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Gesundheit Was wissen die Deutschen über Gicht? Umfrage deckt Irrtürmer und Mythen auf
Mehr Gesundheit Was wissen die Deutschen über Gicht? Umfrage deckt Irrtürmer und Mythen auf
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08:53 07.05.2018
Kommt Gicht allein von zu viel Fleisch und Bier, oder ist es vielleicht auch der Fruchtsaft? Eine repräsentative Umfrage hat aufgedeckt, wie aufgeklärt die Deutschen in Sachen Gicht sind. Quelle: Foto: Alexander Prokopenko/shutterstock.com/akz-i
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akz-i Für viele Deutsche scheint die Ursache für Gicht schnell gefunden. So zählen Fleisch und Bier für 60 Prozent der Befragten zu den Hauptauslösern für Gicht. Weit weniger bekannt ist hingegen die Rolle erblicher Faktoren. Nur etwa jeder Fünfte der Befragten vermutet hier einen Zusammenhang und liegt damit richtig, denn bei Gicht handelt es sich um eine meist genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung, was in der Fachsprache als „Primäre Gicht“ bezeichnet wird. Betroffene können somit nicht genügend Harnsäure ausscheiden, weshalb der Harnsäurespiegel im Blut steigt. Dies geschieht meist schleichend und bleibt oft unbemerkt.

Auch was die Rolle von Fruchtsäften und fruktosehaltigen Lebensmitteln betrifft, herrscht in Deutschland noch Aufklärungsbedarf: Gerade einmal 13 Prozent der Befragten kennen den Zusammenhang von Gicht und Fruchtzucker. Dabei steckt gerade hier die unterschätzte Gefahr, denn durch den Verzehr von Fruchtzucker werden im Stoffwechselprozess vermehrt körpereigene Purine hergestellt, die vom Körper später in Harnsäure umgebaut werden und das Gicht-Risiko steigern.

Dass ein erhöhter Harnsäurespiegel unbehandelt zu Schäden an Herz und Niere führen kann, wissen immerhin 50 Prozent der Befragten. Weit weniger bekannt ist jedoch der Zusammenhang von Gicht und Diabetes, denn nicht einmal ein Viertel der Befragten wissen, dass die Zuckerkrankheit häufig auch als Begleiterkrankung von Gicht erscheint. Um Folgeerkrankungen zu verhindern und dem Fortschreiten der Erkrankung frühzeitig vorzubeugen, ist neben einer gesunden Ernährung mit purinarmen Speisen eine konsequente, harnsäuresenkende Therapie wichtig, um die Harnsäure unter den Zielwert von 6 mg/dl bzw. 360 µmol/l zu bringen.

Alle Daten, soweit nicht anders angegeben, sind von der YouGov Deutschland AG bereitgestellt. An der Befragung nahmen 1.019 Erwachsene teil.

Die Erhebung fand zwischen dem 06.12.2016 – 18.12.2016 statt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung (Alter 18+)

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