Kritzmow freut sich, dass neben der Kita eine neue Krippe gebaut werden soll. Quelle: Foto: Frank Söllner
Kritzmow

Um Nachwuchs muss sich die Gemeinde Kritzmow nicht sorgen. „Wir haben 50 bis 60 Geburten im Jahr“, freut sich Bürgermeister Leif Kaiser. Allerdings bereitet ihm die Betreuung der Kinder Kopfzerbrechen. „Wir haben viel zu wenig Krippenplätze und lange Wartelisten“, sagt Kaiser. Im Sommer 2018 will die Gemeinde mit dem Bau einer neuen Krippe beginnen. 60 Plätze soll das neue Haus haben, sechs mehr als bisher. „Doch das ist viel zu wenig“, erklärt Kaiser.

Förderprogramm für Kindergartenausbau / Ausreichend Krippenplätze

Mehr Betreuungsplätze will der Landkreis der Gemeinde nicht zugestehen. Die aktuelle Kita-Bedarfsplanung für den Kreis wurde im Jugendhilfeausschuss gerade beraten und könne von Ämtern, Städten, Gemeinden derzeit eingesehen werden. „Bis zum 31. Oktober können Anmerkungen, Hinweise, Anregungen eingebracht werden“, sagt Kreissprecher Michael Fengler. Im Dezember passiere der Plan den Kreistag.

Die Bedarfsrechnung basiert auf Zahlen vom Stichtag 1. März 2017. Da wurden im Landkreis 15134 Kinder in Kindertageseinrichtungen und bei Tagesmüttern und -vätern betreut. „Zu diesem Zeitpunkt standen 16376 Plätze in Kitas und bei Tagespflegepersonen bereit“, erläutert Fengler. Die Betreuungsplätze verteilten sich dabei auf 157 Kindertageseinrichtungen und 115 Tagespflegepersonen.

„Rund 96 Prozent der Kindergartenplätze, 91 Prozent der Hortplätze und 86 Prozent der Krippenplätze sind belegt“, informiert Landrat Sebastian Constien. Das sei der kreisweite Durchschnitt, der nicht die spezifischen Tatsachen bestimmter Orte und Ämter abbilde. „Klar ist: Im Rostocker Umland brauchen wir mehr Betreuungsplätze vor allem für Kinder im Kindergartenalter, anderenorts reichen die Kapazitäten dagegen weitgehend aus“, betont Constien.

Während die Versorgung mit Krippenplätzen im Landkreis sehr gut sei, müsse in der Kindergarten-Betreuung nachgebessert werden. Der Landkreis kündigt ein Investitionsförderprogramm für den Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten für Kindergartenkinder an. „Die Zentrale Fördermittelstelle des Landkreises erarbeitet derzeit ein Förderkonzept“, teilt Kreissprecher Fengler mit.

Die Geburtenzahlen steigen stetig. Das Statistische Bundesamt hatte für 2015 rund 691000 Geburten in Deutschland prognostiziert, letztendlich waren es 737000. Bis 2020 rechnen die Statistiker in der Gruppe der unter Dreijährigen bundesweit mit einem deutlichen Anstieg von 2,2 Millionen Kindern auf knapp 2,4 Millionen. Ein Trend der auch an Mecklenburg-Vorpommern nicht vorbeigeht. Hier kamen im vergangenen Jahr 13 414 Babys zur Welt, 200 mehr als 2015. Tendenz steigend. Da könnte es in den nächsten Jahren eng werden in den Kitas.

Die Kommunen müssen reagieren. So wird die Kita in Bargeshagen erweitert. Nienhagen, Parkentin, Sanitz planen Anbauten an ihren Kindereinrichtungen. Neubukow baut. Dabei hoffen alle auf Fördermittel.

„Wir investieren in den Krippenneubau zwei Millionen Euro“, berichtet Kritzmows Bürgermeister, „zu 93 Prozent sind es eigene Mittel.“ Nur die sechs zusätzlichen Plätze würden vom Kreis gefördert.

Doch Kritzmow kann und will nicht länger warten. Die alte Krippe im Biestower Weg stamme aus den 1970er Jahren und müsse dringend saniert werden. 42 Plätze gebe es dort und zwölf „mit Ausnahmegenehmigung“ – viel zu wenige für eine kinderreiche Gemeinde wie Kritzmow. „Da das Haus ohnehin fernab von unserem Kita-Schul- und Sportcampus steht, werden wir dort kein Geld mehr reinstecken“, informiert Kaiser. Genau auf diesem Campus werde nun auch die Krippe platziert, „damit Eltern nur noch einen Anlaufpunkt haben“, sagt der Bürgermeister.

Noch steht das alte Sportlerheim auf dem Bauplatz. „Das wird abgerissen. Vor dem Winter soll die Bodenplatte für das neue Sportlerheim fertig werden“, kündigt Kaiser an. 500000 Euro Baukosten veranschlagt die Gemeinde für das neue Vereinshaus am Sportplatz, das im Frühjahr bezogen werden soll. „Und dann beginnt die heiße Phase für den Krippen-Neubau“, sagt Kaiser. 2019 sollen die Jüngsten einziehen.

Doris Deutsch

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