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Familie Tausend Babys auf die Welt geholfen
Mehr Familie Tausend Babys auf die Welt geholfen
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06:10 08.06.2017
Hebamme Sabine Boettcher-Jensen vor der Baby-Galerie in ihrer Wismarer Praxis. Quelle: Haike Werfel
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Wismar

„Es ist ein sehr emotionaler Moment, ein Baby auf die Welt zu holen. Ein einschneidendes Erlebnis“, sagt Hebamme Sabine Boettcher-Jensen. Die 49-Jährige hat in ihrer Berufslaufbahn rund tausend Neugeborenen auf die Welt geholfen. „Das ist für mich nie zur Routine geworden. Jede Geburt war etwas Besonderes.“

32 Jahre ist das älteste Kind. Inzwischen betreue sie die zweite Generation Mütter, erzählt die sympathische Blondine und lacht. „Ein Mädchen, das ich auf die Welt geholt habe, ist jetzt selbst Mutter. Ich betreue sie und ihr zehn Monate altes Baby.“

Examen vor 30 Jahren gemacht

Sabine Boettcher-Jensen hat am 10. Juni vor 30 Jahren ihr Examen als Hebamme im Wismarer Krankenhaus gemacht. Dieses Jubiläum möchte sie am kommenden Sonnabend mit den Müttern und ihren kleinen und großen Kindern begehen. „Ich freue mich sehr, wenn auch Frauen aus meinen ersten Berufsjahren und ihre heute erwachsenen Kinder vorbeikommen würden“, sagt Sabine Boettcher-Jensen und hofft auf ein Wiedersehen.

2002 in Selbstständigkeit gegangen

Vor 15 Jahren verließ die Blowatzerin das Wismarer Hanse-Klinikum und machte sich als Hebamme selbstständig. Ihre erste Praxis hatte sie in der zweiten Etage des Zollhauses am Alten Hafen. Später zog sie in die Ulmenstraße 12 (blaues Bürohaus). Hier soll auch die Jubiläumsfeier mit Hüpfburg, Kinderschminken, Topf schlagen, Bälle werfen und anderen Überraschungen sowie mit selbst gebackenem Kuchen und Bratwurst vom Grill stattfinden.Auch in Neubukow hat die Hebamme eine Praxis eingerichtet. Hier wie in Wismar bereitet sie Schwangere auf die Geburt vor, hilft ihnen bei Beschwerden unter anderem durch Akupunktur und mittels Tapen. Dafür hat sie Zusatzausbildungen gemacht.

Bewusst gegen Geburtshilfe entschieden

„Ich biete an, wovon ich selbst überzeugt bin, dass es gut für die Frauen ist“, sagt Sabine Boettcher-Jensen. Nach der Geburt betreut sie die Wöchnerinnen zu Hause, bietet in der Praxis Rückbildungsgymnastik sowie Babymassage an. Im Freizeitbad Wonnemar kommen einige Mütter zur Wassergymnastik und in der Praxis zu Kursen für Bauch, Beine und Po. Zudem gibt es eine Krabbelgruppe, die sehr beliebt ist.Mit der Selbstständigkeit hat sich Sabine Boettcher-Jensen bewusst gegen die Geburtshilfe entschieden. Einerseits wegen der unerhört hohen Versicherungsprämie, die die Politik selbstständigen Hebammen aufgedrückt hat. Andererseits möchte sie nur noch für die Frauen da sein. „Wenn ich im Kreißsaal tätig wäre, könnte ich alle Leistungen, die ich anbiete, nicht uneingeschränkt zuverlässig erfüllen. Denn Geburtstermine verschieben sich.“

Mutter von drei Kindern

80 bis 100 Frauen betreut Sabine Boettcher-Jensen im Jahr. Sie selbst hat drei Kinder: Lisa (29), Annegret (25), die sie und ihren Mann Dirk vor achteinhalb Monaten zu Großeltern gemacht hat, und Michel (14). Die Familie und Bekannte werden sie beim Fest am Sonnabend unterstützen.

Haike Werfel

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